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Als heute morgen um 10 die Sirenen im ganzen Land aufheulten, sind Millionen still gestanden im Gedenken an Millionen planvoll ermordeter Juden. In Ohnmacht vor dem antisemitischen Wahn, dem so unendlich viele Menschen in den deutschen Konzentrationslagern zum Opfer gefallen sind.

In den deutschen Medien wird derweil Fuer und Wider des Fernbleibens Deutschlands von der Antirassismuskonferenz der UN eroertert. Vielfach erhebt sich die Ansicht, wonach es aufrichtiger gewesen waere, dem iranischen Praesidenten dort argumentativ zu begegnen, statt seinen Auftritt zum Anlass zu nehmen, sich dem Boykott vieler anderer Staaten anzuschliesen.

Vergessen wird dabei, dass Antisemitismus ist kein Vorurteil ist und Antisemiten nicht durch Widerspruch von ihrem Wahn abzubringen sind .

In der Kritik an Israel, wie sie von Achmadineschad ernet bemueht wurde, offenbart sich das antisemitische Ressentiment. Je genauer der Blick auf die Vorgaenge der UN-Konferenz gegen Rassismus gerichtet wird, desto gruseliger erscheint die ganze Veranstaltung.
Der iranische Praesident hat noch einmal aller Welt erlaeutert, dass er im Holocaust nichts als einen falschen Vorwand fuer den Staat Israel sieht. Die Konferenz bietet ihm ein Forum fuer die Delegitimation des juedischen Staates.

Kaum ist ein Tag seit seinen Tiraden vergangen und schon wird sich angeschickt, den iranischen Praesidenten auf ein Neues zu dechiffrieren und umzudeuten, da antisemitischer Wahn und seine eliminatorische Gesinnung eine positve Bezugnahme in Europa verbieten. Dabei wird dem Mann unrecht getan. Er bemueht sich nach Kraeften beim Wort genommen zu werden. Er verleugnet den Holocaust um Israel die Legitimation zu entziehen.

Obwohl Israel weder einen Fluechtlings- noch einen Grenzkonflikt noch sonst einen Interessenkonflikt mit dem Iran hat, wird diese Delegitimation immer und immer wieder ins Feld gefuehrt. Z.B. beim Holocaust-Karrikaturenwettbewerb.

Wer den antisemitischen Wahn in der Diskusion herausfordert, laeuft Gefahr, sich mit Berichtigungen begnuegen zu muessen, die die “Schwere dessen, wogegen anzugehen ist, kaum in Bewegung setzen wuerden”, wie Adorno in “Aufarbeitung der Vergangenheit” formuliert hat.

In seinem antisemitischen Wahn befangen, sieht der iranische Praesident in Israel nichts als die dunklen Machenschaften einer zionistischen Verschwoerung, von der Gefahr ausgeht. Israels Existenz gilt ihm als Bedrohung mit der verfahren werden muss. Dieser Wahn treibt ihn zu der Foerderung den juedischen Staat von der Landkarte zu tilgen.

Die Gefahr, die der iranische Praesident dabei wittert ist die Gefahr der Moderne, mit der sich der erzkonservative Islam nicht vermitteln kann. Israel ist hier in antisemitischer Manier eine Projektionsflaeche.

In der Ablehnung der Moderne liegt wohl der Anschluss fuer seine europaeischen Anhaenger. In den antisemitischen Tiraden findet der staendige Betrug um das versprochene Glueck einen Schuldigen. Nicht zufaellig wird Israel in Europa als Gefahr fuer den Weltfrieden wahrgenommen.

Im Gegensatz zum gewoehnlichen Vorurteil kann dem antisemitischen Ressentiment nicht argumentativ begegnet werden. Wenn Antisemiten reden, dann stellen sie das Gesagte nicht zur Ueberpruefung. Unmoeglich wird die Auseinandersetzung mit ihnen, wenn die Anklage gegen Israel so sehr in ein Wahnsystem verstrickt ist, dass jedes Widerwort an ihr abprallt, bzw. noch als Beweis fuer die Reichweite des zionistischen Einflusses geltend gemacht wird.

Der iranische Praesident zeigt keinerlei Faehigkeit seine “Ansichten” auf die Realitaet zu reflektieren. Er redet um Wirkung zu erziehlen. Seine “Wahrheit” steht fuer ihn bereits fest.

Vergebliche Liebesmueh, den Thesen mit Antithesen kommen zu wollen, wo es gar keine Thesen sind.

Die Konferenz bietet bietet eine denkbar unguenstige Sprechsituation fuer vernuenftige Kraefte. Der iranische Praesident schneidet einer Sprechsituation, in der es zu kommunikativer Verstaendigung kommen koennte, das Waser ab. Aus der Notwendigkeit heraus, dass sein Wahn keiner vernuenftigen Pruefung stand halten koennte.

Die ganze Konferenz ist Buehne fuer Antisemitismus im Gewand der Kritik an Israel.
Dem Ressentiment freien Lauf gelassen.

Das Wahnsystem des iranischen Praesidenten kann nicht gebrochen werden, da die herbeihalluzinierte zionistische Verschwoerung, die es zu tilgen gilt, ihm den Vorwand bietet, sich nicht mit der Moderne arrangieren zu muessen.

Dem eliminatorischen Wahn, wonach Israel von der Landkarte getilgt werden muesse, um dann endlich eine bessere “Welt ohne Zionismus” zu haben, eine Buehne zu bieten ist eine moralische Bankrotterklaerung fuer die UN und teilnehmende europaeische Staaten tun sich keinen Gefallen damit, sich dort einspannen zu lassen.

Die Ueberlebenden der Shoa haben in Israel eine Zufluchtstaette gefunden. Ein juedischer Staat, der es nicht gestattet, die Juden noch einmal zur Schlachtank zu fuehren.

Eine Heimstaette, die ihnen gerade heute von einer UN-Versammlung madig gemacht, wo nicht gar abgesprochen wird.

Gerade der heutige Gedenktag an die Opfer der Shoa mahnt an, die eliminatorischen Absichten von Antisemiten ernst zu nehmen.

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