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Es ist nicht einfach, mich durch die europaeische Nahostberichterstattung zu lesen ohne das Sein, das ich vor Ort vor Augen habe, zum falschen Schein zu erklaeren. Zwischen meinen Erfahrungen, die ich inmitten der israelischen Gesellschaft gewonnen habe, und der Einschaetzung der europaeischen Journaille besteht eine Differenz, die mich an meinem Verstand oder der Presse zweifeln lassen muss. Schwieriger zu verdauen, und zugleich leichter zu verstehen, werden die israelfeindlichen Toene der Medienlandschaft, wenn die Nahostberichte Leserkommentaren ausgesetzt werden. Dann sind klare Ressentiments auszumachen und Denkmuster zu erkennen, denen der uneingestandene antisemitische Wahnsinn anklebt.

Die Ansichten der kommentierenden Leser sind, insofern sie als repraesentativ aufgefasst werden, ein starkes Argument fuer die Presse, sich in der Nahostberichterstattung voreingenommen gegen Israel zu zeigen. Eine jede Zeitung lebt von ihren Kunden. Alles was ueber deren Wuensche hinausgeht ist brotlose Kunst. Von aufrichtiger Berichterstattung laesst es sich schlecht leben, wenn dieser die Abnehmer fehlen. Wahrscheinlich aber sind Journalisten sich ohnehin mit der Leserschaft einig in ihren Schuldzuschreibungen fuer alles Schlechte in Nahost.

Den rennomierten Zeitungen fehlt es dabei meist gaenzlich an offener –  geschweige denn aggresiver - Verurteilung Israels. Die Voreingenommenheit wird weniger in These und Antithese ihrer Eroerterungen deutlich, als mehr in den unhinterfragten Annahmen, die den Weg zu ihrer ueberparteilich anmutenden “Kritik an Israel” pflastern. Wenn etwa kolportiert wird, dass Israel den Palaestinensern grundlegende Rechte vorenthaelt, Besatzungsanspruch durch Siedlungsbau untermauert, die Gegner eines Friedensprozesses in die Regierung waehlt und ein unverhaeltnismaessiges militaerisches Vorgehen pflegt.

Dann wird in den Begrifflichkeiten der Eindruck einer israelischen Politik und Gesellschaft reproduziert, die eine Gefahr fuer die Region –  und darueber hinaus - darstellen.

Die Entkleidung antisemitischer Denkmustern von der moralinsauren Israel-Kritik vollziehen dann oft die Kommentatoren. Dann sind es ausgemachte Rassisten, die in der Regierung sitzen und Palaestinenser brutal unterdruecken und sie in Ghettos einsperren, waehrend sie auf ihrem Land siedeln und den legitimen Widerstand als Vorwand nehmen, um wild auf die Zivilbevoelkerung zu ballern.

Es haengt dabei alles enger miteinander zusammen, als es die zurueckweisende Zensur mancher Kommentare von Seiten der Redaktion vermuten laesst.

Dass Netanjahu die Gruendung eines unabhaengigen palaestinaensischen Staates nicht anstrebt, macht ihn zum obersten Friedensverhinderer in Nahost. Dabei haben alle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte aufgezeigt, dass Palestinaenser zu keinem friedlichen Nebeneinander mit den Israelis bereit sind, und ein groeseres Interesse am Verschwinden des juedischen States haben, als am Aufbau eines eigenen Staates. Es gibt nicht die geringsten Anzeichen fuer den Aufbau einer Zivilgesellschaft in den Gebieten, die an Stelle des ueber den Dschihad vermittelten gesellschaftlichen Zusammenhangs treten koennte. Als Folge daraus gibt es auch keine Bestrebungen, sich um eine funktionierende Wirtschaft zu kuemmern, statt sich fortwaehrend von hunderten Hilfsorganisationen aushalten zu lassen. Alles in allem sind fuer die palaestinensischen Gebiete die denkbar unguenstigsten Bedingungen fuer eine Staatsgruendung zu konstatieren.

Dass ein palaestinensischer Staat moeglich ist und letztlich zum Frieden in Nahost fuehren wuerde ist angesichts der palaestinaensischen Gemuetslage ein Wunschdenken, dem alle notwendigen Voraussetzungen fehlen, in die Realitaet ueberfuehrt zu werden. Dass die neue israelische Regierung mit der Revision der Illusion einer Zwei-Staaten-Loesung unter den gegebenen Bedingungen ihre Ansaetze den Realitaeten anpasst, ruft in Europa eine Entgeisterung hervor, die darauf schliessen laesst, dass dort die Schuld fuer das Ausbleiben des friedlichen Miteinander vor allem bei den Israelis gesucht wird.

Statt den tieferen Ursachen des andauernden palaestinensischen Leids auf die Spur zu kommen, wird dieses ueber die Fluechtlichtlingsmaschinerie der UN staendig reproduziert, von tausenden NGO’s als israelisches Verbrechen gegeisselt, von der arabischen Welt instrumentalisiert und schliesslich auch von den Europaeern den Israelis zur Last gelegt.
Die Notwendigkeit des israelischen Vorgehens zum Schutz seiner Bevoelkerung bleibt gaenzlich unreflektiert, wenn das Bild einer agressiven Besatzungsmacht gezeichnet wird, hinter der ein vermeintlich aggressiver Sozialcharakter steckt. Der Stern hat einmal auf seiner Titelseite in grossen Lettern gefragt, was das Land so aggressiv macht. Im April 07 hat der Wandersmann Wolfgang Buescher in der Zeit ein Dossier mit suggestiven Klischees über die israelische Gesellschaft vollgepackt. In der Printausgabe aufgemacht mit einem bewaffneter Siedler am Strand von Gush Kartif. Eine sehr merkwürdige Bildauswahl, da der Siedlungsblock Gush Kartif im Gaza lange vor der Rundreise von Buescher geräumt wurde. Nur wenige Wochen nach dem Erscheinen des Artikels war Gaza bereits Hamastan und wurde mit freundlicher iranischer Hilfe zu Kassamastan hochgeruestet. Israel hat Gaza geraeumt und dafuer einen Raketenhagel auf den Sueden des Landes geerntet.

In 2005, less than a day after Israeli forces removed every last Jew from Gaza, Palestinians set up rocket launchers on the ruins of settlements that had been just been evacuated. They took aim not only at Sderot, but at some of the very kibbutzim who had most strongly championed the cause of an independent Palestine alongside Israel.

Roter Alarm und ein anhaltendes Wunder haben bis dato verhindert das weit ueber zehntausend Raketen nicht tausende Katastrophen ausgeloest haben.

Doch wird der Terror gegen Isarel in den Augen der Europaeer lediglich als mildernder Umstand fuer israelische Aggressionen angefuehrt oder auch als deren Vorwand. Jeder zweite Deutsche haelt Israel fuer aggressiv.

Nie ist von der Notwendigkeit einer uneingeschraenkten Solidaritaet mit Israel zu lesen. Von einem Schulterschluss mit einem freien demokatischen Land, dem seit seiner Gruendung und schon davor der Kampf um seine Existenz aufgezwungen wurde.

Alle Vernichtungsdrohungen gegen den juedischen Staat und der blutigen Ernst der Islamfaschisten scheinen gegen die europaeische Ueberzeugung, wonach Israel letztlich fuer alles verantwortlich ist, nicht anzukommen. Alle Betrachtung der Misere im Nahen Osten fuehrt zu einer Anklage gegen Israel. Wenn nicht explizit, dann ueber die unrefleflektierten Annahmen vermittelt, die in den Begriffen mitschwingen, mit denen der Nahostkonflikt beschrieben wird. In der Konstruktion eines Suendenbocks zeigt sich der Antisemitismus, der sich als Kritik an Israel verkleidet.

Gegen den Wahn, wonach Israel an allem Schuld ist, kommt Argumentation zu Israels Gusten nicht an. Es geht bei dem ganzen Interesse an Nahost weniger darum, etwas zu verstehen, als sich etwas bestaetigen zu lassen. Das Ressentiment zeigt sich ressistent gegen gegen die Realitaet.

Mehr als die Hälfte aller Deutschen etwa meinten 2004, das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern sei grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden zu unterscheiden.

Aus dem Verhalten Israels ist die Antipathie, die dem juedischen Staat entgegenschlaegt nicht zu verstehen. Der Blick muss auf die Verstaendnismuster derjenigen Betrachter gelenkt werden, die sich lustvoll zu Anklaegern und Richtern ueber den juedischen Staat aufschwingen. Neben den einseitigen Schuldzuweisungen hinsichtlich des Nahostkonflikts faellt auch die Straflust als ein signifikantes Element des Antisemitismus auf. Die falsch verstandene Moderne, die uns bedrohlich erscheint, erzeugt eine Paranoia, die auf maechtige Schuldige verweist und deren Abstrafung zum Wohle der Menschheit fordert. Als ob es konkrete Machenschaften waeren, die es verhinderten, dass sich der Weltfrieden einstellt und alle Menschen zu dem ihnen versprochenen Glueck finden.

Eine 2003 von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass die EU-Bürger in Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden sehen

Waehrend Europaeer die Konfrontation mit der islamistischen Bedrohung scheuen und sich dafuer in die eigene Tasche Luegen, stellt sich Israel dieser notwendiger Weise entgegen. Als Folge wird der juedische Staat als aggressiv und faschistisch verurteilt. Je mehr sich das europaeische Appeasement als Fehler herausstellt, desto staerker scheint es in Europa verteidigt. 

Europaer uebersehen bei ihrem bestimmten Versuch, auch Israel dieses Appeasement aufzudraengen, dass eine Niederlegung der Waffen den Palaestinensern zu einem Leben in Frieden verhilft, waehrend Israel nur durch seine militaerische Ueberlegenheit verhindern kann, dass seine Bewohner durch die Hoelle gehen.

 

Sie uebersehen vor allem den Antisemitismus, der in die Ideologie der arabischen Welt eingeflochten ist. Ein Export der Nazionalsozialisten in die arabische Welt, wie Kuenzel in “Dschihad und Judenhass” hervorragend herausgearbeitet hat. Dort tritt er heute als islamisierte Variante der Vorstellung einer juedischen Bedrohung, die es um jeden Preis auszumaerzen gilt, in Erscheinung.

Bei der Betrachtung des Nahostkonflikts muss Antisemitismus in doppelter Weise konstatiert werden. Zunaechst im stets relativierten Streben islamfaschistischer Kraefte, die dem juedischen Staat nach der Existenz trachten. Dann auch als stets verneinter Bestandteil der Weltanschauung europaeischer Betrachter.

Ein weiteres dieser Elemente des Antisemitismus ist die Vorstellung, wonach Israel nicht kritisisert werden duerfte. Auch dies suggeriert eine maechtige Sonderstellung, die sich wunderbar kompatibel mit allen Arten von Verschwoerung erweist. Sie findet prominente Befuerworter, wie Martin Walser, der dem sekundaeren Antisemitimus mit dem Begriff “Auschwitzkeule” eine Wunderwaffe an die Hand gegeben hat.

 

Das herbeihalluzinierte Verbot Israel zu kritisieren und die Grundfalsche Behauptung einer Gewaltspirale, die durch die europaeische Medienlandschaft geistert und eine Vorstellung schafft, wonach sich Terror und Staatsterror Zahn um Zahn vergelten, muendet nicht selten in der Romatisierung radikalislamistischer Terrorgruppen zu Widerstandsbewegungen. Statt offen gegen Israel zu giften, kann das Ressentiment sich ueber die Solidaritaet mit diesem Widerstand vermeintlich unverdaechtig auessern.
Mit bitteren Folgen fuer die Israelis, die sich mit einer ungeliebten aber notwendigen Mauer gegen Selbstmodattentate schuetzen und dafuer den Vorwurf ernten, Ghettos zu schaffen. Israelis, die sich gegen den Raketenbeschuss durch die Hamas zur Wehr setzen muessen um im Anschluss antisemitische Auflaeufe queer durch Europa zu Friedensdemos verklaert zu sehen. Israel ist Ziel iranischer Vernichtungsphantasien und gilt gleichzeitig als Gefahr fuer den Weltfrieden.

Queer durch Europa zieht sich Israel nicht nur freundschaftlich gemeinte Kritik auf sich, sondern muss sich auch mit einer neuen Qualitaet des Antisemitismus abfinden, bei dem islamische Gruppierungen in weiten Teilen europaeischer Gesellschaften Verbuendete findet, die ihn zugleich stuetzen und abstreiten. Fuer vorgebliche Friedensfreunde in Europa hat diese Allianz den Vorteil, dass sie das Unaussprechbare nicht selbst aeussern muessen, sondern mit Verstaendnis fuer krasse Aussagenvon Islamisten operieren koennen.

Wobei der Schriftsteller Gaader andererseits 2006 in einer antisemitischen Polemik unumwunden die Delegitimation Israels gefordert hat und damit schon einen ganzen Schritt weiter gegangen ist.

Israelis fliegen sehr gerne nach Europa und die Tageszeitungen sind entsprechend tagtaeglich voll mit Angeboten fuer Kurzurlaube. Dabei sind sich die Israelis durchaus bewusst, dass Europa ein nicht ungefaehrliches Pflaster ist. Dass der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist, wird hier sehr wohl regisitriert. 

In Malmoe stachelt der Stadtrat israelfeindliche Proteste an und daemonisiert israelische Sportler. In Duisburg macht sich die Polizei zum Freund und Helfereines antisemitischen Mobs. Die Briten sind zur Aussoehnung mit Hizbollah und Hamas genauso bereit, wie fuer die spezielle Kennzeichnung israelischer Produke aus Judaea und Samaria.  Queer durch Europa werden Israelfahnen auf Plakaten mit Hakenkreuzen versehen.

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