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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Krieg und Terror</title>
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		<title>Humanitäter</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 19:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>

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		<description><![CDATA[

Für Erdogan und die Hamas hätte es nicht besser kommen können. Unter ihren islamistischen Spielführern haben sich die Türken auf die vordersten Plätze des weltweit beliebten Antizionismus propagandiert. Viele Türken scheint das Entschädigung genug für die verpasste Teilnahme an der WM-Endrunde. Dankbar halten sie  ihre Fahnen in den Wind.  
Den Offensiv-Spezialisten der Hamas, die seit der Militäroperation cast [...]]]></description>
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<p style="text-align: center;"><img class="size-medium wp-image-522 aligncenter" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/israel-300x168.jpg" alt="Israel" width="300" height="168" /></p>
<p>Für Erdogan und die Hamas hätte es nicht besser kommen können. Unter ihren islamistischen Spielführern haben sich die Türken auf die vordersten Plätze des weltweit beliebten Antizionismus propagandiert. Viele Türken scheint das Entschädigung genug für die verpasste Teilnahme an der WM-Endrunde. Dankbar halten sie  ihre Fahnen in den Wind.  <br />
Den Offensiv-Spezialisten der Hamas, die seit der Militäroperation cast lead in die Defensive gedrängt schienen, haben die Humanitäter der Marmara eine unverhoffte Konterchance geboten. Evtl. werden sie sich sogar aus der Belagerung ihres Strafraums befreien.<br />
Die Runde geht ganz klar an den islamistischen Block. Vom iranischen Regime, über den syrischen Präsidenten bis zu den Stürmern der Hizbollah bezeugen eingespielte Israelfeinde den Türken standing ovations und feuern die Hamas an.<br />
Von der Muslimbrüderschaft in Ägypten bis zu Hugo Chavez wird die neue Aufstellung gegen Israel gelobt.</p>
<p> Hier in Israel herrscht dagegen eine Stimmung der Unsicherheit, die mit einer Welle des Patriotismus leidlich kaschiert wird. Seit bordende israelische Soldaten auf der Mavi Marmara von einem Lynchmob in Empfang genommen wurden und neun &#8220;Menschenrechtsaktivisten&#8221; bei der Übernahme des Schiffes ihr Leben auf Deck gelassen haben, plagen sich die Israelis mit Bauchweh.<br />
Die Aktion selbst, die Folgen und die möglichen Auswirkungen haben unverkennbar auf den Magen geschlagen.</p>
<p>Die verfügbaren Bilder des fatalen Einsatzes werden wieder und wieder gesichtet. Dass die israelischen Soldaten derart ans Messer geliefert wurden, geht nicht spurlos an den Menschen hier in Israel vorbei.<br />
So wünschen sich auch 2/3 der Israelis eine Untersuchungskomission (Maariv vom 2.6.). Bisher wird nur spekuliert, wo die Fehler gemacht wurden. Der Verteidigungsminister und die Geheimdienste stehen besonders unter Druck.<br />
Den an der Aktion beteiligten Soldaten kommt derweil Zuspruch von allen Seiten zu. Fast jede israelische Familie schickt ihre Söhne und Töchter zur Armee.</p>
<p>Dem Schock über die Geschehnisse folgt die Fassungslosigkeit über die weltweiten Reaktionen. Besonders bitter stößt  den Israelis die Rezeption und Auslegung der Geschehnisse in Europa auf.</p>
<p>Dass in der arabischen Welt israelische Fahnen brennen und &#8220;Tod Israel&#8221; skandiert wird, geschieht in regelmäßigen Intervallen. Auch die Radikalisierung der Türkei unter der Führung der AKP ist ein Prozess, der sich schon so lange hinzieht, dass es kaum für Verwunderung sorgt, dass jetzt Zehntausende in Istanbul ihren antiisraelischen Zorn auf die Straße tragen. Türkisches Fernsehen zeigt schon seit längerer Zeit offen antisemitische Serien und Filme. Jeder hier weiß, dass Erdogan sich schon lange mit Israelfeindlichkeit profiliert und die Nähe zu Iran und Syrien sucht. Dass bisher 300.000 Israelis pro Jahr in der Türkei Urlaub gemacht haben, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hier die Eskalation von Seiten der Türken erwartet hat.</p>
<p>Es ist die Israelfeindlichkeit, in der Europa versinkt, die hier auf das Gemüt drückt. Nicht, dass die Israelis nicht schon seit Jahren den Eindruck haben, dass die Welt gegen sie ist. Der antiisraelischen Stimmung in Europa aber hat man gehofft/geglaubt könnte man mit Erklärungen begegnen.</p>
<p>Dabei hat sich während der Militäroperation in Gaza schon klar gezeigt, dass man sich in Europa hinsichtlich des Nahostkonfliktes nicht für Erklärungen, Zusammenhänge und ideologiekritische Betrachtungen interessiert, sondern seine Ressentiments pflegt, wo es nur geht. Die Israelis haben den europäischen Antizionismus völlig unterschätzt. Die antiisraelische Berichterstattung und die israelfeindlichen Demonstrationen wurden stets als Folge islamistischer Propaganda begriffen. Was sie sicher auch waren. Aber das ist maximal die halbe Wahrheit.</p>
<p>Der in Europa weit verbreitete Antisemitismus im Gewand der Israelkritik wird  hier in Israel konstant verdrängt.</p>
<p>Es wird nicht erwogen, dass die Europäer sich vielleicht nicht nur vor den Karren der Islamisten spannen lassen, sondern deren antisemitische Verständnismuster teilen.</p>
<p> Was der jüdische Staat &#8220;im eigenen Interesse&#8221; zu tun hat, wird obsessiv von jenen Israelfeinden diskutiert, die sich in Europa &#8220;kritische Freunde&#8221; nennen und mit ihren Forderungen stets die israelische Souveränität und Demokratie herabwürdigen.</p>
<p> Von der Militäraktion gegen Raketenbeschuss über die Ausgrenzung von Terroristen bis zum Wohnungsbau in der eigenen Hauptstadt, fordert jede Bewegung der Israelis einen internationalen Aufschrei hervor, in den die Europäer einstimmen.</p>
<p> Dass es bei der Anteilnahme nie wirklich um das Verständnis des Nahostkonfliktes geht, wird daraus ersichtlich, dass trotz seiner viel beschworenen Bedeutung  für das Weltgeschehen  keine Anstrengungen unternommen werden, seine Hintergründe zu beleuchten. </p>
<p>Die Auseinandersetzung mit der Hamas wurde erst interessant, als Israel angegriffen hat. Raketenterror war den Europäern immer nur eine Fusnote.  Dieses dekontextualisierte Interesse lässt das israelische Handeln stets als Aggression erscheinen und koppelt so bestätigend auf die antiisraelischen Ansichten zurück. Bei der Berichterstattung zu Gaza wurde die Vorgeschichte von der einseitigen Räumung bis zur Umwandlung des Küstenstreifens in Hamastan und der Beschuss israelischer Städte ausgeklammert.</p>
<p>Das Interesse an den Geschehnissen ist schlicht der Unterfütterung einer bereits festen Meinung geschuldet.</p>
<p>Neun tote Aktivisten an Bord der Mavi Marmara werden als neuester  Beleg für die Tötungsabsicht der Israels zitiert.</p>
<p>Wie der Schuldanteil von Palästinensern und Israelis an cast lead ständig umgekehrt proportional zu den Opferzahlen berechnet wird.  Propagandalogik. Hinsichtlich des Militäreinsatzes in Gaza bleibt hinter dieser Rechnung stets zurück, dass sich Israel vor seine angegriffene Bevölkerung gestellt hat, während Hamas sich hinter den Menschen in Gaza weggeduckt hat. Es gibt eine viel einfachere Gleichung als das Hantieren mit den Opferzahlen. Ohne Raketenterror der Hamas hätte es gar keine Militäroperation gegeben. Auch würde es heute keine Blockade des Küstenstreifens geben.</p>
<p> Dass die Ereignisse hier im Nahen Osten meist vor dem Hintergrund einer bestimmten Anschauung interpretiert werden, lässt sich ideologiekritisch im Sprachgebrauch nachweisen. Hinsichtlich Israel haben sich eine Reihe von Begriffen durchgesetzt, die unreflektiert angewendet werden und stets schon  ein Urteil über den Sachverhalt beinhalten, den sie darstellen. In Begriffen drückt sich aus, wie etwas begriffen wird.</p>
<p>Ganz klassisch: Was bleibt zu diskutieren, wenn Israelis in Jerusalem illegal auf besetztem palästinensischen Gebiet bauen?</p>
<p>Ganz neu: Was bleibt zu diskutieren, wenn israelische Soldaten einen Hilfskonvoi mit Menschenrechtsaktivisten angreifen?</p>
<p> Anhand der Berichterstattung über die Konfrontation zwischen der Solidaritätsflotte und der israelischen Marine zeigt sich, dass die Europäer nicht leichtgläubig islamistischer Propaganda auf den Leim gehen, sondern ihre eigenen Ressentiments pflegen. </p>
<p>Schon im Vorfeld wurde das Angebot Israels, die Ladung in Ashdod abzuladen und über den regulären Versorgungsweg nach Gaza zu bringen, genauso abgelehnt, wie das Angebot der Familie Shalit, sich bei der israelischen Regierung für die Solidaritätsflotte einzusetzen, wenn dafür ein Päckchen an Gilad Shalit übergeben wird.</p>
<p>Wo blieb die Deutung der Widersprüche, die in der Ablehnung dieser Angebote durch die vermeintlichen Menschenrechtsaktivisten offensichtlich wurden? Wo blieb die Deutung des Widerspruches, der das krude Bündnis von Menschenrechtsaktivisten und Hamas umgibt?</p>
<p>Zahlreiche Videos, die inzwischen veröffentlicht sind, geben offensichtliche Hinweise darauf , dass die Israelis die Lage an Bord der Mavi Marmara völlig falsch eingeschätzt haben und sich in Erwartung max. zivilen Ungehorsams Einzeln mit Paintball Gewehren auf Deck abgeseilt haben. Deutlich wird in den Videos, dass die Aktivisten in totschlägerischer Absicht über sie hergefallen sind. Trotzdem wird das tragische Ergebnis von neun Toten nie ernsthaft <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gYjkLUcbJWo&amp;feature=player_embedded">der von den Aktivisten entfesselten Gewalt</a> zugeschrieben. Mit der Konnotation, dass man es für durchaus möglich hält, dass die Israelis auf todbringende Aktivistenjagd gegangen sind und nicht wirklich eine unblutige Übernahme im Sinn hatten. Und das sagt viel darüber aus, wie Israel eingeschätzt wird.</p>
<p>Würde jemand das Bombardement von Kunduz so interpretieren, dass die Deutschen zur Belustigung der Truppe unzählige Zivilisten in Afghanistan umbringen liessen?</p>
<p>Es gibt Videos, die belegen, wie die Aktivisten die Gewalt vorbereiten. Es gibt die Aktivisten, die im Vorfeld bekundet haben, als Märtyer sterben zu wollen. Es gibt noch viel mehr. Einfach auf youtube Marmara eingeben. Dass die Bilder von der IDF freigegeben wurden, ändert nichts daran, dass sie in Ausschnitten zeigen, was passiert ist. Wie kann es trotzdem sein, fragen sich die Israelis, dass die ganze Welt gegen Israel ist?</p>
<p> Vielleicht sollte man einmal die Artikel von Herrn Thumann ins Hebräische übersetzen, um dies beispielhaft aufzuzeigen. Die Frage, ob es sich bei den Organisatoren IHH um <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-06/gaza-Stiftung">Radikalislamisten oder harmlose Helfer</a> handelt beantwortet Michael Thumann mit harmlose Helfer. Als Grundlage dieser Einschätzung dient ihm ein Besuch im Vereinsheim. Dieses haben am selben Tag auch Journalisten der Maariv besucht und im Eingangsbereich der IHH eine übergroße Palästinakarte fotografiert. Eine Karte, auf der Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer reicht. Die muss Herr Thumann übersehen haben. Genauso, wie ihm einige Hintergründe über die IHH entgangen sein müssen. <a href="http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3897783,00.html">Yoram Ettinger sind sie nicht entgangen</a>.</p>
<p> Die Referenzbegriffe zu der Tragödie in der Zeit sind derweil bereits ausgebildet. Am 3.6. bereits beginnt der Artikel <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-06/gaza-israel-ihh-hamas">Gaza-Helfer wollen Israel trotzen</a> mit &#8220;Die von Elitesoldaten angegriffenen Aktivisten&#8230;&#8221;</p>
<p>Nachdem die Geschehnisse ins Weltbild eingepasst wurden, wartet die Welt jetzt darauf, dass Israel von einer unabhängigen Kommission scharf verurteilt wird.</p>
<p>Wenn es Israel irgendwann plötzlich nicht mehr geben sollte, man müsste es der Welt zu Liebe umgehend wieder gründen.</p></div>
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		<title>Die Anderen &#8211; pt.1 &#8211; IDF</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 11:58:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Appeasement]]></category>
		<category><![CDATA[IDF]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>

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Wenn meine BesucherInnen am letzten Tag ihrer Israel-Reise resuemieren, dann reflektieren sie ihre Erlebnisse oft auf die Vorstellungen, die sie sich vorab gemacht haben und kommen dann zu dem Schluss, dass alles doch irgendwie anders ist, wie man sich es sich eben so ausmalt.   
 
Im Alltag komme ich dem Aussergewoehnlichen kaum auf die Spur. Dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><span style="font-family: Courier New;"></span></div>
<div><span style="font-family: Courier New;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"></span></span></div>
<p><span style="font-family: Courier New;"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"></p>
<p class="MsoNormal" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wenn meine BesucherInnen am letzten Tag ihrer Israel-Reise resuemieren, dann reflektieren sie ihre Erlebnisse oft auf die Vorstellungen, die sie sich vorab gemacht haben und kommen dann zu dem Schluss, dass alles doch irgendwie anders ist, wie man sich es sich eben so ausmalt.</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"><span style="mso-spacerun: yes;">   </span></span></p>
<p class="MsoNormal" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span></p>
<p class="MsoNormal" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Im Alltag komme ich dem Aussergewoehnlichen kaum auf die Spur. Dass meine KollegInnen im Krankenhaus aus allen moeglichen osteuropaeischen, zentralasiatischen und arabischen Laendern stammen, muss ich mir schon bewusst vergegenwaertigen, um es als etwas Besonderes zu begreifen.</span></p>
<p class="MsoNormal" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"><span style="mso-spacerun: yes;">   </span></span></p>
<div></div>
<p></span></span><span style="font-family: Courier New;"> </p>
<p></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Gerade aber bei meinen BesucherInnen bleibt eine Idee der faszinierenden Vielschichtigkeit haengen, die </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">das</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Land</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> und die israelische Gesellschaft kennzeichnet.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Mir selbst stellt sich das Nebeneinander der verschiedenen Lebenswelten als Normalzustand dar. Ich kaeme sonst aus <span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"><img class="alignright size-medium wp-image-180" title="purim-party" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/03/purim-party2-300x225.jpg" alt="purim-party" width="300" height="225" /></span>dem Staunen auch gar nicht mehr heraus. Ich begegne jeden Tag zwischen Yafo und Yad Eliyahu zahllosen Hippies und Orthodoxen, hoere den Muezzin mehrmals am Tag plaerren und viel viel orientalischen Pop aus Kiosken und Haendys schmachten. Ich hoer Leute sich Hebraeisch unterhalten, Russisch, Englisch, Arabisch. Ich seh in Tel Aviv tausende Tassen Cappuchino auf den Tischen der zahllosen Cafes stehen und unglaublich viele Becher mit tuerkischem Cafe und angezuendete Zigaretten in den Haenden der Mizrahi, die vor ihren Geschaeften sitzen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Das alte Europa scheint dagegen von einer krassen Gleichfoermigkeit gepraegt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Doch kann es mir keine staendige Bewunderung entlocken.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span></span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Meine Freizeit verbring ich meist entweder in den Bars und Cafes im Sueden von Tel Aviv, die alternatives Publikum links des sozialliberalen Milieus anziehen oder in Yafo. Waehrend meine KollegInnen im KKH zu Likud und Israel Beitanu tendieren, wuerde in den Laeden, die ich in Tel Aviv zu meinem Amusement aufsuche, Hadash alle anderen Parteien in den Schatten stellen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wenn mir der Sinn nicht nach Szene steht, dann treibe ich mich in Yafo herum, wo in meiner Nachbarschaft in den letzten Monaten einige Bars und Cafes aufgemacht wurden, die der Naehe zum Mittelmeer noch ein weiteres Argument zufuegen sich fuer den Jerusalem-Boulevard als Homebase zu entscheiden.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Waehrend mir mein Alltag also als auesserst alltaeglich im angenehmen Sinne erscheint, bin ich auch fuer meine Umgebung schwer als Nicht-Israeli auszumachen</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" lang="HE"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Doch braucht es nur etwas ausholendere Betrachtung oder auch eine Verschaerfung der Spannungen zwischen </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> und seiner Nachbarschaft um das Ausergewoehnliche des Lebens der Israeli zu sehen, dem ich zu einem gewissen Grad immer nur als Beobachter folgen kann. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Ich bin in Deutschland wie selbstverstaendlich nicht zum Bund gegangen. Moege es fuer viele meiner Altersgenossen Gruende gehabt haben, Wehrdienst zu leisten, so gab es fuer alle Leute, mit denen ich mich rumgetrieben habe, gute Gruende diesen zu verweigern. Hier in Israel ist es dagegen selbstverstaendlich, dass </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">auf die Schule der Dienst bei den israelischen Streitkraeften folgt. Wer hier einmal zu Besuch war, der konnte sich der Vielzahl junger Menschen in Uniform nur schwer entziehen. Keine Busfahrt von Tel Aviv nach </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Jerusalem</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> und keine Zugfahrt von Beer Sheva nach </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Haifa</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> ohne dass dutzende Gewehre mit an Bord getragen werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Der Armeedienst ist fuer Israelis ein praegender Teil ihrer Lebensgeschichte. Junge Maenner werden drei Jahre verpflichtet, junge Frauen zwei Jahre. Die IDF ist dadurch auch wichtige Integrationsinstanz fuer die Einwanderergesellschaft. Sehr oft haben wir im KKH Soldaten, die im Rahmen ihres Armeedienstes einen der vielen verpflichtenden Freiwilligendienste in sozialen Einrichtungen ableisten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Oft genug bedeutet der Dienst bei der IDF aber toedlichen Ernst. Die <img class="alignleft size-medium wp-image-179" title="danger_mines" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/03/danger_mines-300x212.jpg" alt="danger_mines" width="300" height="212" />Ueberlegenheit der israelischen Armee in der Region sichert<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>das Ueberleben des juedischen Staates. Erste und zweite Intifada und mehr als ein halbes Dutzend Kriege, die Israel seit seiner Staatsgruendung aufgezwungen wurden, haben fuer zehntausende Israelis Erfahrungen bereit gehalten, die mir ewig fremd bleiben werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Auch fuer die Menschen in meinem Alter, von denen ich mich in meinen Gewohnheiten kaum zu unterscheiden pflege. Ich hab mit Freunden die letzte WM und EM geschaut und Bier getrunken und hab dann weiter Bier getrunken als sie in die Reserve berufen wurden um im Libanon bzw. Gazastreifen einen assymetrischen Krieg zu kaempfen. Ich hab europaeische Zeitungen studiert, in denen ihr unverhaeltmismaessiger Einsatz angeklagt wurde und gleichzeitig darum gebangt, die naechste WM und EM wieder mit ihnen anschauen zu koennen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"><span style="mso-spacerun: yes;">Waehrend die Verteidigung Deutschlands am Hindukush sich gerade dadurch auszeichnet, dass eine Konfrontation mit radikalislamistischen Terroristen, die der freien Welt den Krieg erklaert haben, vermieden wird verhaelt es sich fuer die IDF ganz anders</span></span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Das Leben in Israel tobt mit einer </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Selbstverstaendlichkeit, die kaum den Blick freigibt auf die Bedingungen unter denen es ueberhaupt erst moeglich ist. Die Freiheit unter der sich die Lebenslust hier erst entfalten kann, muss von den israelischen Streitkraeften erkaempft und mit der Waffe verteidigt werden. Denn all das <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>bunte Treiben hier, ob postmodern oder traditionell, hat Feinde in seiner Umgebung, die dem Laden unter allen Umstaenden die Lichter ausschiessen moechten. </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> ist ein </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">kleines</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Land</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">, dem von allen Seiten mit Zerstoerung gedroht wird. In dessen Nachbarschaft sich Terrororganisationen nach Kraeften und Moeglichkeiten um ein Ende der Existenz </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israels</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> bemuehen. So verrueckt es einen machen muesste, sich dessen gewahr zu sein, so aussergewoehnlich erscheint es dann doch, dass alle Bedrohung, an der es keinen Zweifel gibt, es nicht vermag an den Grundfesten der einzigen freien Demokratie im Nahen Osten zu ruetteln. Die Gesellschaft duldet keine Totalisierung ihrer Lebensverhaeltnisse. Auch unter Feuer gestehen sie dem Islamfaschisms, der sie belagert, keinen Fussbreit zu. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"><span style="mso-spacerun: yes;"> </span><span style="mso-spacerun: yes;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Es waere doch interessant einmal zu erforschen, inwieweit in der europaeischen Anthipatie gegen Israel Neid gegen eine Gesellschaft mitschwingt, die sich<span style="mso-spacerun: yes;"> so </span>unbedingt zu Freiheit und Demokratie bekennt und auch bereit ist diese zu verteidigen.  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Angesichts der islamischen Bedrohung ist in Europa vorauseilende Kapitulation zu konstatieren, wie sie Broder  in seinem Buch &#8220;Hurra, wir kapitulieren&#8221; so herrlich pointiert hat.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Europaeern scheint es schwer verdaulich, dass </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> keine Abstriche an seiner Existenz als freie und demokratische Gesellschaft zulaesst</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> Dass </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> sich dem Kampf um die Freiheit stellt, muss Europaeern immer wieder einen Hinweis auf ihren Verrat am eigenen Freiheitsversprechen geben. Oft und gerne wird aus Europa der Wunsch vernommen Isarel fuer seine Militaeraktionen zu sanktionieren. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> verhandelt seine Freiheit nicht und zieht sich so die Straflust derer zu, die es tun, ohne es sich eingestehen zu wollen. Es gibt fuer </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> keinen Frieden durch Ausgleich mit seinen Feinden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Junge Israelis stellen sich im Rahmen ihres Armeedienstes den Feinden der Freiheit, die dem juedischen Staat nach seiner schieren Existenz trachten und riskieren dabei nicht selten ihr Leben. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Europaeern werden dagegen immer neue Rechtfertigungen fuer ein Appeasement gegenueber radikalislamistsichen Kraeften eingehaemmert. Als ob ihr &#8220;Nie wieder&#8221; nie &#8220;Nie wieder Faschismus&#8221; zu bedeuten haette, sondern &#8220;Nur kein Stress&#8221;. Dass kann dann schon zur Straflust gegenueber denjenigen fuehren, die sich nicht wegducken. So wichtig die IDF ist, so unbeliebt ist sie. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Gerade deshalb verdient sie die uneingeschraenkte Solidaritaet derjenigen, die es mit &#8220;Nie wieder&#8221; Ernst meinen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p><span style="font-family: Courier New;"> </span></p>
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		<title>Stillgestanden.Frieden.Marsch pt.2</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 21:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Appeasement]]></category>
		<category><![CDATA[Hamas]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Tag vor den Wahlen habe ich einen meiner seltenen freien Tage dazu genutzt, durch Jerusalem zu spazieren. In der Ben Yehuda hatte ich das Vergnuegen auf die Produktion eines RTL-Beitrags zu den anstehenden Wahlen zu stossen. In mehreren Versuchen hat der Sprecher mit ernster Miene verkuendet, dass die Erstwaehler die historische Chance haben,…, vermutlich aber nicht von ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Tag vor den Wahlen habe ich einen meiner seltenen freien Tage dazu genutzt, durch Jerusalem zu spazieren. In der Ben Yehuda hatte ich das Vergnuegen auf die Produktion eines RTL-Beitrags zu den anstehenden Wahlen zu stossen. In mehreren Versuchen hat der Sprecher mit ernster Miene verkuendet, dass die Erstwaehler die historische Chance haben,…, vermutlich aber nicht von ihrem Wahlrecht gebrauch machen, … Rechtsruck….</p>
<p>Einer der Versuche wurde abgebrochen, weil ich via RTL-Nahostberichterstattung nach Hause winken wollte. Nachdem mich der Kameramann dafuer abgemahnt hat, wurde mir ein kurzes Interview in Aussicht gestellt, dass dann aber nicht gefuehrt wurde, da RTL lieber seinen &#8220;zufaelligen&#8221; Passanten, der die ganze Zeit ueber geduldig gewartet hat, zu Wort kommen lies.</p>
<p>So wurde die Chance vergeben dem deutschen Fernsehvolk zu erklaeren, das das israelische Wahlvolk sehr viel von der Idee Land fuer Frieden haelt und der Rechtsruck kein Votum gegen diese Idee ist, sondern als Ausdruck der Enttaeuschung mit der Politik der Sharon-Erben von Kadima und der einst so dominanten Arbeitspartei gelesen werden muss.<br />
Netanjahu hatte gegenueber Barak Recht behalten, als er in den Neunzigern das Oslo-Abkommen als gescheitert bezeichnet hat. Wenn der zweite Libanonkrieg Olmert als schlechtesten Premier aller Zeiten empfliehlt, dann heisst sein schaerfster Konkurrent Barak, der den Palaestinensern im Anschluss an den Oslo-Prozess 2000 in Camp David einen eigenen Staat auf 97 Prozent der besetzten Gebiete auf dem Silbertablett praesentiert und die zweite Intifada dafuer bekommen hat.<br />
2006 hat Netanjahu hinsischtlich der Raeumung des Gaza vor dem Schlimmsten gewarnt und auch damit Recht behalten. Zu seiner Zeit hat er damit eine historische Niederlage fuer den Likud eingefahren und musste Sharon das Feld ueberlassen, der Kadima gegruendet hat um seine Plaene von der Raeumung durchzusetzen. Auf den Raketenterror, der sich mit der Uebergabe des Gaza eingestellt hat konnte Arik nicht mehr reagieren und seine Nachfolger haben in den Augen vieler Israelis versagt. Gaza wurde zu Hamastan bzw. Kassamastan und Olmert/Livni haben sich in eine Zwei-Staaten-Illusion hineingesteigert. Es ist ein feiner Zug von Netanjahu dieses Wunschdenken nun endlich von der Agenda zu nehmen. Es kann kaum ungeeignetere Vorausetzungen fuer eine Staatsgruendung geben als diejenigen, die wir in den palaestinensischen Gebieten vorfinden. Die Rundumversorgung der Palaestinenser durch hunderte Hilfsorganisationen wirkt der Uebernahme von Verantwortung entgegen. Statt sich darum zu kuemmern, die Angelegenheiten des taeglichen Lebens zu organiseren und eine Zivilgesellschaft aufzubauen, auf der ein Staat bauen koennte, werden immer neue Geheim- und Sicherheitsdienste gegruendent. Geht man sich gegenseitig an die Kehle und fuehlt man sich dann wieder in seinem Hass auf Israel vereint. Beklagt man die Nakba statt sich endlich mit dem unabaenderlichen eines juedischen Staates abzufinden und die Energien in konstruktiver statt in ewig zerstoererischer Weise zu buendeln.</p>
<p>Als der angeschlagene Premier Olmert sich in seinen letzten Monaten seiner Amtszeit mit immer neuen Rueckzugsofferten dem Wohlwollen der Weltoeffentlichkeit  nachgejagt ist, hat dies viele Israelis zur Sorge getrieben, dass neben Gaza auch noch die Anhoehen unweit der Metropolenregion Tel Aviv und die Golan-Hoehen zu Abschussgebieten freigegeben werden.<br />
Netanjahu hat die Wahlen gewonnen, weil er, wie die meisten Israelis die radikalislamistischen Terrorgrupen und ihre Unterstuetzer im Iran als ernsthafte Bedrohung ansieht, denen mit Appeasement nicht beizukommen ist. Und weil er den Palaestinensern keinen Staat ueberantworten will, solange diese nicht glaubhaft zusichern koennen, friedliche Nachbarn zu sein.</p>
<p>Nach europaeischer Lesart behindert Netanjahu den Friedensprozess, weil er sich nicht bedingungslos fuer einen palaestinensischen Staat ausspricht.  Dabei hat seine Ankuendigung, erst die palaestinensiche Wirtschaft auf die Beine zu stellen, durchaus mehr Potential als sich unentwegt der Illusioen eines Staates hinzugeben fuer den es in der Realiaet keinen ernsthaften Interessenten gibt.</p>
<p>Zu veranschaulichen ist das bittere Versagen der Palestinenser am Beispiel Gaza, wo der israelische Rueckzug nicht zu einer Demonstration palaestinensischer Faehigkeit ,Staat zu machen, gefuehrt hat, sondern zu ziemlich genau dem Gegenteil. Hamas und Fatah haben sich einen kurzen und aeusserst blutigen Schlagabtausch geliefert, den die vom Iran unterstuetzten Radikalislamisten wenig ueberaschend gewonnen haben. Ulricke Putz hat ein paar friedliche Stunden am <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,489876,00.html">Strand von Hamastan</a> genossen. Dann hat sich Hamastan zu Kassamastan hochgeruestet und Israel unter Feuer genommen. Aus dem Kuestenstreifen, der von Israel in der Hoffnung auf eine Beilegung der Spannungen mit den Palaestinensern geraeumt wurde. Als israelische Antwort auf die Traumatisierung seiner Bewohner in Reichweite der Kassamraketen wurde von der Staatengemeinschaft nur die Erduldung geduldet. Gezielte Toetung von Hamas-Fuehrern wurden ebenso verurteilt wie begrenzte Unterbrechungen der Stromversorgung.</p>
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		<title>Stillgestanden.Frieden.Marsch pt.1</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 10:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Hamas]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>

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		<description><![CDATA[Der unvermeidliche Wolfgang Gehrke hat am Tag nach den Wahlen zum israelischen Parlament davor gewarnt, dass der Rechtsruck in Israel den Friedensprozess im Nahen Osten gefaehrde. Er fordert von Deutschland, endlich mit der Hamas zu reden.
Juergen Trittin stoesst ins gleiche Horn und sieht mit dem Sieg der Rechten die Gegner einer Friedensloesung gestaerkt.
Nach Treffen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der unvermeidliche Wolfgang Gehrke hat am Tag nach den Wahlen zum israelischen Parlament <a class="postlink" href="http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1202185780">davor gewarnt</a>, dass der Rechtsruck in Israel den Friedensprozess im Nahen Osten gefaehrde. Er fordert von Deutschland, endlich mit der Hamas zu reden.<br />
Juergen Trittin <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E725BF1FDF06A46D4963F2415A2FA09E3~ATpl~Ecommon~Scontent.html">stoesst ins gleiche Horn</a> und sieht mit dem Sieg der Rechten die Gegner einer Friedensloesung gestaerkt.<br />
Nach Treffen mit der Hizbollah und <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B05D8D6/Doc~EFF77EE206E8F4D3DA016D60C25113EEB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Forderungen nach Einfuehrung eines muslimischen Feiertags</a> in Deutschland, macht sich auch Trittin dafuer stark mit der Hamas zu reden. Die heuer aufgestellten Forderungen nach Anerkennung Israels und Gewaltverzicht sollen Gespraechen mit der Hamas nicht mehr im Wege stehen. Sie bleiben fuer Trittin allerdings selbstverstaendliche Voraussetzungen der vollen Anerkennung einer palaestinensischen Regierung unter Beteiligung der Hamas. Kurz gesagt sollen die Forderungen aufs Abstellgleis geschoben werden um die Hamas zum Verhandlungspartner zu machen. Bevor die Forderungen nach Anerkennung Israels und Gewaltverzicht zur Symbolik degradiert wurden, lagen sie fuer wenige Monate dem Boykott einer Hamas-Regierung zu Grunde, die klar gemacht hat,  dass Regierungsverantwortung keine Abstriche an der Ausrichtung der Organisation nach sich zieht. Selbst Europaeer haben zugestimmt den Geldstrom in die Haende der Radikalislamisten zu unterbinden.<br />
Obwohl mit TIM ein Weg gefunden wurde, die Palaestinenser weiter auszuhalten, haben sich Europaeer mit den Vorwuerfen herumgeplagt, mit dem Boykott von Hamas das Leid der Palaestinenser in Kauf zu nehmen. Statt von den Zerstoerungsabsichten gegenueber Israel Abstand zu nehmen, hat Hamas im Verbund mit UN-Organisationen auf den Klassiker einer drohenden humanitaeren Katastrophe gesetzt. Das Experimentieren mit Forderungen, die nicht nur selbstverstaendlich, sondern auch Ernst gemeint sind, hat sich so fuer Europaeer als peinigend erwiesen.</p>
<p>Als Hamas in Mekka einer Einheitsregierung mit der Fatah zugestimmt hat, haben die Europaeer <a class="postlink" href="http://www.amb-norwegen.ch/policy/Palestinia+anerkennung.htm">eine Moeglichkeit</a> geahnt, sich zurueck in die Rolle des unkritischen Unterstuetzers palaestinensischer Machthaber zu manoevrieren und an diese wieder haufenweise Geld zu schaufeln.  Die Forderungen nach Gewaltverzicht und Anerkennung Israels konnten <a class="postlink" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/597379/">endlich verwaessert</a> und zur Seite geschoben werden.</p>
<p>Die, auf den Zirkus der Einheitsregierung gefolgte, blutige Uebernahme aller Macht im Gaza und der Raketenterror gegen Israel hat Hamas nicht davon abhalten koennen, sich aus der internationalen Isolation zu befreien. Europa hat Einheitsregierung als Losung ausgegeben die Forderungen nach Anerkennung Israels und Gewaltverzicht, die den Aktueren einer solchen Einheitsregierung urspruenglich zu Gebot standen, unter den Teppich gekehrt. Bereits heute treibt sich der <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1069774.html">britische Parlamentarier Galloway</a> als Vorreiter des altneuen Appeasements gegenueber Radikalislamisten im Gaza herum.</p>
<p>Seit dem Sieg des nationalen Lagers bei den israelischen Parlamentschaftswahlen gehen die Schuldzuweisungen fuer die Misere der Palaestinenser wieder in die gewohnte Richtung. Waehrend eine palaestinensische Regierung unter Beteiligung der Hamas hofiert wird, bevor die sich konstituert hat, gelten nun Likud und Israel Beitanu als bedeutendstes Hindernis fuer den Frieden im Nahen Osten.</p>
<p>Liebermann, der <a class="postlink" href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/02/26/AR2009022602806_3.html">gegenueber der Washington Post</a> seine Bereitschaft erklaert hat, sein Haus in der Siedlung Nokdim zu raeumen, wenn eine Zwei-Staaten-Loesung erreicht wird, gilt inzwischen als groesseres Hindernis fuer den Frieden als die die vom Iran unterstuetzte Hamas, die Israel nach der schieren Existenz trachtet.</p>
<p>Pierre Heumann hat bereits zwei Tage vor den Wahlen im Spiegel geschrieben, dass die sich abzeichnende Verschiebung der Kraefteverhaeltnisse eine friedliche Loesung des Nahostkonflikts erschweren wuerde. Ich habe noch vor der Spaetschicht ein Feedback geschrieben, in dem ich darauf verwiesen habe, dass die Gleichsetzung der israelischen Rechten mit einem Hindernis fuer den Frieden in der Vergangenheit hinreichend widerlegt wurde. Ich habe mich auf Begin bezogen, der lange ein ausgemachter Gegener von Land fuer Frieden war, und sich zwei Jahre nach dem ueberaschenden Israel-Besuch von Sadat in einem Friedensvertrag dazu verpflichtet hat die Sinai-Halbinsel an Aegypten zu uebergeben und alle israelischen Siedlungen dort zu raeumen. Und natuerlich habe ich mich auf Sharon bezogen, der als einziger israelischer Politiker die Herausforderung schultern konnte, den Gaza-Streifen zu raeumen. Kein anderer israelischer Politiker haette diesen Rueckzug durchgesetzt. Obwohl eine absolute Mehrheit der Israelis bereit war Land fuer Frieden zu tauschen, waren die Bilder des einsitigen Rueckzugs dramatisch. Ich war zu der Zeit selbst in Israel und kann mich an die Rezeption der verstoerenden Bilder erinnern, die durch die Raeumung produziert wurden. Nur Sharon, der als Fuersprecher der Siedlungsbewegung bekannt war, konnte als Ministerpraesident die Aufloesung aller israelischen Siedlungen im Gaza planen und die Raeumung juedischer Siedler durch die israelische Armee durchsetzen.</p>
<p>Am selben Abend hat Zeev Avrahami beschrieben, warum in <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,606054,00.html">Israel die Falken den Frieden</a> bringen. Er sieht allein die politische Rechte in der Lage Land fuer Frieden zu tauschen.</p>
<p>Wer die israelische Politik durchforstet, um zu einer Einschaetzung der Chancen fuer den Frieden in Nahost zu kommen, findet queer durch das politische Spektrum Anschlusspunkte fuer einen Friedensprozess.</p>
<p>Ueber den Friedenswunsch der Israelis gibt die <a class="postlink" href="http://www.zionismus.info/grundlagentexte/israel/begin.htm">Rede von Begin</a> 1978 vor der Knesset Aufschluss.</p>
<p>Dass trotz der Anerkennung der legitimen Rechte des palaestinensischen Volkes durch Begin in Camp David 1978 und der wiederholten Anerkennnung dieser Rechte 1993 in Oslo keine substantielle Aenderung im &#8220;israelisch-palaestininensichen Konflikt&#8221; erreicht wurde, liegt vor allem daran, dass die Palaestinenser bisher noch jede Offerte – von rechten und linken Regierungen in Israel- als Anreiz verstanden haben, statt einem satten Stueck vom Kuchen nach der ganzen Baeckerei zu verlangen.</p>
<p>Wo die Hamas keinen Kompromis auch nur in den Grundzuegen bereit ist zu diskutieren und die Fatah seit Jaren Kompromissbereitschaft signalisiert, ohne sich zu bewegen, lastet der Druck der Diplomatie auf <img class="alignright size-medium wp-image-125" title="mit_freundlicher_unterstuetzung" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/03/mit_freundlicher_unterstuetzung-225x300.jpg" alt="mit_freundlicher_unterstuetzung" width="225" height="300" />Israel. Wo die Palaestinenser nicht dazu zu bewegen sind, dem Ruf nach einem eigenen Staat auch nur die geringsten Anstrengungen in Richtung Verwirklichung dieses Staates folgen zu lassen, werden die Israelis in die Pflicht genommen. Obwohl die Zwei-Staaten-Loesung als Schluessel zum Frieden in Nahost gilt, scheint es unmoeglich, dass die Palaestinenser als Voraussetzung fuer die Errichtung eines eigenen Staates der Gewalt abschwoeren und sich dazu verpflichten dem jahrelang herangezuechteten dschihaddistischen Geist in den Gebieten entgegen zu wirken.</p>
<p>Obwohl der Gewaltverzicht die Palestinenser direkt zu einem eigenen Staat fuehren wuerde, wurde nie darauf hingewirkt, den dschihadistischen Geist als verbindendes Element der palaestinensischen Gesellschaft zu konfrontieren und durch einen zivilen Zusammenhang zu ersetzen. Die Tag- fuer Tagsynchronisation in den palaestinensischen Gebieten gibt wenig Hinweis auf eine moegliche Uebernahme von Verantwortung fuer einen eigenen Staat.</p>
<p>Wo die Palaestinenser unabhaengig von den Wegen, die sie gehen, von der Staatengemeinschaft ausgehalten und ueber die <a class="postlink" href="http://www.lizaswelt.net/2009/01/die-htschelkinder-der-un-i.html">UNO rundumversorgt</a> werden, koennen sie auch auf Irrwegen wandeln. Sie koennen sich auch jahrzehntelang im Kreis drehen mit ihren Vorstellungen, doch noch die Herrschaft ueber das ganze Land zu erlangen.</p>
<p>Die Errichtung eines palaestinensischen Staates im Rahmen einer Zwei-Staaten-Loesung laesst die Emotionen in den palaestiensichen Gebieten nicht gerade hochkochen. Eine Existenz an der Seite Israels wurde nach palaestinensischer Ideologie einem Verzicht auf einen Grossteil der besetzten Gebiete gleichkommen.</p>
<p>Begin haette den Palaestinensern einen Staat in Aussicht gestellt. Doch statt sich <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582281,00.html">in die Fussspuren von Sadat</a> zu begeben und mit den Israelis Land fuer Frieden zu tauschen, wurde Sadat als Verraeter angesehen und seine Ermordung gefeiert. An der Vorstellung, wonach ein Staat an der Seite von Israel einem Verrat gleichkommt, hat sich wenig geaendert.</p>
<p>Ohne Zweifel spielt den Palaestinensern in die Karten, dass nahezu jeder Politiker den Ehrgeiz hat, den Nahostkonflikt zu loesen um in die Geschichtsbuecher einzugehen. Eine der letzten Heldentaten, die heute in der Politik noch moeglich sind. Und selbst wenn der ganz grosse Durchbruch nicht erreicht wird, winken jene Erfolge, die sich erst viel spaeter als symbolisch herausstellen.</p>
<p>Bush hat einen sehr spaeten Versuch unternommen, den Nahostkonflikt zu loesen. Obwohl die zum Ende seiner Amtszeit intensivierte Terrorbekaempfung im Irak Fruechte getragen hat, war der durch Annapolis verfolgte Ansatz in Hinsicht auf die Palaestinenser Appeasement, dem selbst die Europaeer Beifall gezollt haben. Ein Jahr wurde fuer die Schaffung des palaestinensischen Staates veranschlagt und Condi ist dutzende Male hier eingeflogen um Druck auszuueben. Auf Israel. Der Ansatz ist die Regierungszeit eines Ministerpraesidenten gefallen, der in Israel nicht mehr viele Freunde zu verlieren hatte und dankbar war, in Washington noch etwas Gefallen zu finden. Ohne sich um Rueckhalt in der israelischen Bevoelkerung kuemmern zu muessen, konnte er Abbas das Blaue vom Himmel versprechen. Bitter nur, dass einmal angedachte Zusagen der Israelis von der Weltgemeinschaft gleich zur Ausgangslage fuer die naechste Runde gemacht werden, waehrend man den Palaestinensern stets nachsieht, dass sie sich ueberhaupt nicht erst bewegen.</p>
<p>Um Kluft zwischen der aeusserst moderaten israelischen Position und den extremen palaestinensischen Forderungen zu verkleinern, verlangen die Vermittler staendig &#8220;schmerzhafte Zugestaendnisse&#8221; von Israel. Damit kommt der Prozess zwar nie wirklich voran, erweckt aber zumindest den Anschein. Wuerde zunaechst die Positionen selbst der <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/923076.html">als &#8220;gemaessigt&#8221; eingestuften Palaestinenser</a> zur Debatte gestellt, waere schnell das Ende des diplomatischen Prozesses erreicht.</p>
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		<title>Nie wieder vs. Nicht wider</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/03/09/nie-wieder-vs-nicht-wider/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 12:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 
Hier in Israel faellt es schwer, hinter den iranischen Forerungen, Israel von der Landkarte zu tilgen, nichts als den Wunsch nach Gespraech mit der westlichen Welt zu sehen
 
 
Wo die Vernichtungsdrohungen so offensichtlich auf einem antisemitischen Wahnsystem bauen, wird die atomare Bewaffnung des Iran zur existentiellen Bedrohung es juedischen Staates. Die atomaren Ambitionen des Iran werden hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> </p>
<p> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: EN-US; mso-fareast-language: EN-US; mso-bidi-language: HE;" dir="rtl">Hier in Israel faellt es schwer, hinter den iranischen Forerungen, Israel <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/meldung154160.html"><span style="color: purple;" dir="ltr">von der Landkarte zu tilgen</span></a>, nichts als den Wunsch nach Gespraech mit der westlichen Welt zu sehen</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wo die Vernichtungsdrohungen so offensichtlich auf einem antisemitischen Wahnsystem bauen, wird die atomare Bewaffnung des </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> zur existentiellen Bedrohung es juedischen Staates. Die atomaren Ambitionen des </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> werden hier in </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> nicht symbolisch verstanden, sondern als sehr gefaehrlich eingeschaetzt. Die Welt ohne Zionismus wird hier nicht nur als Propaganda, sondern durchaus als Programm verstanden. In </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> wird eine iranische Fuehrung, die dem juedischen Staat gegenueber eliminatorisch gesinnt ist, als existentielle Bedrohung wahrgenommen. Die vom </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> finanzierten radikalistamistischen Vereine Hizbollah und Hamas geben mit ihrem Raketenterror eine Anzahlung auf den blutigen Ernst, mit dem es </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> an den Kragen gehen soll.<br />
</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> hat immer wieder Entgegenkommen sinalisiert und sich so gegen einen wirksamen Militaerschlag abgesichert. Der sich unentwegt anbahnende diplomatische Durchbruch hat solange alle anderen Optionen vom Tisch gezwungen, bis die diplomatische Charade zum Selbstlaeufer wurde. Mit der anstehenden Annaeherung der </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">USA</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> an den Iran wird die Bombe endgueltig zur Nebensache. Der atomwaffenfreie </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> rueckt als Anliegen hinter die Restaurierung der abgebrochenen Beziehungen zwischen </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> und </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">USA</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Ohne dass die iranische Fuehrung sich auch nur einen Jota bewegt, koennen die herrschenden Herrschaften schon bald allerlei Haende westlicher Politiker schuetteln.<br />
</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">In </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> ist dagegen schon die Moeglichkeit einer iranischen Atombombe eine Unmoeglichkeit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wer es mit dem Imperativ “Nie wieder” ernst meint, muss jeden Versuch unterstuetzen, eliminatorisch gesinnte Antisemiten von der Bombe fern zu halten. Alle Moeglichkeiten, den Iran durch scharfe Wirtschaftssanktionen in die Knie zu zwingen muessen ausgeschoepft werden. Eine militaerische Drohkulisse und in letzter Konsequenz die volle Unterstuetzung eines praeventiven Luftschlags.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wer sich wirksamen Sanktionen verweigert und “Nie wieder Krieg” schreit, sobald die militaerische Option auf den Tisch kommt, spielt den Iranern in die Karten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wo die Rhetorik und das Handeln der erzkonservativen Fuehrer im Iran keinen Anschluss fuer die westliche Welt erlaubt wird eifrig dechiffriert und entlastet. So wird staendig nur verstanden, was in die diplomatische Agenda passt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Ueber Umdeutung wird alles, was nicht passt, passend gemacht. So entscheidet die westliche Welt ueber die Radikalislamisten hinweg, was diese meinen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wuerde man die Vertreter des Gottesstaates ernst nehmen, dann waere in ihren Augen der Holocaust mehr oder minder eine Erfindung und damit ein delegitimierter Vorwand fuer einen juedischen Staat. Hier wuerde der Zusammenhang von Holocaust-Karrikaturen und einer Welt ohne Zionismus deutlich.</span></p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;"><a href="http://www.zeit.de/online/2009/11/usa-iran-israel-konservative"><span style="color: purple;" dir="ltr">Michal Thumann reibt sich die Augen</span></a></span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">, wenn israelische Politiker im iranischen Treiben eine Existenzbedrohung sehen. Immerhin hat der </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> ja noch keine Bombe. Eine Logik, wie ein schlechter Witz. Doch damit nicht genug, denn selbst fuer den Fall, dass “</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> je Nuklearwaffen haben sollte, heißt dies noch lange nicht, dass sie diese einsetzen würden.” Hier spiegelt sich das Verstaendnis des Westens, wonach sich die iranische Bedrohung in Verbal-Attacken erschoepfen. Hier in </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> tun sich die Menschen schwer mit solch einer Relativierung. Waehrend Obama Thuman damit begeistert, das theokratisce System nicht zu daemonisieren, fuerchten die Israelis dass der amerikanische Praesident das Vabanquespiel seines iranischen Kollegen unterschaetzt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Ausgehend von Obamas Obsession fuer symbolischen Erfolg wird es ihm schwer fallen, einen Schritt zu unterlassen, der ihm den Jubel fast der ganzen Welt einbringt. Eine Tase Tee mit Ahmadinedjad ist ein kalkulierbarer symbolischer Erfolg. Ungeachtet der moeglichen fatalen Folgen fuer </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Nicht dass es nicht wuenschenswert waere, sich mit dem </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> zu versoehnen. Doch ist Iran eben nicht nur die Summer seiner Bewohner, sondern auch die erzreaktionaere Ideologie. Nach innen sind Unterdrueckung, Religionspolizei, Kopftuchzwang, das Aufknuepfen Homosexueller und viele andere Grausamkeiten ideologisch gestuetzt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Eine Ideologie, die der Moderne so feindlich gesinnt ist, dass sie im offenen Antisemitismus muendet und nach aussen die Forderung, Israel von der Landkarte zu tilgen, hervorbringt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Es handelt sich bei </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> und </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> nicht um verfeindete Parteien, die sich in einem Interessenkonflikt gegenueberstehen. Es gibt zwischen den Laendern weder einen Grenz- noch einen Fluechtlingskonflikt. Trotzdem tachtet der </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Iran</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> nach der schieren Existenz und streckt die Hand zur Bombe. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> draengt die Welt taetig zu werden um dies zu verhindern. Das sich die israelische Fuehrung natuerlich auch die Option offen haelt, es zum Showdown israelischer Bomber ueber iranischen Atomanlagen kommen zu lassen, reicht aus um Agression auf “beiden Seiten” zu konstatieren.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wuerde der Iran sein Atomprogramm aufgeben, wuerde kein Mensch hier in </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Israel</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> darueber nachdenken </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">das</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> </span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Land</span><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr"> anzugreifen</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"> </p>
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<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: left;" dir="rtl"><span style="font-size: 11pt; font-family: Arial;" dir="ltr">Wo Israelis zur Maessigung aufgerufen werden, um den diplomatischen Prozess nicht zu gefaehrden, verkehrt sich das Bemuehen den Iran vom Bau einer Atombombe abzubringen in sein Gegenteil.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: left;"> </p>
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		<title>Prozessorientiert</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 23:49:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Hamas]]></category>
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		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Nahostdiplomatie]]></category>

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		<description><![CDATA["Man muss nur wollen". Von allen Opiaten, die ein verkehrtes Bewusstsein zu einer falschen Wirklichkeit liefern, stellt der Aufruf, es nur wollen zu muessen, sicher das potenteste Crack.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Man muss nur wollen&#8221;. Von allen Opiaten, die ein verkehrtes Bewusstsein zu einer falschen Wirklichkeit liefern, stellt der Aufruf, es nur wollen zu muessen, sicher das potenteste Crack.</p>
<p>Schauen sie auf mich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man es mehr<br />
wollen kann als ich es will. Ich will teuren Rotwein trinken und nur vom Besten essen. Ich will hin- und herjetten u.v.m. Doch offensichtlich reicht mein Wollen nicht aus. Als Sozialarbeiter hab ich mich im Jugendhaus mit Jugendlichen herumgeaergert, die auf den Boden rotzen, als Tellerwaescher mit dreckigem Geschirr und im Krankenhaus mit dem Scheiss, der bei der Pflege an- bzw. durchfaellt. Ich gebe die Hoffnung auf einen ploetzlichen Ausweg aus der Misere aber nicht auf.</p>
<p>Zwar bin ich zu sehr Marxist, um wirklich der Annahme verfallen zu koennen, dass letztlich doch das Bewusstsein das Sein bestimmen koennte. Allerdings habe ich auch Augen um zu sehen, dass der allumfasende Verwertungszwang nicht ausschliesst, dass sich hochsubventionierte Betaetigungsmoeglichkeiten bilden, die keiner Produktivitaet verpflichtet sind. Wie die Nahost-Diplomatie.</p>
<p>Ich will Nahost-Diplomat sein. In einem Buero in Jerusalem sitzen und den ganzen Tag Zeitung lesen und auf Mittags- und Abendessen von Amman bis Riad eingeladen sein. Unter keinem Druck stehen, irgendetwas erreichen zu muessen, nichts zu erreichen und meine Taetigkeit trotzdem immer wieder als einzig richtigen Ansatz zur Loesung des Nahostkonflikts bestaetigt zu bekommen. Den bereits jahrzehntelang anhaltenden &#8220;Friedensprozess&#8221; stuetzen, indem ich immer wieder seine &#8220;Fortsetzung&#8221; fordern wuerde.</p>
<p>In Bezug auf den &#8220;israelisch-palaestinensischen Dauerkonflikt&#8221; wuerde ich den Israelis ohne Unterlass &#8220;schmerzhafte Konzessionen&#8221; abfordern. Den Palaestinensern im Gegenzug eine &#8220;Abkehr vom Terror&#8221;. Pro Forma jedenfalls. Da die palaestinensichen Ohren sich seit je her taub gegen diese Forderungen stellen, wuerde ich den Israelis um so mehr Entgegenkommen abverlangen. Irgendwas sind die immer bereit zu geben. In ihrer grenzenlosen Annahme, irgendwann auch mal etwas als Gegenleistung zu bekommen. Wenn sie nicht genuegend Entgegenkommen zeigen, wuerde ich sofort Alarm schlagen und davor warnen, dass der diplomatische Prozess &#8220;ins Stocken geraet&#8221;.</p>
<p>Ich wuerde dabei geflissentlich darueber hinwegsehen, dass die Palaestinenser immer gleich nach der ganzen Baeckerei verlangen, wenn ihnen ein Stueck vom Kuchen angeboten wird. Ich wuerde unbeirrt damit fortfahren, Israel dazu zu draengen &#8220;moderate&#8221; Kraefte zu staerken und alle anderen als &#8220;Gespraechspartner&#8221; zu akzeptieren. Die Zionisten in die Pflicht nehmen nach der erfolgreichen Schaffung eines juedischen Staates auch einem palaestinensischen Staat auf die Beine zu helfen. Ich wuerde davon absehen, dass die vom palaestinensichen Volk gewahlten Akteure der Hamas das &#8220;zionistische Gebilde&#8221;  ins ertraeumte palaestinensische Reich holen wollen.</p>
<p>Ich wuerde in Zeitungsinterviews davor warnen, die Palaesinenser in die Arme von Extremisten zu treiben.<br />
Ich wuerde bei UN vorsprechen und beim Quartett und mich mit den vielen Aussenministern treffen, die hier dutzende Male waeherend einer Amtszeit reinchecken, um diplomatische Loesungen voranzutreiben. Ich wuerde im Dienst unzaehliger Friedensinitiativen stehen. Road map, Annapolis und saudische Friedensinitiative waeren meine Verpflichtungen.  Ausfluege an den Strand von Tel Aviv waeren meine Ablenkung vom harten Diplomatengeschaeft.</p>
<p>Ich wuerde zwischen den &#8220;verfeindeten Parteien&#8221; vermitteln, als ob sich die &#8220;Interesengegensaetze&#8221; wie ein Tarifstreit loesen liesen. Ungeachtet der schlechten Erfahrungen, die Israel mit Land fuer Frieden bisher gemacht hat, wuerde ich weitere &#8220;mutige Schritte&#8221; dieser Art anmahnen.  Es durefte alles passieren. Nur kein Fortschritt. Denn als Diplomat waere ich auf einen &#8220;unloesbaren&#8221; Konflikt angewiesen.</p>
<p>Die palaestinensische Taktik, schon grundlegende Voraussetzungen fuer einen Kompromiss nicht zu erfuellen, wuerden mir da sehr entgegenkommen. Die ausbleibende Abkehr vom Terror wuerde ich fuer mein Konzept so umdeuten, dass sie mir als Diplomat in die Karten spielt. Ich wuerde den antisemitischen Terror von der Ursache zur Folge des Nahostkonflikts verklaeren. Den Ball fuer die Abkehr der Palaestinenser vom Terror damit ins israelische Feld spielen. Schwer verdauliche Ideologiekritik wuerde ich links liegen lassen und bei der Darstellung des &#8220;Konfliktherds&#8221; mit einem primitiven Reiz-Reaktions-Schema arbeiten. Mit der Gewaltspirale.  Schliesslich wollte ich mir ja nicht den Diplomatenkopf zerbrechen, sondern Rotwein, feines Essen und rumjetten geniessen.</p>
<p>Ich wuerde &#8220;unverhaeltnismaessiges Handeln&#8221; verurteilen und &#8220;Besonnenheit&#8221; fordern und schmerzliche Konzessionen und ein Ende der Gewaltspirale und gegenseitiges Verstaendnis und Vernunft und Gespraechsbereitschaft und Aufbaugelder. Ich wuerde diplomatieren bis alles zu spaet ist.</p>
<p>Ich wuerde ueber die Leute laecheln, die sich fuer Rauchverbot und Muelltrennung engagieren. Denn ihre Arbeit wuerden tatsaechlich an den Entwicklungen des Rauch- und Muelltrennungsverhaltens gemesen. Meine nicht. Sie waere ganz unabhaengig von den Realitaeten und Entwicklungen im Nahen Osten der einzig richtige Ansatz.</p>
<p>Vom Iran wuerde ich derweil forden, keine Atombombe zu entwickeln, wobei es mir auch keinen Aerger einbringen wuerde, wenn diese Forderung verhallt. Auch wenn die Diplomatie als Zeitgewinn in die Haende der Mullahs spielt, die keine Anstalten machen ihre Urananreicherung abzublasen, gilt der diplomatische Ansatz in den Augen der Weltoeffentlichkeit als der einzig richtige Ansatz. So richtig, dass er Gestalt ohne Form sein kann. So sehr, dass wirksame wirtschaftliche Sanktionen Deutschlands gegen den Gottesstaat neben dem vielbeschworenen diplomatischen Prozess trivial und fast vulgaer erscheinen. Und deshalb immer wieder auf die lange Bank geschoben werden. Von militaerischen Optionen des Westens zum Schutz Israels ganz zu schweigen. Zuerst mussen &#8220;alle diplomatischen Mittel ausgeschoepft werden&#8221;. Ich wuerde dafuer sorgen, dass die Mitel unerschoepflich bleiben. Ich wuerde als Diplomat geschickt immer wieder diplomatischen Fortschritt berichten und von Zeit zu Zeit auch einen bevorstehenden Durchbruch der Diplomatie vermelden.</p>
<p>Wenn die IAF den iranischen Ambitionen irgendwann einen ultimativen Strich durch die Rechnung macht, wuerde ich verurteilen, wahrscheinlich sogar streng verurteilen.</p>
<p>Leider bin ich kein Nahost-Diplomat. Ich wohne in Tel Aviv und muss mir ueberlegen wo Deckung suchen, wenn dann irgendwann die iranische Vergeltung fuer den letztlich unvermeidbaren IAF-Einsatz angeflogen kommt.</p>
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		<title>Tel Aviv Yafo Gaza</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 00:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
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		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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		<description><![CDATA[Yafo blieb waehrend der Militaeroperation cast lead ruhig, genauso wie Akko und uebrigens auch Ramallah. Ein Umstand, der viel zu wenig Erwaehnung findet. In meinem Wohnumfeld konnte ich an Veraenderung lediglich konstatieren, dass das Wasserpfeifencafe zur Nachrichtenzeit voller war als sonst.
Vielleicht sind insgesamt weniger Leute in die Bars gestroemt. Schwer zu sagen. Im Grunde hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Yafo blieb waehrend der Militaeroperation cast lead ruhig, genauso wie Akko und uebrigens auch Ramallah. Ein Umstand, der viel zu wenig Erwaehnung findet. In meinem Wohnumfeld konnte ich an Veraenderung lediglich konstatieren, dass das Wasserpfeifencafe zur Nachrichtenzeit voller war als sonst.<br />
Vielleicht sind insgesamt weniger Leute in die Bars gestroemt. Schwer zu sagen. Im Grunde hat der Waffengang der Lebenslust von Tel Aviv genausowenig einen Abbruch getan, wie dem konfliktarmen Nebeneinander von Juden und Arabern.</p>
<p>Wobei unter der phaenomenologischen Ebene natuerlich Einiges anders war als sonst. Selbst in Tel Aviv. Ich habe das ueber meinen Umgang mit einfachen Menschen im KKH erfahren. In einem Land mit sechs Millionen Einwohnern hattte ungefaehr JedeR einen Liebsten aus naehrerem oder weiterem familiaeren Umfeld oder Bekanntenkreis unter den Zehntausenden, die in den Kampf geschickt wurden. Die Angst um deren Leben muss Hunderttausende erfasst haben.</p>
<p>Woher sich dann die breite unterstuetzung eines so vorhersehbar todbringenden Unternehmens bezog ist nur dann zu erfassen, wenn man mit der Betrachtung nicht erst am 27.12. anfaengt. Es ist fuer Israelis absolut nicht akzeptabel, dass Raketen auf Israelis geschossen werden und Kinder mit rotem Alarm aufwachsen muessen. Es widerspricht in elementarer Weise der Idee von Israel als einem Ort, an dem Juden sicher sind.</p>
<p>Europaeische Jounalisten haben neben ihren Ressentiments, die jeder Berichterstattung ueber israelischen Anti-Terror-Kampf zu Grunde liegen, auch wieder ihre Verwunderung ueber Tel Aviv gepflegt. Das vitale Treiben in kriegerischen Zeiten scheint ihnen anstoessig. Bubble Town. Wenn europaeische Journalisten sich wundern, dass das Leben hier auch waehrend solcher Zeiten seinen gewohnten Gang geht, sollten sie nicht vergessen,dass ein Israeli in meinem Alter bereits mehrere Kriege, die zweite Intifada mit ihren dutzenden blutigen Selbstmordanschlaegen und Scud-Raketen auf Tel Aviv miterlebt hat.<br />
Zu seiner Lebensfreude zu stehen ist weniger Verdraengung als mehr Ueberzeugung, ohne die man hier schnell einpacken koennte.</p>
<p>Ein Israeli in meinem Alter war drei Jahre bei den israelischen Streitkraeften und weiss, dass diese gegen Terroristen kaempfen und nicht gegen Zivilisten.<br />
Es ist ihm auch klar, dass Hamas nur deswegen keine Raketen auf Tel Aviv feuert, weil sie noch keine Raketen mit solcher Reichweite haben. Dass die Hamas die Vernichtung Israels anstrebt. Dass es richtig ist die Hamas zu bekaempfen. Dass sich Hamas in diesem Kampf hinter der palaestinensischen Zivilbevoelkerung versteckt um die israelische Zivilbevoelkerung zu terrorisieren. Dass sie mit Bildern toter Zivilisten kaempft. Bilder toter Israelis um Israel zu demoralisieren und Bilder toter palaestinensischer Zivilisten um Israel zu demoralisieren.</p>
<p>Wenn ein Israeli in meinem Alter die Schreckensbilder aus Gaza sieht, laesst ihn das nicht kalt. Er empfindet aufrichtiges Mitleid. Ich stelle das im Umgang mit Israelis in meinem Alter hier immer wieder fest. Die Bilder toter Zivilisten im Gaza belasten das israelische Gewissen. Ich stelle das im Umgang mit &#8220;einfachen Menschen&#8221; im KKH immer wieder fest.<br />
Trotzdem hielt und haelt eine ueberwaeltigende Mehrheit von Israelis die Militaeroperation gegen die Hamas fuer richtig. Wer den Islamterror als Ursache des Leidens der Israelis und auch der Palaestinenser ansieht, erkennt, dass eine Befuerwortung des Waffengangs das Mitleid mit den zivilen Opfern im Gaza nicht ausschliest. Wenn man die breite Unterstuetzung der Israelis fuer cast lead verstehen will, ist es wichtig zu sehen, dass sie Ursache und Folge nicht wild durcheinander bringen. Hamas traegt die Verantwortung fuer alle Toten. Sie sind ihr Programm. Tod Israel als Ziel und tote Palaestinenser als Mittel.<br />
Ein kleiner Beitrag gegen das Treiben der Moerderbande kann durchaus auch darin bestehen sich nicht einschuechtern zu lassen. Ausgehen gegen den Terror.</p>
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