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Aparte Anschuldigung

Ich muss zugeben, dass mir Felicia Langer kein Begriff war, bevor sie das Bundestverdienstkreuz bekommen hat. Ich kann mir die Namen der zahllosen Israel-KritikerInnen schon gar nicht mehr merken. Zumal sie, egal wie sie heissen, ohnehin immer nur den gleichen Brei aufwaermen. Zum Anlass der besonderen Auszeichnung einer dieser Israel-KritikerInnen und damit der Wuerdigung ihrer Tiraden gegen den juedischen Staat von Seiten des deutschen Staates, kribbelt es mich aber in den Fingern, ein paar Binneneindruecke aus dem viel gescholtenen ”Apartheid-Staat” zum Besten zu geben.

Der Vorwurf wird auch ohne die Meriten, mit denen er nun geschmueckt ist seit dem Amtsantritt Netanjahus immer neu aufgekocht. Keine Leser-Diskussion, die an einen Nahost-Artikel anknuepft, kommt ohne den Hinweis auf die israelische Apartheidspolitik aus. Und die UN reitet ohnehin ohne Unterlass auf diesem Vorwurf herum.

Im Hebraeisch-Kurs sitze ich mit eingewanderten Juden aus Frankreich, den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, der Tuerkei, Venezuela, usw.

Im Krankenhaus, und das ist in gewisser Weise dann doch signifikant, sind die Schwestern und Pfleger und PfelegehelferInnen bei mir auf Station aus den verschiedensten Ecken der Welt nach Israel eingewandert. Marokko, Usbekistan, Tadschikistan, Russland, Rumaenien, Aethiopien, Tuerkei, Irak. Dazu kommen die hier geborenen Juden, deren Vorfahren zum groessten Teil aus arabischen Laendern nach Israel ausgewandert/geflohen sind. Aus dem Jemen und Irak z.B. Dann haben wir auf Station zwei israeische Araber muslimischen Glaubens. Ferner sind die beiden uns zugeteilten Physiotherapisten Araber – eine Muslimin und ein Christ. Die Aerztin unserer Station ist eine aus Russland stammende Juedin.
Unsere juedischen Patienen sind u.a. aus Georgien, Russland, Rumaenien, Iran, Aethiopien. Zwei Patienten sind israelische Araber, zwei weitere Beduinen. Waehrend die Belegschaft Hand in Hand arbeitet, wird allen Patienten  die gleiche Zuwendung zuteil. Juden und Nicht-Juden teilen sich Zimmer auf unserer Station, wie im ganzen Krankenhaus, wie in jedem Krankenhaus in Israel.

In meiner Strasse in Yafo wechseln sich juedische und arabische Geschaefte ab. Ich kann zwischen einem juedischen und einem arabischen Super waehlen. Gleiches gilt fuer die Kioske, die Baeckereien und die Gemuesehaendler. Das arabische Wasserpfeifencafe befindet sich direkt neben einer koscheren Espressobar. Am Strand gleiche Geschichte. Dort hoert man zudem mehrmals am Tag den Muezzin plaerren.

Im unserem Moshav im Norden spielen einmal im Monat die Moshavniks gegen die Beduinen einen nahegelegenen Dorfes Fussball.

Einer meiner arabischen Freunde studiert in Ma’ale Adumim

Wenn das ein Apartheid-Staat ist, dann ist es ein ganz besonderer Apartheid-Staat.

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