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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Kapitalismus</title>
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		<title>Bank Of Scotland</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/04/07/bank-of-scotland/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 10:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[G 20]]></category>

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		<description><![CDATA[Tausende Demonstranten fordern vom G-20-Gipfel: &#8220;Bestraft die Plünderer&#8221;
[...]
Bei Demonstrationen gegen Kapitalismus, Umweltzerstoerung und Kriege wurde anscheinend nicht nur &#8220;Haltet den Dieb&#8221; gefordert, sondern auch ein &#8220;sauberer Kapitalismus&#8221;. Konsequent wurde dann eine Filiale der Bank of Scotland gestuermt und verwuestet.
Dem ungeliebten unsauberen Kapitalismus wurde ordentlich eins ausgewischt. Den gierigen Baenkern wurde ihre Filiale zerstoert. Ein starkes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="postlink" href="http://www.zeit.de/online/2009/14/g20-proteste">Tausende Demonstranten fordern vom G-20-Gipfel: &#8220;Bestraft die Plünderer&#8221;</a><br />
[...]<br />
Bei Demonstrationen gegen Kapitalismus, Umweltzerstoerung und Kriege wurde anscheinend nicht nur &#8220;Haltet den Dieb&#8221; gefordert, sondern auch ein &#8220;sauberer Kapitalismus&#8221;. Konsequent wurde dann eine Filiale der Bank of Scotland gestuermt und verwuestet.</p>
<p>Dem ungeliebten unsauberen Kapitalismus wurde ordentlich eins ausgewischt. Den gierigen Baenkern wurde ihre Filiale zerstoert. Ein starkes Signal.</p>
<p>Nachdem die Bank so viele Verluste geschrieben hat, dass sie von der britischen Regierung mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet werden musste, hat sie nun die Wut der Geprellten zu spueren bekommen.</p>
<p>Eine Ouvertuere, der wohl noch zahlreiche weitere Ausschreitungen gegen die raffenden Kapitalisten und ihren dreckigen Kapitalismus folgen wird. Ich habe die explodierenden Banken in der Schlusssequenz von FIGHT CLUB vor Augen.</p>
<p>Suennerklaas kommt es fast wie am Vorabend des Sturms auf die Bastille vor. [Kommentar Nr.2] &#8220;Die Eliten tagen hinter verschlossenen Türen, die Betrogenen, Bestohlenen und Belogenen sind auf der Straße&#8221;.<br />
Die Strasse, die einst den Feudalismus zur Strecke gebracht hat, macht sich auf, auch dem Kapitalismus ein Ende zu setzen.<br />
Dazu geht man den Kapitalisten, die &#8211; nach dem Verstaendnis der Gipfelgegener -in ihrer Summen den Kapitalismus ergeben, an den Kragen.<br />
&#8220;so kann´s doch nicht weitergehen. verdammt nochmal. irgendwas muß passieren. sie lachen uns aus, jeden tag.&#8221; [Kommentar Nr. 18 von palazzo]</p>
<p>Der stumme Zwang kapitalistischer Verhaeltnisse, der sich hinter dem Ruecken der Teilnehmer konstituiert und durch sie hindurch vollzieht ist bei der Personifizierung und Konkretisierung erst mal aussen vor. Den Prostestierenden sind es vielmehr die Akteuere der Finanzwirtschaft und ihre Verbuendeten aus der Politik, die Verhaeltnisse schaffen um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen.</p>
<p>&#8220;Wie stellen sie sich denn vor, wie es weitergehen soll? Sollen die Politiker uns weiterhin von früh bis abend vera&#8230; dürfen?&#8221; [Kommentar Nr. 29 von Maharadscha] &#8220;Wie lange, glauben Sie, wird das noch gut gehen, dass sich die Bürger von den Politikern vorführen lassen?&#8221; [ Nr. 30 von AnaisAnais] &#8221; Die sog. &#8220;Eliten&#8221; betreiben Systemkosmetik auf Kosten der Mehrheit und wollen die Pfründe für sich und ihre Komplizen um jeden Preis erhalten. Diese kriminell durchseuchte Klasse wird alle verfügbaren Mittel einsetzen.&#8221; [Nr. 37 von HBogon]</p>
<p> </p>
<p>Ironie beiseite. Wenn in einer Filiale der Bank of Scotland randaliert wird, drueckt sich darin nicht der Wunsch nach einer radikalen Veraenderung kapitalistischer Verhaeltnisse aus.</p>
<p>Wenn verlangt wird, dass niemand zu sehr und erst recht nicht auf Kosten anderer profitiert, dann muss sich dies auf die Totalitaet kapitalistischer Verhaeltnisse beziehen. Wird es denen abverlangt die von der kapitalistischer Vergesellschaftung Beguenstigt sind, dann ist es ein Ruf nach einer Gerechtigkeit, die nicht erkennt, dass die VErgesellschaftung nicht von den Beguenstigten orchestriert wird, sondern sich hinter dem Ruecken aller Beteiligten vollzieht.</p>
<p>Selbst wenn der scheidende Boss der Bank of Scotland sein gesammtes privates Vermoegen Attac spendet und es ihm alle verbliebenen MitarbeiterInnen der Bank nachmachen, wird dies nichts daran aendern, dass in dieser Welt alles NOTWENDIGER WEISE dem Profitstreben untergeordnet ist und daher Ausbeutung und Ausgebeutete ZWANGLAEUFIG hervorbringt.</p>
<p>Das ist der Kapitalismus und wer ihn nicht mag muss ohne Wenn und Aber auf seine Abschaffung ziehlen. Wer es aber dabei belaesst einzelne Unternehmen und Akteure zu traktieren, der traegt seinen Teil zur Affirmation des Ganzen bei. Und damit auch zu den Miseren, die die Totalitaet kapitalistscher Verhaeltnisse aufgrund ihrer Eigendynamik immer wieder hervorbringt.</p>
<p> </p>
<p>Wer die Fenster der Filiale der Bank of Scotland einschlaegt, traegt nicht zur Abschaffung des Kapitalismus bei, sondern stuetzt ihn. Einem idealistischen Wahn folgend, findet bzw. erfindet er Adressaten, denen die falsche Gesellschaftsordnung angelastet wird. Der einfachen Gleichung folgend, dass diejenigen, die mit viel Geld jonglieren den meisten Dreck am Stecken haben muessen.</p>
<p>Es ist die Vorstellung, dass jemand an den Schalthebeln sitzt, die den Blick auf Verhaeltnisse versperrt, in denen niemand an irgendwelchen Schalthebeln zu sitzten braucht, da sich das System in allem, was alle staendig tun, reproduziert. Wenn ich morgens die Filiale der Bank of Scotland demoliere und am Nachmittag als freischaffender Grafiker einen Kostenvoranschlag mache und dann abends im Bioladen einkaufe und dann ein Hardcorekonzert besuche, dann sitze ich selbst an einem der unendlich vielen Schalthebel, mit denen ich unerfindlich viele Male in meinem Leben dem Kapitalismus zustimme. Statt zum Gipfelprotest nach London zu fahren kann ich mir auch daheim die Fresse polieren um zumindest einem Handlanger des Kapitalismus meine Wut zu demonstrieren. Oder sollte ich mir zu Gute halten, dass ich es nicht in eine Position geschafft habe, die meinen Beitrag zum bestehenden Ganzen besser praemiert?</p>
<p>&#8220;Es gibt Menschen an den Schalthebeln, die verstehen keine andere Sprache.&#8221; [Kommentar Nr. 51 von Auf ein Wort]</p>
<p>Neben den Schalthebel ist die Umverteilung von unten nach oben ein weiteres Bild, dass sich das zuernende Volk macht, um ein Phaenomen zu verstehen, dessen tieferen Ursachen sie nicht auf die Spur kommen. Waehrend die einen immer weniger haben, haben andere vermeintlich immer mehr. Stimmt zwar nicht, aber lasen wir es gelten fuer die Unzufriedenheit damit, dass die Einen mehr und die Anderen weniger haben. Der Zwang zur Akkumulation ist dem Kapitalismus eingeschrieben. Die Konkurrenz auf dem Markt verbietet es Expansionsbestrebungen ploetzlich auszusetzten und sich quasi mit einem Nullwachstum zufrieden zu geben. Wer anfaengt Gewinne &#8220;nach unten&#8221; zu verteilen statt die Rendite zu steigern, der ist nicht lange im Spiel. Kapital ist zur rentablen Verwertung gezwungen. Die Akteure, die sich auf dem Markt gegen ihre Konkurrenz durchsetzten, sind diejenigen, die Profite erwirtschaften.</p>
<p>Jedenfalls gibt es keine Instanz, die Geld &#8220;von unten nach oben&#8221; umverteilt. In Krisenzeiten, in der Banken mit Steuergeldern gerettet werden, interveniert die Politik in das Geschehen auf dem freien Markt. Zur Dynamik des Kapitalismus gehoert ein selbstzerstoererisches Element, dass im Zwang zur Akkumulation angelegt ist. Mit dem Auskauf der Banken sorgen die Buerger ueber die Politik fuer ein reset des kapitalistischen Wirtschaftens. Auch wenn sie protestieren, was das Zeug haelt, verhindern sie ein Scheitern des Systems an sich selbst. Sie zahlen nicht fuer deren Krise, sondern murrend fuer ihre Eigene. Das vollzieht sich ueber ihre Zustimmung zum Staat, der das besorgt. Der Staat ist die Spahaere der kapitalistisch organisierten Produktion, in der sich auch die Aneignung der Mehrarbeit vollzieht. Er ist, wie der Markt, Teil der kapitalistischen Totalitaet. Er kann nicht anders als die Bedingungen der kapitalistisch organisierten Produktion zu garantieren. Seine Souveraenitaet ist in dieser Hinsicht Teil des falschen Scheins, dem die Protestierer aufliegen. Wer Staaten und deren Gewaltmonpol akzeptiert muss auch schlucken, das diese um jeden Preis die Rahmenbedingungen kapitalistischer Produktion stuetzen.</p>
<p>Der Finanzkrise stand die Vergabe von Krediten vor, die zum Teil nicht beglichen wurden und wohl nie beglichen werden. Trotzdem sind die Staaten nun gezwngen ueber den Auskauf von Banken die zum Erliegen gekommene Kreditvergabe von Neuem loszutreten.</p>
<p> </p>
<p>Wer den Kapitalismus nicht radikal abschaffen will, braucht auch keine Banken zu rocken.</p>
<p> </p>
<p>Das System, dass nicht funktioniert, wird immer wieder auf ein Neues vor dem Scheitern bewahrt. Damit wird auch der Betrug am Glueck der Menschen verlaengert, die dem Geschehen scheinbar notwendig ohnmaechtig gegenueberstehen und nicht anders koennen als die Faeuste gegen diejenigen zu ballen, die von den so undurchschaubaren Verhaeltnissen beguenstigt sind.</p>
<p> </p>
<p>Betrug, weil die technischen Moeglichkeiten mit geringen Aufwand eine luxurioese Versorgung aller Menschen zu erreichen, gegeben sind .</p>
<p> </p>
<p>Trotz Krise funktioniert alles weiterhin nach den Prinzipien der Profitmaximierung. Einschliesslich der profitablen Vernutzung der Menschen. In keinerlei Hinsicht wurde der Kapitalismus, der unter Druck geraten ist, geschaedigt. Alle gesellschaftlichen Anstengungen laufen darauf hinaus, ihm die Wege zu bahnen, dass es auch so bleibt. Ich zaehle das Randalieren gegen die Filiale der Royal Bank of Scotland als Ausdruck einer konformistischen Revolte durchaus dazu.</p>
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		<title>Zum allgemeinen Wohle</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/02/27/zum-allgemeinen-wohle/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 20:58:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[heuschrecken]]></category>

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		<description><![CDATA[
Zwischen lokalen Handwerksbetrieben einerseits und Grosskonzernen und Unternehmen der Finanzbranche andererseits wird im Land der Ideen gerne unterschieden. Die idealistisch veranlagte Andrea Nahles bringt diese ressentimentgeladene Einschaetzung auf den Punkt, wenn sie verlautbaren laesst, dass “Kapitalist” durchaus als Schimpfwort taugt, da der Kapitalist jemand ist, “der die gesellschaftlichen Interessen hinter seine eigenen Profitinteressen stellt.” Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><span style="font-family: Courier New;"></span></div>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Zwischen lokalen Handwerksbetrieben einerseits und Grosskonzernen und Unternehmen der Finanzbranche andererseits wird im <a href="http://www.land-der-ideen.de/">Land der Ideen</a> gerne unterschieden. Die idealistisch veranlagte Andrea Nahles bringt diese <a href="http://www.welt.de/wams_print/article1007778/Kapitalist_ist_ein_Schimpfwort.html">ressentimentgeladene Einschaetzung</a> auf den Punkt, wenn sie verlautbaren laesst, dass “Kapitalist” durchaus als Schimpfwort taugt, da der Kapitalist jemand ist, “der die gesellschaftlichen Interessen hinter seine eigenen Profitinteressen stellt.” Im “Gegensatz” dazu sieht sie Unternehmer als “positive Akteure in unserer Gesellschaft. Sie beuten nicht aus, sondern ermöglichen Wertschöpfung und Arbeitskräfte.”</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die Kritik geht nicht nur an der Totalität der Verhältnisse kapitalistischer Vergesellschaftung vorbei. Das moralisches Urteil, dass ueber den Vorrang des Profitinteresses gefaellt wird, dient hier der Entlastung des Kapitalismus, dessen destruktive Potentiale sich nach dieser Lesart nicht aufgrund seiner Eigendynamik, sondern aufgrund persoenlichen Fehlverhaltens entfalten.<br />
Dabei wird natuerlich auch verschleiert, dass im Kapitalismus Unternehmer als Inhaber eines Unternehmens der gleichen Totalitaet kapitalistischer Verhaeltnisse unterliegen, wie die von Nahles angeprangerten Kapitalisten. Wer Kapital investiert, ist an der Verwertung des eingesetzten Kapitals interessiert.<br />
Imdem Nahles Unternehmern unterstellt, dass diese nicht ausbeuten, behandelt sie Ausbeutung als moralischen und nicht als oekonomiekritischen Begriff, als der er gelten muss, um ein Grundverstaendnis kapitalistischer Vergesellschaftung zu </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">erlangen</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">.<br />
Tatsaechlich sind Ausbeutung und Expansion Grundfunktionen des Kapitalismus.<br />
Sie sind immanenter Bestandteil des kapitlistischen Produktionsprozesses. Kritik, die zwischen schlechten Kapitalisten und guten Unternehmern unterscheidet, schliesst von unterschiedlichen Formen der Kapitalverwertung auf einen Kapitalismus, der in produktiv und spekulativ zerlegt wird.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die gegen den spekulativen Kapitalismus gerichtete Kritik stuetzt den Kapitalismus an sich. Die Krisen, die in seiner selbstzerstoererischen Dynamik vorprogrammiert sind, werden auf das Fehlverhalten einzelner Akteuere im Kapitalismus geschoben. Man denke auch an den Heuschrecken-Vorwurf von Franz Muentefering und dessen zahlreiche Adaptionen. Z.B. die der <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/view_4764.htm">IG Metall</a>. Die Kritik am Profitinteresse, dass ueber dem Allgemeinwohl steht, faellt ein moralisches Urteil ueber einen systemimmanenten Zwang im Kapitalismus. Es “vergisst”, dass mittelstaendische Handwerksbetriebe wie Grosskonzerne und Investmentbanken sich dem Zwang zur Profitmaximierung nicht entziehen koennen. Wer im kapitalistischen Wettbewerb bestehen will, muss ausbeuten, profitieren, akkumulieren, investieren, expandieren. Fuer den idealistischen Wahn, das Allgemeinwohl vor das Profitinteresse zu stellen, sieht der Kapitalismus keine Ausstiegsklausel vor.<br />
Das Allgemeinwohl muss durch das Profitstreben der Akteure vermittelt werden. Durch ihre auf Profit zielenden Ausbeutung der Arbeitskraft, die Arbeitsplaetze schafft.<br />
Die Aneignung der Mehrarbeit und die dadurch moegliche Abschoepfung des Mehrwerts, ueber den sich Profite realisieren, sind oekomiekritisch begriffen Ausbeutung. Wo Ausbeutung auszubleiben droht, geraet das Allgemeinwohl unter Druck.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> <br />
Wenn ein Unternehmen nicht einem Unternehmer sondern z.B. als AG mehreren Anteilseignern gehoert, wird es von Managern gefuehrt, deren Auftrag es ist den Laden rentabel zu halten. Die Unternehmensleitung ist dem Profitinteresse der Kapitalgeber verpflichtet. Wenn die Herstellung langweiliger Automobile in Ruesselsheim oder </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Bochum</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> keinen Gewinn abwirft, macht das ganze Unternehmen im Kapitalismus keinen Sinn. Auch wenn <a href="http://www.derpartisan.com/2009/02/16/die-qual-der-wahl-pt2/">Bochum mal wieder die Zeche zahlt.</a> Gewinnstreben ist im Kapitalismus kein moralisches Versagen, sondern eine Notwendigkeit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> <br />
Wir haben uns daran gewoehnt, dass durch Verwertung des Kapitals dem Allgemeinwohl nachgeholfen wird. Dabei ist nicht hinreichend reflektiert, dass dies nicht am Unternehmer liegt, der “Wertschoepfung und Arbeitsplaetze” ermoeglicht, sondern an der Wertschoepfung, die durch die Ausbeutung der Arbeitskraft moeglich wird. Weil die Ausbeutung der Arbeitskraft eben Arbeitsplaetze schafft.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wer dies halbwes versteht hat sich einer grundfalschen Kapitalismuskritik deshalb noch lange nicht entzogen. Abgesehen von dem Theater um die Produktionsstaetten in Bochum, gibt es die weitreichendere Kritik, wonach die produktive Wertschoepfung im Kapitalismus sich insgesamt im Wuergegriff der Finanzmaerkte befindet.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die Realwirtschaft gilt dabei als Opfer der Geldmacherei in der Welt der Finanzjongleure. V.a. in der <a href="http://www.amazon.de/Raubtierkapitalismus-Superspekulanten-Finanzjongleure-Firmenj%C3%A4ger-Weltfinanzkrise/dp/3771643554">Anglo-Amerikanischen Welt der Finanzjongleure</a>.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die Unterscheidung zwischen Finanz- und Realwirtschaft unterschlaegt die gemeinsame Zugehoerigkeit zur Totalitaet kapitalistischer Verhaeltnisse. Kapitalanleger und Kapitalgeber sind notwendiger Teil des oekonomischen Systems. Auf den Finanzmaerkten wird das Kapital gehandelt. Die Verhaeltnisse sind etwas komplizierter geworden, als dass die Idee, eine Bank haette alle Spareinlagen in einem Safe, aus dem sie Kredite vergibt, noch zu irgendetws taugen wuerde.<br />
Wer den geldgierigen Kapitalisten nun in der komplizierten Finanzwelt sucht, um ihn in Zeiten der Krise zur Verantwortung zu ziehen, vergisst, dass das Kapital, mit dem auf den Finanzmaerkten gehandelt wird, von den Anlegern kommt, die sich – natuerlich &#8211; vom Profitinteresse leiten lassen. Ein Hedge-Fonds-Manager oder Investment-Baenker hantiert bei seinen Investitionen ja nicht mit seinem eigenen Kapital. Er hat den Kapitalanlegern Rendite versprochen. Die darueber hinausgehende Verpflichtung zum Allgemeinwohl ist dazukonstruiert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> <br />
Ausgehend von einer grundfalschen Vorstellung von einem Kapitalismus, der dem Allgemeinwohl direkt verpflichtet ist, werden in Krisenzeiten Suendenboecke produziert, die gegen diese Verpflichtung verstossen. Die falschen Verhaeltnisse werden ideologisch gestuetzt.<br />
So lange etwa in reformistischer Hinsicht gefordert wird ,<a href="http://www.casino-schliessen.de/">das Casino zu schliessen</a>, draengt sich der Verdacht auf, dass der Kapitalismus hier weniger seiner selbstzerstoererischen Dynamik erliegt, als dass er vielmehr von “Finanzjongleuren” und anderen maechtigen Gestalten aus der zwielichten Finanzwelt fehlgeleitet wurde. Kapitalismus als totales gesellschaftliches Verhältnis wird hinter dem Angriff auf den Casino-Kapitalismus verborgen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Abgesehen von der begrifflichen Schieflage, mit der Kapitalismus”kritiker” wie Muente, Nahles und Attac hantieren, ist es die implizierte Unterscheidung zwischen schaffendem und raffendem Kapital, die sich als brandgefaehrlich herausstellt und an dessen Ende die schrecklichste aller Ideologien lauert. Es ist die Personalisierung kapitalistischer Vergesellschaftung, die den modernen Antisemitismus kennzeichnet.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"> <br />
Die mittels amerikanischer Aufbauhilfen demokratisierte deutsche Nachkriegsgesellschaft ist hier besonders anfaellig.<br />
Das es nun schon viele Nachkriegsjahre lang gelingt, das deutsche Wesen unter dem Schleier der Laeuterung zu verbergen &#8211; in den letzten Jahren sogar unter dem Anstrich der bunten Republik – soll nicht ueber die schwierige Herausforderung hinwegtaeuschen, die mit der aufziehenden Wirtschaftskrise ins Haus steht.<br />
Die Suche nach Schuldigen ist bereits im vollen Gange. Dabei hat die Krise noch nicht einmal voll auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Die Ressentiments, die dem falschen Verstaendnis gesellschaftlicher Zusammenhaenge unterstehen, sind noch nicht so stark emotionalisiert, wie dies der Fall sein wird, wenn Hundert Tausende ihre Freistellung verarbeiten muessen.<br />
Heuschrecken-Vorwurf, Nokia-Boykott, Fremdarbeiterparanoia, Ackermann-Schelte, Antiamerikanismus und Verschwoerungstheorien waren schon vor dem Absturz der Finanzmaerkte da. Was also, wenn die Krise demnaechst fuehlbar wird?<br />
Wie lange laesst sich der Vorbehalt gegen Baenker, “Bonzen”, “Kapitalisten”, “Fremdarbeiter” usw. zur Entlastung des kapitalistischen Systems anfeuern, ohne das Gemuet des einfachen Buergers zu ueberhitzen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"><br />
Moralische Verfehlungen anzufuehren, um die derzeitige Situation zu erklaeren, ohne den Kapitalismus in Frage zu stellen, treffen auf den ohnehin labilen Sozialcharakter des deutschen Volkes. Wo sich Ohnmachtsgefuehle und Abstiegsaengste verdichten, steigert sich die Straflust.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-family: &quot;Courier New&quot;;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
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		<title>Wirtschaftskrimi</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/02/22/vom-platzen-von-blasen/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 11:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrimi]]></category>

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Wenn die Krise der Finazmaerkte als Wirtschaftskrimi verkauft wird, halten wir uns mit der Suche nach vermeintlich Schuldigen auf, statt die Dynamik des kapitalitischen Wirtschaftens zu beleuchten. Wir stimmen zur Hexenjagd auf geldgeile Baenker und Bonzen jeder Art an und fordern den Mensch ueber den Profit zu stellen. Unsere Rachsucht beruht auf einem idealistischen Wahn, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="postbody">
<div class="postbody"></div>
<p><span style="font-size: 8.5pt; font-family: Verdana; mso-ansi-language: EN-US; mso-fareast-language: EN-US; mso-bidi-language: HE;"></p>
<div class="postbody">
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wenn die Krise der Finazmaerkte als <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,590556,00.html"><span style="color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;">Wirtschaftskrimi</span></a> verkauft wird, halten wir uns mit der Suche nach vermeintlich Schuldigen auf, statt die Dynamik des kapitalitischen Wirtschaftens zu beleuchten. Wir stimmen zur Hexenjagd auf geldgeile Baenker und Bonzen jeder Art an und fordern den <a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E5941EEAF922845DB9627BADE06075AEC~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><span style="color: windowtext; text-decoration: none; text-underline: none;">Mensch ueber den Profit</span></a> zu stellen. Unsere Rachsucht beruht auf einem idealistischen Wahn, der von einem grundfalschen Verstaendnis des kapitalistischen Wirtschaftens zeugt. Ein Wahn, der in der Krise sprichwoertlich gewaltsam hervorbricht.</p>
<p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die derzeitige Krise gilt uns nicht als Krise des kapitalistischen Systems, das seine Akteure zur Akkumulation und ununterbrochenen Expansion zwingt, sondern als Folge moralischer Verfehlungen. Keine systemimmanent bedingte Krise, sondern eine, die lokalisierbare Schuldige hat, die uns den Scherbenhaufen, vor dem wir heute stehen, beschert haben. Der Vorwurf, wonach das Sysytem von gierigen Spekulaten aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, beruht auf der Ueberzeugung wonach der Kapitalismus funktioniert, wenn er nur sauber angewendet wird. Der darin enthaltene weitrechende Widerspruch zieht sich als selbstverstaendliche Annahme durch alle Analysen der meinungsbildenden Instanzen. Je mehr das kapitalistische Wirtschaften unter Druck geraet, desto offensiver wird das vermeindliche Fehlverhalten profitsuechtiger Branchen und gewissenloser Akteure verteufelt. Waehrend das Volk danach duerstet Gericht zu halten, stuetzt es den Kapitalismus an sich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Als ob Profitstreben nicht im eigentlichen Sinne Kapitalismus sondern verantwortungsloser Spielcasino-Kapitalismus waere.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wenn ein Markt fuer Bio-Produkte entsteht, wird in biologischen Anbau investiert. Wenn Handys zu Statussymbolen werden, entstehen Staetten fuer deren Entwicklung, Produktion, Vertrieb, usw. Wenn Profit ueber die Aneignung von Mehrarbeit realisiert werden kann, entstehen Arbeitsplaetze. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wenn der Handel mit Hypothekenzins Gewinn verspricht, entsteht eine Immobilienblase. </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Kapital sucht sich Rendite und stoesst auf relativ attraktiven Hypothekenzins. Hypotheken werden aufgekauft, gebuendelt und verkauft. Der gebuendelte und aufgekaufte Geldstrom wird in hypothekengesicherte Wertpapiere zerhackt und verkauft.<br />
Die Hypothekenaufkaeufe sind notwendigerweise kreditgestuetzt. Eine Spekulationsblase, die sich immer weiter blaeht, da dass lukratives Geschaeft sich immer groesserer Nachfrage erfreut und immer mehr Wettbewerb erzeugt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Die moeglichst profitabele Buendelung und Aufstueckelung der Hypothekenforderungen wird zur Herausforderung fuer Physiker und andere schlaue Menschen, die im Auftrag der Investmentbranche an “Finanzinstrumenten” tuefteln.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Das expandierende Geschaeft ist auf einen ununterbrochenen Nachschub an Hypotheken angewiesen. Immer mehr Haeuser werden verkauft und immer mehr Kredite aufs traute Eigenheim abgeschlossen. Mit der Folge steigender Immobilenpreise.<br />
Wo Haeuser im Wert steigen, ist es moeglich ein Haus zu kaufen und sich in Anlehnung an die Wertsteigerung immer mehr Kredite auf das Haus geben zu lassen. A.a. um Hypotheken abzubezahlen. Auch die Aussicht ein erstandenes Haus jeder Zeit teurer verkaufen zu koennen, draengt Kunden auf den Immobilienmarkt, die dort aufgrund ihrer finanziellen Situation eigentlich gar nichts zu suchen haben.<br />
Ein scheinbar endloser Nachschub an Hypotheken befluegelt die Verwertungskette.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Doch dann stagnieren und fallen die Immobilienpreise und bleiben Rueckzahlungen aus und der Handel mit den Papieren, die aus den Forderungen gestrickt wurden, platzt. Die Kredite, die den Handel aufgeblaeht haben, koennen nicht zurueckgezahlt werden, da die Haendler ploetzlich ihre Papiere nicht mehr loswerden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Und eine schockierte Weltoeffentlichkeit fragt sich, was denn alle Beteiligten geritten hat.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Offensichtlich war die Dynamik, die das Geschaeft erzeugt hat staerker, als die grundlegenden Einsichten, die heute ueberall onkelhaft ausgebreitet werden um denn Irrsinn nachtraeglich zu verteufeln.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Nennen wir das Problem einmal Kapitalismus, statt nach der Moral von der Geschicht zu fahnden und uns an der immensen Hexenjagd zu beteiligen, die gerade im Gang ist.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Es ist eine Frage moralischer Standards, zu bestimmen, wer wann falsch gehandelt hat. Es ist eine andere Frage, wer wann gegen die Spielregeln des Kapitalismus verstossen hat.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Der Glaube an unbegrenztes Wachstum laesst sich schlecht haftbar machen. Er ist die zum Kapitalismus gehoerige Ideologie, um deren Restaurierung sich gerade alle Bemuehungen drehen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">In Antizipation der Annahme eines grenzenlosen Wachstums wird staendig und ueberall investiert. Spekulativ und kreditfinanziert.<br />
Wo profitable Maerkte aufgetan werden, stellt sich Konkurrenz ein. Wo Wettbewerbsdruck herrscht, muss die Konkurrenz staendig uebertrumpft werden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wenn ich z.B. einen Hof und mehrere angrenzende Aecker besitze und mir Geld fuer eine Umstellung auf Bio leihe, um mit den anderen Bauern aus der Gegend konkurrieren zu koennen, ist das eine spekulative Investition, da ich ja nicht weiss, ob sich das tatsaechlich in barer Muenze auszahlt. Ich spekuliere aber darauf auch Bio-Hype zu verdienen.<br />
Um mich im Wettbewerb gut zu positionieren, versuche ich moeglichst vielen Leuten auf dem Markt den Kauf meiner Produkte schmackhaft zu machen. Das Beste aus der heil belassenen Heimat oder anderer naturtrueber Quatsch.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Schliesslich verkaufe ich an Zwischenhaendler, die mein Obst und Gemuese und meine Eier dem grossen Bio-Supermaerkt in der Stadt anbieten. Durchgemischt mit den Bio-produkten anderer Bio-bauern und von einer Bio-Pruefstele mit dem Bio-Siegel gerated.<br />
Immer mehr Bauern machen sich von ihrem traditionell bestellten Acker und auch auf Bio. Kreditfinanziert. Alles geht so lange gut, solange die Grossstaedter fleissig die ueberteuerten Aepfel und Tomaten kaufen. Schlaue Menschen tuefteln an immer neuen Strategien, um das Kaufverhalten weiter in Richtung naturbelassen zu verschieben.<br />
Der Bio-Super in der Stadt bekommt Konkurrenz. Bald auch von Bio-Discountern. Unter Wettbewerbsdruck investiert der Bio-Super in die Auffrischung seines Erscheinungsbilds.<br />
Bio ist in aller Munde. Der Acker wirft Profit ab.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Wenn die zunehmende Nachfrage nach Bio aber die Produktionskapazitaeten uebersteigt und der Nachschub an natuerlichen Erzeugnissen unterbrochen ist, stellt sich ein vermeintlich moralisches Problem. Dann muessen die Bio-Supermaerkte ihrem Sortiment toxisches Obst und Gemuese beimischen. Mit schlechtem Gewissen und der Konkurrenz im Nacken. Mit Drogenhandel waere das jetzt noch besser zu veranschaulichen. Wenn die Kundschaft dann bemerkt, dass da etwas nicht so fault, wie es sich gehoert und aufhoert, die als Bio bezeichneten Mogelpackungen zu kaufen, wuerden alle Akteuere davon betroffen sein.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Natuerlich hat der Handel mit Aepfeln und Birnen einen ganz anderen Geschmack als der Handel mit Finanzderivaten. Im Biomarkt werden konkrete Erzeugnisse von Mutter Natur zu Geld gemacht, auf dem Finanzmarkt dagegen Geld zu Geld.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; direction: ltr; unicode-bidi: embed; text-align: left; mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;">Der Charaker des Handels unter kapitalistischen bedingungen zeigt aber immer wieder gleiche Zuege. Das Handeln ist immer zwangslaeufig auf maximalen Profit ausgerichtet. Dazu ist es der Expansion verpflichtet und darf keinen Konkurrenzkampf scheuen. Und sich keiner Moral verpflichten. Zumindest keiner, die sich nicht absatzfoerdernd vermarkten liesse.</span></p>
</div>
<p></span></p>
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		<title>die qual der wahl pt.2</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 11:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[NOKIA]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Beispiel, wie schrille Berichterstattung der nuechternen Betrachtung den Rang ablaufen und ein falsches Bewusstsein foerdern wurde vor einem Jahr deutlich, als eine stattliche Anzahl umgeschulter Kumpel von NOKIA an die frische Bochumer Luft gesetzt wurde. Die Folge einer Produktionsverlagerung nach Rumaenien. Nichts, was irgendwie nicht einleuchtend waere. NOKIA ist eine AG, und damit seinen Anteilseignern verpflichtet. Vorstand und Geschaeftsleitung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel, wie schrille Berichterstattung der nuechternen Betrachtung den Rang ablaufen und ein falsches Bewusstsein foerdern wurde vor einem Jahr deutlich, als eine stattliche Anzahl umgeschulter Kumpel von NOKIA an die frische Bochumer Luft gesetzt wurde. Die Folge einer Produktionsverlagerung nach Rumaenien. Nichts, was irgendwie nicht einleuchtend waere. NOKIA ist eine AG, und damit seinen Anteilseignern verpflichtet. Vorstand und Geschaeftsleitung des Unternehmens sind mit der Aufgabe betraut moeglichst gute Rendite zu erwirtschaften. So funktioniert der Kapitalismus. NOKIA muss moeglicht profitbel wirtschaften (a.k.a. masslosen Gewinn anstreben) um den Aktionaeren moeglichst gute Dividende ausschuetten zu koennen. Dazu werden Handys in Bochum gefertigt oder eben in Rumaenien. NOKIA kauft Arbeitskraft, eignet sich die Mehrarbeit an und setzt die Arbeitskraft, fuer die es keine Verwendung gibt, frei. Der Kapitalismus ist nicht die Arbeiterwohlfahrt.</p>
<p>Wer sich darueber aufregt, bringt hartnaeckig Symtome mit Ursachen durcheinander. Ein Unternehmen muss seine Profite steigern und seine Marktstellung festigen und ausbauen (ob das Nokia oder der Springer-Verlag oder Allnatura ist).</p>
<p>Es ist keine moralische Verfehlung als Unternehmen Arbeiter und Subventionsgeber auszubeuten, sondern eine systembedingte Notwendigkeit. Wuerden alle &#8220;fair&#8221; von NOKIA behandelt wuerde der Laden unter der gegebenen Wirtschaftsordnung nicht bestehen, geschweige denn erfolgreich sein.</p>
<p>Dass Politiker entzuernt Handys zurueckgeben haben war Ausdruck massloser Dummheit und patriotismus-populistische Aufhetzung der Massen.</p>
<p>Das Theater hat sicher nicht viel zum Verstaendnis der Dynamiken unserer Zeit beigetragen.</p>
<p>Ein Jahr nach den Protesten erfaehrt der Kapitalismus eine seiner schlimmsten Krisen. Von einer nuechternen Betrachtung der Verhaeltnisse fehlt aber weiterhin jede Spur. Statt das destruktive Potenzial, dass dem Expansionszwang im Kapitalismus zu Eigen ist, als Ursache des weltweiten Chaos zu erkennen, wird weiter moralisiert und Schuld personalisiert. Wer Expansion, wie auch Ausbeutung, nicht als moralische, sondern eine oekonomiekritische Kategorie ansieht, erkennt, wie sehr die Daemonisierung von Spekulanten und Investoren die Verschleierung der Verhaeltnisse befoerdert.</p>
<p>Als ob die Akteuere im Kapitalismus nicht gezwungen waeren, staendig zu investieren und als ob nicht jede Investition spekulativ waere. Anleger wuenschen sich hohe Rendite. Investoren muessen unter Wettbewerbszwang hohe Rendite versprechen und ihren Renditeversprechen nachkommen. Investitionen muessen Profit abwerfen um die Versprechen einzuloesen.</p>
<p>Auch die Stimulationsplaene der Regierungen weltweit sind spekulative Investitionen.</p>
<p>Solange sich Politiker und andere Fachleute hinstellen und die Gier der Investoren anprangern, helfen sie v.a. sich selbst und ihrer Beliebtheit.<br />
Gleiches gilt fuer das Ausschuetten von Milliarden, mit denen ein System weiter gestuetzt wird, dass aufgrund seiner Eigendynamik immer wieder heiss laufen wird.</p>
<p>Der falsche Schein, der die Krise umgibt naehrt sich nicht nur aus der Vorstellung von Raubtierkapitalismus, Heuschrecken und Casino. Um die Krise zu erklaeren, ohne das kapitalistische wirtschaften in Frage zu stellen, braucht es konkrete Schuldige. Feindbilder haben in der Krise Konjunktur. Statt sich mit der Dynamik kapitalistischer Oekonomie zu befassen wird mit krudem Idealismus operiert.</p>
<p>Medien und Politik verkaufen sich besser, wenn sie gegen Bonuszahlungen wettern. geraten   Ob der Griff nach millionenschwerem Bonus moralisch verwerflicher ist, als sich vom Kollegen ausstempeln zu lassen oder schlichtweg die gleiche Mentalitaet bei unterschiedlichen Moeglichkeiten soll jetzt erst mal dahingestellt sein.</p>
<p>Sicher ist, dass personalisierte Schuldzuweisung das System durch Entlastung stuetzt.</p>
<p>Gierige Ami-Baenker, heuschrecken, juedische Weltverschwoerung, Fremdarbeiter,&#8230; Je lauter der Missbrauch der Wirtschaftsordnung angeprangert wird, desto unverdaechtiger erscheint sie.</p>
<p>Begleiterscheinung sind die vorprommamierten Ausschreitungen. Solange die Ursachenforschung aussschliesslich mit personalisierten Schuldigen und moralischen Verfehlungen hantiert, stellt sie dem Poebel einen Freischein aus, es ebenso zu haendeln.</p>
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