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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Uncategorized</title>
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		<title>Die weiße Stadt</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 08:05:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Das die &#8221;Weiße Stadt&#8221; von Tel Aviv die weltgrößte Ansammlung von Gebäuden im Bauhaus-Stil  hat, errichtet von jungen europäischen Architekten, ist weithin bekannt. Wobei der Stil korrekt als Internationaler Stil bezeichnet werden muss.

Die Architekten kamen vor allem im Zuge der fünften Aliya, nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland 1933 .
 Tel Aviv wuchs in den Jahren 1934 bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das die &#8221;Weiße Stadt&#8221; von Tel Aviv die weltgrößte Ansammlung von Gebäuden im Bauhaus-Stil  hat, errichtet von jungen europäischen Architekten, ist weithin bekannt. Wobei der Stil korrekt als Internationaler Stil bezeichnet werden muss.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-553" title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_2394-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p>Die Architekten kamen vor allem im Zuge der fünften Aliya, nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland 1933 .</p>
<p> Tel Aviv wuchs in den Jahren 1934 bis 1947 von ca. 75.000  auf 230.000 Einwohner. Der &#8221;Internationaler Stil&#8221; trug den damit verbundenen Bedürfnissen nach Wohnraum Rechnung. Gebaut wurde in Anlehnung an die Prinzipien der  Bauhauschule. Nicht nur, weil die Funktionalität des Bauhaus der Erfordernis entsprach, viele bezahlbare Wohnungen für die zuströmenden Flüchtlinge zu bauen, sondern auch, weil der neue Architekturstil den Idealen der  jüdischen Bevölkerung in &#8220;Eretz Israel&#8221; entsprach.  Besser konnte die Sehnsucht nach einem Neuanfang architektonisch nicht ausgedrückt werden.</p>
<p>Das Ideal eines urbanen hebräischen Zentrums nach Gsichtspunkten moderner Hygiene und Ästhetik herrschte indes schon seit den 1880ern in den ersten jüdischen Ansiedlungen  außerhalb Yafos, aus denen Tel Aviv 1909 hervorgegangen ist.</p>
<p>Tel Aviv sollte in Anlehnung an die Gartenstadtbewegung als moderne Stadt mit  Boulevards, großen und klenen Plätzen geplant werden, die den Menschen als Treffpunke dienen.</p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/100_1123-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> In der Stadtplanung, soweit sie umgesetzt wurde und den Gebäuden des Inernationalen Stils  spiegelt sich die zionistische und sozialistische Stimmung der Gründerzeit. Man spürt in der weißen Stadt die Idee einer neuen, egalitären Gesellschaft auf. Funktionaler Wohnraum für Jeden statt Repräsentation. Nirgends wurde modernes Wohnens so radikal umgesetzt wie in Tel Aviv. Die klare und regelmäßige Formensprach hat genau in den Geist der Zeit gepasst.</p>
<p><img title="bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4148-300x225.jpg" alt="bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p>Kennzeichnend für den internationalen Stil sind insgesamt die Archtiektur als Volumen, Regelmäßigkeit statt Symmetrie, Vermeidung von schmückender Dekoration, Eleganz der Materialien, technische Perfektion und feine Proportionen. Letztere Prinzipien wurden in Tel Aviv nur ansatzweise erreicht.</p>
<p><img title="bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4126-300x225.jpg" alt="bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4157-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> <img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4242-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4182-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_41831-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4186-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4192-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p>Die &#8220;Bauhausschule&#8221;, die architektonisch den sozialen und zionistischen Idealen entsprach, wurde entsprechend der spezifischen Wetterverhältnisse mehrfach modifiziert und an die Hitze und Feuchtigkeit angepasst. Viel Aufmerksamkeit wurde auf Licht und Schatten verwendet.</p>
<p> </p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-536" title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/100_1124-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> <img title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4167-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p>Die Prinzipien unterlagen vielfachen Einflüssen und Modifikationen. Le Corbusier hat die Erscheinung des &#8220;Internationalen Stils&#8221; stark geprägt. Auf ihn geht das Aufstelzen der Gebäude, die Nutzung der Dächer und der weiße Stuck zurück.</p>
<p> Von Mendelsohn kamen unverwechselbare Modifikationen. Er hat sich mit dem kalten Eindruck des industrialisierte und normierte Bauens nicht abgefunden. Man erkennt in Tel Aviv deutlich, wie den Gebäuden Charakter gegeben wurde, um den menschlichen Aspekt gegnüber dem Eindruck rein industrieller Abfertigung zu betonen.</p>
<p>Stiltypisch für den Internationalen Stil in Tel Aviv sind die vielen eleganten Rundungen, die den Beitrag des Menschen in der Planung und Errichtung der Gebäude betonen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-546" title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4226-300x225.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="225" /></p>
<p> </p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-547" title="Bauhaus" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/185_4240-300x215.jpg" alt="Bauhaus" width="300" height="215" /></p>
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		<title>Israelreise &#8211; pt.7 &#8211; Gilo</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 19:31:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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Gilo &#8211; juedischer Stadtteil auf einem Huegel im Sued-Osten der israelischen Hauptstadt Jerusalem.
Ich war in Gilo und moechte gegen eine Suggestion, wie sie die Zeit in ihrer Bilderwahl betreibt, ein paar Eindruecke wiedergeben, die sich beim Besuch von Gilo aufdraengen.
 Es werden keine Wohnblocks neben Moscheen geklotzt.
In Gilo leben Menschen, die eine ruhige Vorortlage teurem Innenstadttrubel vorziehen. Gilo [...]]]></description>
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<tbody>
<tr>
<td> </td>
</tr>
</tbody>
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<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>Gilo &#8211; juedischer Stadtteil auf einem Huegel im Sued-Osten der israelischen Hauptstadt Jerusalem.</p>
<p>Ich war in Gilo und moechte gegen eine <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-11/gilo-siedlungsbau-kritik-un-usa">Suggestion, wie sie die Zeit in ihrer Bilderwahl betreibt,</a> ein paar Eindruecke wiedergeben, die sich beim Besuch von Gilo aufdraengen.</p>
<p> Es werden keine Wohnblocks neben Moscheen geklotzt.<br />
In Gilo leben Menschen, die eine ruhige Vorortlage teurem Innenstadttrubel vorziehen. Gilo ist sehr schoen auf einem Huegel gelegen und wie andere Pendler-Peripherie zu Geschaeftszeiten aeusserst unbelebt. Gilo ist eine Wohnsiedlung, in der bereits tausende Juden leben. Die Idee, dass sich in Gilo Unrecht manifestiert steht in krassem Gegensatz zu der friedlichen Realitaet vor Ort. Der palaestinensische Anspruch auf diesen Huegel, der nie palaestinensisch war, sondern jordanischer Militaerstuetzpunkt, bevor Israel ihn erobert und zum Gebiet seiner Hauptstdt geschlagen hat, scheint absurd. Es ist nicht so, wie es uns die Bildsprache der Zeit einblaeuen mochte. </p>
<p>Auf religioesem Wahn oder grossisraelischer Motivation keine Hinweise. Tatsaechlich draengt sich der Reiz der Lage auf und macht es sehr plausibel, dass es einen Bedarf an neuen Wohneinheiten gibt.</p>
<p>Niemand hat die Araber seiner Zeit gezwungen, den juedischen Staat in den Wuergegriff zu nehmen und ihm eine Reihe von Kriegen aufzuzwingen, die zu israelischen Gebietsgewinnen gefuehrt haben. Der Plan, jetzt alles zu annulieren und alle Gebiete jenseits der sogenannten gruenen Linie zum Sperrgebiet fuer Juden zu machen, ist von den Entwicklungen der letzten 40 Jahre ueberholt. Und vorbei an den Realitaeten kann kein vernuenftiger Kompromiss gefunden werden. Sich ueber Wohnungsbau in Gilo zu entruesten geleitet den Nahostkonflikt unter das Licht palaestinensischer Propaganda, die nicht viel zur Erleuchtung beitragen kann.</p>
<p>Von Gilo bietet sich ein freier Blick ueber Jerusalem. Freies Schussfeld und damit ein weiterer Grund, warum es muessig ist, palaestinensische Ansprueche gerade auf diesen Teil Israels zu diskutieren.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-417" title="gilo VII" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-VII.jpg" alt="gilo VII" width="600" height="450" /></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-423" title="gilo VI" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-VI.jpg" alt="gilo VI" width="600" height="450" /></p>
<p> </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-421" title="gilo IV" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-IV.jpg" alt="gilo IV" width="600" height="450" /></p>
<p> </p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-420" title="gilo III" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-III.jpg" alt="gilo III" width="600" height="450" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-419" title="gilo II" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-II.jpg" alt="gilo II" width="600" height="450" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-418" title="gilo I" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-I.jpg" alt="gilo I" width="600" height="450" /></p>
<p>freier Blick von Gilo auf das Zentrum Jerusalems</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-422" title="gilo V" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/gilo-V.jpg" alt="gilo V" width="600" height="446" /></p>
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		<title>Regentage</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/11/14/ragentage/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 10:53:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu schauerlichen Regentagen Ende Oktober gab es die deutsch-israelischen Literaturtage, organisiert vom Goethe-Institut.
Lesugen von deutschen und israelischen Autoren an verschiedenen Orten der Stadt mit anschliessendem Autorengespraech. Uebergeordnetes Thema der 5taegigen Veranstaltung, einer Biennale im Uebrigen, war Leben und Schrieben in den Staedten und als Hommage an Tel Aviv zum 100. konzipiert und auch als Hommage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu schauerlichen Regentagen Ende Oktober gab es die deutsch-israelischen Literaturtage, organisiert vom Goethe-Institut.<br />
Lesugen von deutschen und israelischen Autoren an verschiedenen Orten der Stadt mit anschliessendem Autorengespraech. Uebergeordnetes Thema der 5taegigen Veranstaltung, einer Biennale im Uebrigen, war Leben und Schrieben in den Staedten und als Hommage an Tel Aviv zum 100. konzipiert und auch als Hommage an Berlin zum 20. Jubilaeum des Mauerfalls. Womit dann ein weiterer Beitrag zum gern herbeizitierten Vergleich der beiden Staedte geleistet wurde. Ein Vergleich, der fuer mich als Ex-Kreuzberger und derzeitigem  Einwohner von Yafo keine Substanz hat. Dazu ein anderes Mal ausfuehrlich.</p>
<p>Die Auftaktveranstaltung der Literaturtage im Loft Kastiell, einem sehr schoenen 60er Jahre Loft, hat u.A. die Gruenen Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Frau Eichstaedt-Bohling und Dov Khenin auf das Sofa gebracht, auf dem sie vor gut 250 Zuhoerern eine wenig eingegrenzte Podiumsdiskussion ueber Berlin und Tel Aviv gefuehrt haben. <img class="alignright size-medium wp-image-396" title="literaturtage" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/literaturtage-300x222.jpg" alt="literaturtage" width="300" height="222" />Nichts was inhaltlich gelohnt haette, doch gab es ordentlichen Wein und leckere Haeppchen. Von der Heinrich Boell Stiftung mitorganisiert, waren einige gruene Funktionstraeger , denen stets etwas Oberstudienratshaftiges anklebt, neben Vertretern der Journaille und anderen Eventhoppern klassischen Formats mit von der Party. Es ist fuer Dialektiker spanend zu beobachten, wie bei solchen Veranstaltugen die Kulturgabe den Abend nur verziert und glaenzende Namen auf der Buehne nicht mehr als den erbaulichen Rahmen fuer die selbstreferentielle Zusammenkunft der Szene abgeben. Den Grundpfeiler der Zusammenkunft bildet der hochtrabende Austausch, den small talk zu nennen wohl die Etikette des elitaeren Kreises verbietet. Das staendige Wechseln kleiner Gespraechsgruppen im Anschluss an die Darbietung, in denen allen Vorgaben des Milieus entsprochen wird. Artverwandt mit den Hardcore Konzerten in selbstverwalteten Jugendzentren. Getruebt im Falle des Goethe Instituts nur durch die staendig spuerbare Obligation des Veranstalters, Deutschland im Ausland den Anstrich einer Nation von Dichtern und Denkern zu geben. Nicht ohne sich des hinterlistigen Tricks zu bedienen, mit einem &#8220;kritischen Deutschlandbild&#8221; die arge Propaganda zu verschleiern. Im Gegensatz zu den JuZe wird uebrigens trotz millionenfach gewichtigeren Subventionen auf der Buehne selten etwas von der Art produziert, die unsere Verstaendnismuster herausfordert, und damit eine kulturell wertvolle Erfahrung zeitigt.</p>
<p>Pflichttermin war der Abend im Loft aber, da ich einmal den sagenumwobenen Dov Khenin hab reden hoeren wollen, diesen Abgeordneten der juedisch-arabisch kommunistischen Partei in der Knesset, der es in Tel Aviv bei der <a href="http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2943">Buergermeisterwahl mit einem tiefroten Programm</a> mit Unterstuetzung tausender Ehrenamtlicher auf mehr als ein Drittel der Stimmen gebracht hat. Ein Vorzeigeintelektueller.</p>
<p>Wein und Haeppchen waren trotzdem die Hoehepunkte.</p>
<p>In einer Raumschiff genannten Buerowohnung eines bekannten Architekten des Bauhaus fand der zweite Abend der Biennale statt. Wein war da, allerdings mittelmaessiger und formlos zur Selbstbedienung in ein Eck verbannt, waehrend dem Autorengespraech in Anschluss an die Lesung jede Strukktur abhanden gekommen war und auf weitlaeufig angelegte Fragen abgekoppelte Antworten erfolgten und es nur beim Ton zu staendigen richtigen Rueckkopplungen kam. Die beiden Frauen des Abends konnten aber trotz unzulaenglichem setting beeindrucken. Ich habe zum ersten Mal von der mir bis dahin unbekannten Autorin <a href="http://www.judithkuckart.de/">Judith Kuckart</a> gehoert, bei deren Weg von der Taenzerin zur Schriftstellerin auch die Einstuerzenden Neubauten eine Rolle gespielt haben. Israelische Schriftstellerin war <a href="http://www.ithl.org.il/author_info.asp?id=68">Orly Castel-Bloom</a>, deren Werk mehrfach ausgezeichnet und sowohl in Israel als auch international trotz ihrer ralaiv jungen Jahre einige Wuerden empfangen hat. Sie hat sich an dem Abend ohne Zweifel als eine Persoenlichkeit dargestellt, der ich abkaufe, dass sie sehr gut schreibt. Seit dem Abend wartet ihr Buch Dolly City darauf, auch von mir gelesen zu werden. Auf den Heimweg gab es nervigen Nieselregen.</p>
<p>Ungut hat sich dann der dritte Abend angefuehlt, den ich verlassen habe, bevor ihn Frau Dachs von der Zeit eingeleitet hat. Zu verfuehrerisch war es vom Cafe Yafo, wo es an dem Abend gar keinen Wein umsonst gab, davonzuschleichen und daheim einen Stoever zu schauen. Es war einer der unangenehmen Schauertage, die es hier selten, aber doch gerade an dem Tag sein musste.</p>
<p>Ich werde, unabhaengig von der Wettermisere waehrend der Literaturtage, mit dem Goethe Institut als Veranstalter nicht warm. Goethe selbst war um einiges lebendiger als die nach ihm benannten Kulturbotschafter, bei denen man nach Anzueglichkeiten, wie sie an manchen Stellen des Faust anklingen, vergeblich sucht und nur die hochtrabende Langeweile einer Ifigenie von Tauris findet.<br />
Am vierten Tag war ich dann aber doch wieder. Weil es schon um vier und damit guenstig nach Arbeit war und in dem vorzueglichen italienischen Restaurant Radio Rosco, wo ich richtig auf den Hauswein spekuliert habe. Der Lesung nach zu urteilen, waren zwei gute Autoren beim Italiener auf die Buehne geladen. Leider hab ich ihre Namen vergessen.</p>
<p> Den fuenften Tag hab ich mir geschenkt. Als die Literaturtage vorbei waren hatte ich 38,7</p>
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		<title>Verstand und Verstaendigung</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/11/10/verstand-und-verstaendigung/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 17:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, dass ich mich auf anruechige Weise an der Voelkerverstaendigung beteilige. Nicht, dass es mir am Herzen liegt mein Heimatland in positives Licht zu stellen, doch gibt es zu Anlaessen wie dem deutsch-israelischen Netzwerkforum stets jene Art von Unterhaltung, der ich seit meiner Sozialpaedagogenzeit immer wieder bedarf. Dieses maechtig aufgedonnerte Blabla, die Beschwoerung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss gestehen, dass ich mich auf anruechige Weise an der Voelkerverstaendigung beteilige. Nicht, dass es mir am Herzen liegt mein Heimatland in positives Licht zu stellen, doch gibt es zu Anlaessen wie dem <a href="http://www.idg.org.il/events/2009/networkingforum/invitation_flyer.pdf">deutsch-israelischen Netzwerkforum</a> stets jene Art von Unterhaltung, der ich seit meiner Sozialpaedagogenzeit immer wieder bedarf. Dieses maechtig aufgedonnerte Blabla, die Beschwoerung von Synergieeffekten, Darlegung von Schnittstellen. Natuerlich um einiges praechtiger insziniert als die AGs und Netzwerkbemuehungen in der Jugendarbeit, doch im Prinzip sehr aehnlich. Das deutsch-israelische Netzwerkforum wurde veranstaltet von der deutsch-israelischen Gesellschaft, einem zweifellos moralisch integeren Verein, der aufrichtig Pro-Israelisch ist, und fand im Goethe Institut statt. Ich war dabei, um mich von jener gewaltigen Anstrengung zu ueberzeugen, den verschiedenen Aktivitaeten im Bereich des deutsch-israelischen Austausches ein gemeinsames Forum zu geben. Zum Auftakt hat seine Exzellenz der Botschafter gegruesst und dann haben viele Menschen von Rang und Namen auf dem Podium diskutiert. Danach folgetn Workshops und der, den ich besucht habe, fand im &#8220;Raum Frankfurt&#8221; statt. Der Direktor vom <a href="http://www.yifc.org/">Young Israeli Forum for Cooperation</a> war Moderator und hat mit ausufernden Erklaerungen und Kreisdiagrammen das Bemuehen seiner Organistion um Frieden in Nahost und die Verbesserung israelisch-europaeischer Beziehungen dargelegt. Teilnehmergemischte interkulturelle Projekte, das Crack der NGO-Branche, wurden vorgestellt und ambitionierte Plaene ausgebreitet. Auf der Schiene der israelisch-europaeischen Kooperation soll eine Art Dachorganisation von NGOs gegruendet werden um die Zivilgesellschaften beider Seiten in Austausch zu bringen. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich die Plaene der Verstaendigungsjunkies nur so gut widergeben kann, wie ich sie selbst verstanden habe. Kurzum plant die Organisation Voelkerverstaendigung 2.0 in grossen Stil. Nun stellt sich der geplanten Kooperationsplattform aber ein Problem. Mehrere europaeische NGOs weigern sich einer Dachorganisation israelischer und europaeischer NGOs beizutreten, wenn der Nahostkonflikt darin nicht gebuehrend zur Sprache kommt. Problematisch fuer das Vorhaben, da viele Israelis den Nahostkonflikt nicht mit Europaeern diskutieren moechten. In einer vorangegenagenen Diskussionsveranstaltung hat ein Repraesentant des <a href="http://www.biu.ac.il/Besa/">Begin Sadat Center</a>fuer strategische Studien formuliert, dass der Konflikt nur Israelis und Palaestinenser angeht. Eine solche Einstellung ist natuerlich unvereinbar mit dem Draengen der Europaeer, den Nahostkonflikt mit ihnen zu diskutieren. Was tun? Die Frage, die dem Direktor des Kooperationsforums einige Kopfschmerzen zu bereiten scheint, wurde zum Thema des workshops. Um es gleich vorwegzunehmen war das Fazit der Diskussion eineinhalb Stunden spaeter, dass man sich zunaechst seiner eigenen Einstellung kritisch bewusst werden muss und dann erst in Dialog kommen kann und dieser aber &#8211; wunder wer &#8211; ganz furchtbar wichtig ist. Trotzdem fanden sich in dem Geschwaetz, dass dazwischen lag, einiges dialektisch unterhaltsames. Die anwesenden Europaeer,waren Deutsche, die Israel gegenueber sympathisch eingestellt sind und versucht haben aus dieser Einstellung heraus zu ergruenden, warum es ihren Landsleuten ein solch brennendes Beduerfnis ist, Israel in erster Linie mit dem Nahostkonflikt zu assoziieren. Europaeer &#8211; und hier wurde stets am Beispiel von Deutschen explifiziert &#8211; muessen sich zwangslaeufig ein falsches Bild von Israel machen, da sie in den Nachrichten und Zeitungen stets nur im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt ueber Israel erfahren. Womit die Vorbehalte der Europaeer mit Israelis zu kooperieren, ohne den Nahostkonflikt zu diskutieren, erklaert wurden.<br />
Ich habe mich selbst schon gefragt, warum es Europaeern ein so starkes Beduerfnis ist, in Hinblick auf den Nahostkonflikt, Israel zu massregeln und abzustrafen. Es waere blauaeugig anzunehmen, dass es den Europaeern mit ihrer Obsession den Nahostkonflikt mit Israelis zu diskutieren um etwas anderes als Tadel ginge. Selbst dem workshop war das klar, wenn es auch nicht ausgesprochen wurde im &#8220;Raum Frankfurt&#8221;.</p>
<p>Vielmehr wurde eroertert, dass der Nahostkonflikt einer Verstaendigung von Europaeern und Israelis so lange im Wege steht, wie Europaeer ein falsches Bild von Israel in den Medien vermittelt bekommen. Mehrere Deutsche haben dargelegt, wie ueberascht sie waren, Israel anders anzutreffen, als sie es vermutet haben. Viele Israelis haben beklagt, dass sie in deutschland oft fuer Israels Rolle im Nahostkonflikt an den Pranger gestellt wurden.</p>
<p>Ist es aber tatsaechlich das mediale Zerrbild von Israel, dass es den Europaeern unmoeglich macht, abseits des Nahostkonflikts mit Israel eine Zivilgesellschaft zu assoziieren, die sich mit Problemen wie Umwelt, Altersvorsorge, Verkehr, Bildung usw. beschaeftigt.</p>
<p>Dass es auch in Israel eine gruene Bewegung gibt, Sozialisten, Veganer und was sonst zur modernen Welt gehoert, scheint ganz offensichtlich viele Europaeer nicht davon abzubringen im Kontakt mit Israelis stets ohne Umschweife auf den Nahostkonflikt zu kommen.</p>
<p>Es wurde festgehalten, dass in der Medienlandschaft Verwertungszwaenge herrschen, die immer wieder auf ein Neues eine Berichterstattung zeitigen, die nach dem Geschmack der Leser und anderer Nachrichtenkonsumenten ist. Das haben selbst die anwesenden Jusos zu meinem Erstaunen schon erkannt. Woraus zu ergruenden war, was den Leser interessiert. Der Leser wuenscht Konflikt und Knall auf Peng, wodurch die klare Sicht auf Israel versperrt wird und nur dort Einblicke gewaehrt werden, wo scharf geschossen wird. Das waere eine brauchbare Erklaerung. Ich teile sie aber nicht.</p>
<p>Herr Jessen von der Welt hat den Hinweis eingebracht, dass der Nahostkonflikt die hoechsten Wegzapraten im deustchen TV hat. Das war sehr interessant, da ich beim Lesen der grossen Tageszeitungen im Internet feststelle, dass jeder Bericht zu Nahost in die Charts der meistkommentierten Artikel katapultiert wird. Die emotionale Anteilnahme breiter Schichten deutscher Nachrichtenkonsumenten an den Geschehnissen hier, bedingt ganz augenscheinlich eine ueberproportionale Nahost Berichterstattung, die jenen Teil der Nachrichtenkonsumenten, die keine Nahost-Obsession hegen, zum Wegzappen zu draengen scheint.</p>
<p>Ich habe auf den ausgepraegten sekundaeren Antisemitismus in Europa und v.a. in Deutschland verwiesen, da meiner Meinung nach nicht die schlicht sensationelle Lust am blutigen Konflikt dasProfil der Nahostberichterstattung schaerft. Ich denke nicht, dass die Berichterstattung das Israel-Bild praegt, sondern das Gegenteil der Fall ist. Das antiisraelische Ressentiment ist auf staendiger Suche nach Indizien fuer sein verzertes Nahost-Bild bzw. Weltbild. Der Journalist kann sein Produkt nur dann gewinntraechtig platzieren, wenn er eine Rezeption zulaesst, die das antiisraelische Ressentiment der Konsumenten kitzelt.</p>
<p>Ich moechte ein Beispiel geben. Von Gestern, dem deutschdeutschen Gedenktag zu 20 Jahre Mauerfall. In der Zeit erschien unter allerlei Ehrerbietung an den Durchbruch 1989 ein Artikel mit dem unpoetischen Titel Palästinenser reißen Segment der Mauer nieder. Obwohl es bei Weitem nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal war, dass Aktivisten Hand an die Sperranlage gelegt haben, war es sicher kein Zufall, dass die Aktivitaet es gerade an solch historischem Tag fast ganz nach oben auf zeit.de gebracht hat. Obwohl angenommen werden muss, dass die Zeit Redakteure nuechtern genug sind, zwischen dem einen Mauerfall und dem anderen keinen Zusammenhang, ausser dem rein physischen Entstehen einer Luecke, zu sehen. Wie sie auch gebildet genug sein werden, zwischen der einen und der anderen Mauer kein gemeinsames Fundament auszumachen. Doch scheint die Verlockung in den Redaktionsstuben zu stark gewesen zu sein, diese liderliche Assoziation zwischen den Mauern anzubieten, bzw. der Anschauung weiter Teile der Leserschaft Zucker zu geben. Und die Kundschaft hat angebissen. Heute ist der kurze Artikel bereits der meist kommentierte. Es war nicht anders zu erwarten. Zaehlen sie einmal das Wort Apartheid in den Kommentaren zu vorangegangenen Berichten ueber Israel.</p>
<p>Zurueck zu den NGOs und dem Sekundaerern Antisemitismus. Ich habe versucht zu erlaeutern, dass dieser in manche NGO-Charta, u.a. in die der Globaisierungskritiker, eingearbeitet ist. Natuerlich fehlen mir da die Worte eines Grigat, und so wurde der Aspekt nicht fuer wuerdig empfunden diskutiert zu werden, und eigentlich ist es auch nicht angebracht ueber den bloedsinnigen workshop hier so viele Worte zu verlieren. Doch haben mich nach dem workshop gleich zwei Israelis aufgesucht, um mich zu fragen, ob denn wirklich eine Mehrzahl von deutschen Anti-Israelische Ressentiments antisemitischer Faerbung pflegt. Urteilen sie selbt, angesichts von Umfragen, die besagen, dass die Haelfte der Deutschen der Meinung ist, <a href="http://www.honestly-concerned.org/Heitmeyer.htm">die Israelis wuerden mit den Palaestinensern umspringen, wie die Nazis mit den Juden.</a></p>
<p>Am Abend des Netzwerkforums haben dann die Dienststellenleiter der verschiedenen deutschen Parteistiftungen auf Englisch ueber das Ergebnis der Bundestagswahl diskutiert. Bei den Fragen aus dem Publikum hat ein Israeli mir aus der seele gesprochen, als er gefragt hat &#8220;why the hell should Israel care for what Germany thinks?&#8221; als die Haltung eines CDU/FDP regierten Deutschland zum Nahostkonflikt ergruendet wurde. Der Direktor der Friedrich Naumann Stiftung in Tel Aviv, Parteifreund von Westerwelle war der Ansicht, dass Israel sich zu viel erlaubt.</p>
<p>Einige Tage nach dem Netzwerkforum hat es mich noch einmal in den &#8220;Raum Frankfurt&#8221; verschlagen. Zu einer Buchvorstellung. Igal Avidan zeichnet ein authentisches Bild von inem Staat, der sich selbst sucht. Ein Haufen linke Aktivisten kommen zu Wort und Ehren, eine Reihe pseudosignifikanter Konflikte im Kleinen werden aufgefuehrt. Dabei gibt es viele Menschen, die zu befragen es sich mehr lohnen wuerde, wenn das ernsthafte Interesse geboten waere, die israelische Seele zu erkunden. Viele Menschen muessten es auf jeden Fall sein, da Israel so viele Gesichter hat, dass wir, die wir aus einer Gesellschaft mit strenger Leitkultur kommen, uns nur wundern koennen ueber den Schmelztigel der Kulturen hier. Ein Eindruck, der auch auf meine Gaeste stets den staerksten Eindruck macht.<br />
Ein israelischer Journalist hat zu recht angemerkt, dass Avidan seine Gespraechspartner zu subjektiv ausgewaehlt, als dass er objektive Geltung erlangen koennte mit seinem Israel-Bild.</p>
<p>Dabei wuerde es sich auf jeden Fall die Muehe lohnen, sich mit den Menschen hier zu unterhalten, um etwas ueber die israelische Seele zu erfahren. Wenn nur der Versuchung widerstanden wird, stets nur aufgeblasene Schwaetzer der verblassenden Linken um ihre Meinung zu bitten, um ein authentisches Bild zu zeichnen.</p>
<p>Ich schlage zwei BewohnerInnen aus einem Moshav im Norden vor. Zwei Menschen, die der Masenvernichtung der Juden durch die Deutschen entkommen sind. Ueberlebende des Konzentrationslagers Ausschwitz, die nach ihrer Befreiung durch Europa geirrt sind, um schlieslich in einem yugoslawischen Hafen ein ueberladenes Schiff zu besteigen um in Eretz Zion neu anzufangen. Ein Schritt ohne Alternative. Vor der Kueste des ersehnten Landes wurden sie abgefangen und auf Zypern interniert, bevor sie nach einjaehrigem Aufenthalt dort es doch geschafft haben, ueberzuschiffen. Durch verschiedene Auffanglager geschleusst wurden, mehrfach ,von den Englaendern entwaffnet den Angriffen arabischer Milizen ausgesetzt. Schliesslich in einem Kibbutz im Zentrum gelandet sind, wo sie die Ausrufung des juedischen Staates durch Ben Gurion am Radio im Versammlungsraum des Kibbutz mit Freudentraenen aufgenommen haben. Ein Staat, von Juden regiert. Auf die Freude folgte die Ernuechterung. Am naechsten tag sahen sie sich bereits in einem Krieg, der ueber den eben gegruendeten Staat in form mehrerer arabischer Armeen hereinbrach, denen es um nicht weniger als die Vernichtung der Heimstaette der Juden ging. Nach acht Jahren im Kibbutz sind sie in einem Moshav im Norden ansaessig geworden. Viele Kriege, die dem juedischen Staat aufgezwungen wurden, folgten, doch leben ihre Enkel heute in einem freien Staat. Eine Freiheit, die noch immer der Verteidigung bedarf. Meine Freunde in jenem Moshav, Maccabi Haifa Fans in meinem Alter, haben selbst schon einige Kriege miterlebt. Das Prinzip der eliminatorischen Gesinnung ist den Feinden des juedischen Staates seit dessen Gruendung nicht abhanden gekommen. Der Dienst in der Armee ist Pflicht und Ueberzeugung. Auch und gerade unter den Kibbutzniks und Moshavniks, die schon immer links waren und dem palaestinensischen Staat das Wort geredet haben, bis die Losung &#8220;Land fuer Frieden&#8221; im Kassamhagel besiegelt wurde. Ich war zu einem feierlichen Abendessen im Moshav eingeladen. Ein Enkel der Holocaustueberlebenden hat seinen Armeedienst abgeleistet und ist nun in der Reserve. Sein Vater hat eine amerikanische Juedin aus Brooklyn geheiratet und seine Tante ist inzwischen geschieden, Kuenstlerin und Lebefrau. Seine Cousins und Cousinen haben ihren Armeedienst schon abgeleistet, einer hatte sich weitere Jahre als Offizier verpflichtet. Sie bilden sich derzeit in der Ingineurskunst, chinesischer Medizin bzw. Design. Hinter der augenscheinlichen Normalitaet eines unspektakulaeren Abends liegen die besonderen Umstaende des Lebens in Israel. Wie die ueberwaeltigende Mehrheit der Israelis haben sie den Waffengang gegen die Hisbollah und Hamas unterstuetzt. Der Offizier war in den Libanon abkommandiert. Bei Tisch wurde ueber Kuchenrezepte, Computerprobleme, das Wetter, ein Theaterstueck und Urlaubsplaene konversiert. Allerweltsthemen. Es ist schwer zu vermitteln, dass die Israelis es einerseits bedauern mit den Nachbarn im Unfrieden zu leben und aber zu keiner Zeit bereit sind die Verteidigung ihrer Existenz gegen die Moerderbanden und Gottesstaaten in der Region aus der Hand zu geben. Die Notwendigkeit vom Staat und seiner Armee geschuetzt zu werden, aktualisiert sich fast taeglich. Andererseits sind die Menschen nicht bereit, dem Dauerkonflikt mehr Platz in ihrem Leben einzuraeumen als er notwendiger Weise beansprucht. Wer ein authentisches Bild der israelischen Gesellschaft zeichnen moechte, sollte das beruecksichtigen. Es ist ein famoses und zugleich ungewuerdigtes Phaenomen, dass die Israelis, Auge in Auge mit eliminatorisch gesinnten Antisemiten, eine solch vitale Demokratie pflegen.</p>
<p>Im Moshav steigt ueberigens einmal die Woche auf ein Fussballspiel, bei dem sich eine Auswahl des Genossenschaftsdorfs einem Team aus Beduinen der umliegenden Beduinendoerfer entgegensieht.</p>
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		<title>Quartalsbericht pt.4</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 17:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Doch weiss ich, dass die werte Leserschaft aus Israel Anmerkungen zu Politik erwartet und nicht zum Sport. Anfang Oktober war das Land knapp drei Minuten gefesselt. Hamas hat im Tausch fuer die Freilassung einiger Gefangener ein Video uebergeben, in dem sich der seit knapp vier Jahren entfuehrte Israeli Gilad Shalit zu Wort meldet. Die Ausstrahlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Doch weiss ich, dass die werte Leserschaft aus Israel Anmerkungen zu Politik erwartet und nicht zum Sport. Anfang Oktober war das Land knapp drei Minuten gefesselt. Hamas hat im Tausch fuer die Freilassung einiger Gefangener ein Video uebergeben, <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1118449.html">in dem sich der seit knapp vier Jahren entfuehrte Israeli Gilad Shalit zu Wort meldet</a>. Die Ausstrahlung hat Israels Strassen leergefegt. Gebannt haben Millionen die Aufzeichnung verfolgt, um sich einen Eindruck vom Zustaend des jungen Soldaten zu machen, der den Terroristen von Hamas in die Haende gefallen ist.  Das Schicksal von Gilad Shalit bewegt die Menschen in diesem Land auf empfindliche Weise, da alle Familien hier, mit Ausname der Ultraorthodoxen und vieler Araber, ihre Soehne und Toechter fuer drei bzw. zwei Jahre zur Armee schicken. Plus Reservedienst. In den Haenden der Verteidigungsstreitkraefte liegt die Existenz des juedischen Staates.</p>
<p> <br />
Iran propagiert eine Welt ohne Zionismus und bastelt in diesem Sinne nicht nur fleissig an der Atombombe, sondern haelt auch seine Filialleiter an den Grenzen Israels - Hamas und Hizbollah - an, aufruesten um die Zerstoerung des juedischen Staates nach Kraeften zu befoerdern. Eine schiffsladungsgewaltige Waffenlieferung hat juengst Zeugnis abgeliefert.</p>
<p> <br />
Indes der jihaddistische Geist durch die palaestinensischen Gebiete tobt und die UNRWA sich um einen Nachschub an Fluechtlingen kuemmert, deren scheinheilig geforderte Rueckkehr den juedischen Staat demographisch sprengen wuerde. <img class="alignright size-medium wp-image-322" title="UN" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1372-300x225.jpg" alt="UN" width="300" height="225" />Nur bei den Palaestinensern wird der Status Fluechtling vererbt, wodurch die Anzahl der Fluechtlinge ueber die Gerationen staendig waechst. Ich sehe oft die dicken UN Autos in Jerusalem rumfahren, letztens sogar im beschaulichen Holon, und mache mir so meine Gedanken ueber die Moral einer Organisation, die an der Konservierung des Leids der Palaestinenser mitwirkt, indem sie immer nur foerdert, aber nie fordert. Es ist die ganz grosse Sozialhilfe, die bedingungslos gewaehrt wird, und einen ihrer Agenten habe ich hier in Yafo getroffen. Und er hat mir unumwunden zugestanden, dass die Hilfsorganisationen, einschliesslich seiner eigenen, sich in den Gebieten auf den Fuessen stehen. Ich war nach dem Treffen erst recht in meinen Beobachtungen bestaerkt, dass ein Frieden im Nahen Osten niemandem so sehr schaden wuerde wie jener gewaltigen Branche aus Entwicklungshilfeorganisationen, Fluechtlingshelfern, Krisenbeobachtern, Stiftungen, die sich um diesen Frieden vorgeblich bemuehen. Problematisch problematisch fand er es nicht, dass seine und andere Organisationen den Palaestinensern alle Aufgaben aus den Haenden nehmenen, die in einem stets geforderten souveraenen Staat Sache der Palaestinenser selbst sein muessten. Ich war an eine Begegnung mit einem Mitarbeiter der UNRWA, die sich um die palaestinensischen Fluechtlinge kuemmert, waehrend alle anderen Fluechtlinge dieser Welt das Bier der weit schlechter ausgeruesteten  UNHCR sind, erinnert. Der Kerl hat mir 2004 in Jerusalem von seiner Arbeit in Jenin erzaehlt, dabei uebrigens den Mythos des Massakers von Jenin aufgewaermt, als ob die UN damals noch nicht gewusst haette, dass diese perfide Propaganda schon widerlegt war. Schliesslich hat er noch einige offen antisemitische Ansichten seiner Kundschaft dargelegt. Wir haben einen Tagesausflug nach Hebron unternommen, von dem er sich wohl paedagogisch in Hinsicht auf meine ProIsraelische Meinung einiges versprochen hat. Es ist bei solchen Dienern der Voelkergemeinschaft nicht selten, dass sie fest der Meinung sind, dass ein Blick auf das palaestinensische Leiden jede Solidaritaet mit Israel zerschlaegt. Dieser wenig ideologiekritische Ansatz fuehrte mir den Mann bei der UN also als Reisebegleiter nach Hebron an die Seite. Und seine eigene Empathie war tatsaechlich so grenzenlos, dass er nur lustlos mit den Schultern gezuckt hat, als mich ein Palaestinenser auf dem Markt gefragt hat, warum wir unseren Job nicht zu Ende gebracht haben, nachdem ich mich als Deutscher geoutet habe.  </p>
<p>Waehrend meine juedischen Mitarbeiterinnen im Krankenhaus die Aversionen der arabischen Welt und der UN gegen Israel als unveraenderbar ansehen, erregt die europaeische Haltung, Palaestinenser stets zu bemuttern und Israelis stets onkelhaft von der Seite anzumachen, Unverstaendnis. Ungezaehlte Massregelungen und Anti-Israelische Demonstrationen aus dem befreundeten Ausland, die jeden Schritt Israels begleiten. Bekannt aus dem Fernsehen und aus Erzaehlungen von Europa-Reisenden oder aus der Berichterstattung in Europa ansaessiger Sippe. Gerade wenn die Nerven ohnehin gespannt sind, wie bei der Militaeraktion letzten Jahres im Gaza, verursachen die demonstrativ geaeusserten Beifallsbekundungen der Europaeer fuer die Feinde des juedischen Staates bei dessen Bewohnern einen sauren Geschmack. Und es ist meinen Kollegen egal, dass die a ntiisraelische Kritik meist als Kritik an Freunden legitimiert wird, ja notwendiger Kritik sogar, die Freundschaft erst wirklich besiegelt. Ich selbst weiss, dass es ein bauernschlauer Griff in die Trickkiste ist, um an der Heimatfront antizionistisch zu punkten ohne auf den Duenkel des Freund der Juden verzichten zu muessen. Ich kann als Deutscher bei solchen Gelegenheiten nicht genuegend darauf hinweisen, dass mein Nachkriegsdeutschland moralisch bankrott ist. Adornos  &#8221;Nie wieder&#8221; ist zur Farce geworden.<br />
Ich moechte aus dem viel kritisierten Land Israel verlautbaren lassen, dass es hier eine Unzahl von Instanzen zur Wahrung der Moral gibt und diese nicht nur Stimme, sondern auch Zuhoerer haben. Es also keinen grund gibt, von aussen staendig zu intervenieren. Waere ich Israeli, wuerde mir diese freundschaftliche Dauerkritik auch auf den Sack gehen. Israelis brauchen gute Nerven in einer Welt, die ihnen viel Antipathie und nur ganz wenig Solidaritaet fuer ihren kleinen Staat entgegen bringt. Doch dafuer wirken sie herausfordernd gelassen im Alltag. Beschaeftigt mit all den Angelegenheiten, die den modernen MEnschen umtreiben. Eine Bekannte von mir, taetig fuer ein Ministerium, meinte, dass ihr Volk noch nie gemocht wurde und aber die Araber und ihre Sympathisanten nicht erreichen werden, was schon die Inquisition und die Deutschen nicht geschafft haben und der Welt die ungeliebten Juden fuer immer erhalten bleiben werden.  </p>
<p>Es gibt in der Flut der Nachrichten aus den letzten Wochen zwei Ereignisse, die wirklich fuer Aufsehen gesorgt haben. Zumindest im Krankenhaus.<br />
Passiert ist Vieles, von der erneuten iranischen Weigerung von der Urananreicherung abzusehen ueber eine Resulotion in der UN-Menschenrechtskommision, die auf ein Neues den juedischen Staat diskreditiert und daemonisiert, bis zum Saebelrasseln der Hizbollah und erneutem Raketenbeschuss aus Gaza. Interessiert haben aber v.a. zwei Geschichten. Zum einen eben Shalit. Zum anderen die Tuerkei.<br />
Nachdem Erdogan im Fruehjahr in Davos gegen Israel ausfaellig geworden ist, wurde gefragt, inwieweit dies Einfluss auf das liebste Hobby der israelischen Mittelschicht nimmt. Cluburlaub in Antalya. Die Diskussion wurde von neuen Angeboten zu Gunsten der tuerkischen Riviera entschieden und ich weiss nicht, wie oft ich mir anhoeren durfte, wie viel und gutes Essen die Tuerken doch auffahren. Dann haben sich letzten Monat die politischen Ereignisse derart ueberschlagen, dass Abstinenz nun Unumgaenglich scheint. Auch wenn es natuerlich auch weiterhin so viel billiger ist als Urlaub in Eilat.  Die Tuerkei hat die israelische Luftwaffe von einer geplanten gemeinsamen Uebung von NATO und IAF ausgeladen dann gemeinsame Militaeruebungen mit Syrien bekannt gegeben, den iranischen Praesidenten mit allen Ehren empfangen und im tuerkischen Fernsehen laeuft eine krass antisemitische Serie aus, in der israelische Soldaten Kinder exekutieren. <br />
Ich habe mit Begeisterung vernommen, dass nun Kroatien auf die Rolle der Tuerkei als Mediator israelisch-syrischer Gespraeche schielt.  </p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-324" title="NRW pace" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/102_0764-300x225.jpg" alt="NRW pace" width="300" height="225" />In Yafo gibt es eine Wand der Bruederlichkeit, auf der junge arabische Fuehrungskraefte im Rahmen eines Kustworkshops unter der Schirmherrschaft der Landesregierung NRW dilletiert haben. Einige Meter weiter sitzen Juden und Araber im beliebtesten Fischrestaurant Yafos sitzen, ohne dass dafuer Stiftungsgelder fuer die Bruederlichkeit fliessen. Wer den notorisch ausgegrenzten Arabern mit Kunst eine Stimme geben moechte, als Vergleich fallen mit Kunstprojekte mit Obdachlosen ein, muss seine Agenda auch dann pflegen, wenn sie der Realitaet einen Baerendienst erweist. Von der produzierten Kunst ganz zu schweigen, die unter sozialpaedagogischer Kandare blass bleibt. <br />
Mir faellt auf, dass es in Yafo, oder auch in Haifa, wo die ideologische Verdichtung fehlt, ein mehr oder weniger friedliches Nebeneinder gibt. Wozu also die Mahnung zur Bruederlichkeit, Nordrhein-Westfalen? Und ich habe nur ein Beispiel unter Tausenden zitiert, die queer ueber das Land initiiert sind. Es gibt hier Kunst zum Zweck der Verstaendigung in Huelle und Fuelle. </p>
<p> </p>
<p>Wobei ich darauf hinweisen muss, dass es im Wadi Nisnas in Haifa Kunst im oeffentlichen Raum zu jaehrlich wechselnden Themen gibt und das sehr ansehnlich ist. Warscheinlich, weil hier die Kunst im Vordergrund steht, auch wenn die KuenstlerInnen Araber und Juden sind.</p>
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		<title>Quartalsbericht pt.3</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 19:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ramadan habe ich unbeschadet ueberstanden, obwohl meine ohnehin nicht ausgepraegten Sympathien fuer unsere arabischen Nachbarn muslimischen Glaubens doch sehr auf die Probe gestellt wurden. Einen Monat lang wurde die Strasse am spaeten Abend mit Silvesterknallern belegt. Ich hab mich daran erinnert, als dann zum juedischen Laubhuettenfest in Jerusalem Krawall aufgefuehrt wurde, da sich die Muslime zum Anlass juedischer Feierlichkeiten vorgeblich mal wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ramadan habe ich unbeschadet ueberstanden, obwohl meine ohnehin nicht ausgepraegten Sympathien fuer unsere arabischen Nachbarn muslimischen Glaubens doch sehr auf die Probe gestellt wurden. Einen Monat lang wurde die Strasse am spaeten Abend mit Silvesterknallern belegt. Ich hab mich daran erinnert, als dann zum juedischen Laubhuettenfest in Jerusalem Krawall aufgefuehrt wurde, da sich die Muslime zum Anlass juedischer Feierlichkeiten vorgeblich mal wieder in ihren eigenen religioesen Gefuehlen verletzt sahen. Als sich eine Woche lang tausende Juden an der Klagemauer eingefunden haben, wurde der Zugang zum Tempelberg eingeschraenkt. In der Al-Aksa Moschee wurden taschenweise Steine gefunden, ueber die nur schwer hinwegzusehen ist, wenn Tempelberg und Klagemauer nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind. Wer schon einmal in Jerusalem war, weiss um die Brisanz der Naehe.  Auf jeden Fall war es auf Seiten der Funktionaere muslimischen Glaubens, den Vertretern der selbsternannten Religion des Friedens, mal wieder Anlass zum Zorn zu mobilisieren, wie dies in letzter Zeit oefters und zu verschiedenen Anlaessen geschieht. Wenn Juden nach Ost-Jerusalem ziehen oder eben juedische Feiertage anstehen.<br />
Ich habe mich waehrend der Festwoche, in der glaeubige Juden ihr Leben in Huetten verlagern, nicht nur an die Kalgemauer, sondern auch in die ultraorthodoxen Viertel Jerusalems begeben, um mir anzuschauen, wie tatsaechlich auf jedem Balkon, in jedem Hof und auf verschiedenen Parkplaetzen Huetten gezimmert waren. Mein Fall ist soviel religioese Hingabe nicht, doch konnte ich unerhoerter Weise nicht Ablassen und bin noch ueber Mea Shearim hinaus durch die vielen anderen Viertel geschweift, die in oltraorthodoxer Hand sind.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-300" title="Jerusalem Sukkot" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1805-300x225.jpg" alt="Jerusalem Sukkot" width="300" height="225" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-301" title="Mea Shearim Sukkot" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1770-300x225.jpg" alt="Mea Shearim Sukkot" width="300" height="225" /><br />
 <img class="aligncenter size-medium wp-image-303" title="Jrusalem Sukkot" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1771-300x225.jpg" alt="Jrusalem Sukkot" width="300" height="225" /><br />
Eine meiner wenigen weiteren Unternehmungen ausserhalb von Tel Aviv war ein Ausflug, der mich die Festtage nach Ein Gedi verschlagen hat, wo ich das Hochplateau bezwungen habe. Mich mit meinen 30 Jahren bei weit ueber 30 Grad im Schatten, theoretisch, da der nirgends vorhanden war, bis in jene Hoehen begeben, von wo sich ein berauschender Ausblick uber die Wueste, das Tote Meer bis nach Jordanien ergibt.  Nach Abstieg war es mir dann sogar vergoennt unter einem Wasserfall im Wadi des Nationalparks zu baden und die Bekanntschaft einiger Steinbocke zu machen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-304" title="Ein Gedi 1" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1503-300x225.jpg" alt="Ein Gedi 1" width="300" height="225" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-305" title="Ein Gedi II" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1666-300x225.jpg" alt="Ein Gedi II" width="300" height="225" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-306" title="ein gedi III" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1669-300x225.jpg" alt="ein gedi III" width="300" height="225" /></p>
<p> <img class="aligncenter size-medium wp-image-307" title="Ein Gedi IV" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/ein-gedi-plateau-300x223.jpg" alt="Ein Gedi IV" width="300" height="223" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-308" title="Ein Gedi V" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1734-300x225.jpg" alt="Ein Gedi V" width="300" height="225" /><br />
Andere Ausfluege haben sich auf Jerusalem und Haifa beschraenkt und das Moshav Allone Aba im Norden. Wobei ich meine Reihe ueber die konflikttraechtigen Orte in Israel bald fortsetzen moechte. Derweil feile ich aber an meinen Jerusalem und Haifa Fuehrungen. Jerusalem ist schon sehr ausgereift, wie ich bemerkt habe, als ich die Stuttgarter Punker, die mich diesen Sommer besucht haben, durch die heilige Stadt gefuehrt habe. Hier ist lediglich am Finish noch etwas zu verbessern. Ich geleite nach Fruehstueck im bezaubernden Buechercafe Tmol Shelshom zu der Windmuehle und dem anliegenden Park, dann rein in die Altstadt, durch christliches, muslimisches, juedisches Viertel, dann hinaus auf den Zionsberg und rueber in die deutsche Kolonie. Danach dann Feierabendbier im Ben Sira 3.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-312" title="102_3196" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/102_3196-300x225.jpg" alt="102_3196" width="300" height="225" /></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-310" title="102_2020" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/102_2020-300x225.jpg" alt="102_2020" width="300" height="225" /></p>
<p>Auch Haifa Fuehrungen werden bald der absolute Knaller sein. Jetzt wo ich das christlich arabische Viertel Wadi Nisnas neu entdeckt habe und der Hafen etwas herausgeputzt wurde, bietet auch die Unterstadt in Anschluss an die deutsche Kolonie, und Knaffe im Fattoush, vor Aufstieg auf den Carmel einige Reize. Hoehepunkt oben bleiben der Blick runter und das Feierabendbier im Barbarossa.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-313" title="Haifa" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/100_0456-300x225.jpg" alt="Haifa" width="300" height="225" /><br />
 <br />
In fussballerischen Angelegenheiten geht mir die Bundesliga inzwischen nur noch auf die Nerven. Dass hat seine tieferen ursachen weniger in meinen Vorbehalten gegen Deutschland, als es vielmehr mit einem einst zum Zeitvertreib angefangenen kicker-Manager&#8221;Spiel&#8221; zusammenhaengt, dass mich psychisch zu ruinieren droht. Vielmehr noch als die Fussballwetten. Da ich unweit des Bloomfield-Stadion wohne, interesiere ich mich ablenkungsweise fuer die israelische Liga. Ich hab nur noch nicht klar entschieden, fuer wen ich sein soll. Kulturell bietet sich der linke Arbeiterverein Hapoel Tel Aviv an. Dem ist seine rote Seele tatsaechlich nicht abzusprechen. In den Fankreisen gelten die aus der linken Szene sattsam bekannten Anti-Dies und Anti-Das sehr viel. Die Fanfreundschaft mit St. Pauli wird gepflegt. Ich habe schon St. Paulianer getroffen, die zu einem spiel Hapoel gegen Beitar eingeflogen sind. Auf Auswaertsspielen in der Europaliga ist ein grosses ACAB Transparent im Gaesteblock der Hapoel Anhaenger zu sehen. Ich mag das Team tatsaechlich auch sehr, wobei mich auch der relative Erfolg der Roten auf europaeischer Ebene in den letzten Jahren anmacht. Aber ist da eben auch noch Bnei Yehuda Tel Aviv, der Vertreter von Yad Eliyahu und natuerlich Maccabi Haifa. Ich habe viele Freunde im Norden, die fuer Maccabi Haifa gluehen und bin ein Stueck weit auch davon angesteckt. In der Basketball Euroleague bin ich fuer Maccabi Tel Aviv. <br />
 <br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-314" title="Bloomfield" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_2121-300x225.jpg" alt="Bloomfield" width="300" height="225" /></p>
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		<title>Quartalsbericht pt.2</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 11:06:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[7 Uhr. Die Staende auf dem Tikva-Markt werden bestueckt.

Natuerlich stelle ich Tel Aviv meinen Gaesten immer als Kultur- und Ausgehstadt vor. Diesbezueglich kann ihr ja tatsaechlich keine Stadt am Mittelmeer das Wasser reichen. Ich schnippe ja selbst mit den Fingern, wenn Why, Notwist, Mouse on Mars oder Animal Collective hier veranstaltet werden oder sich die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>7 Uhr. Die Staende auf dem Tikva-Markt werden bestueckt.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-294" title="Tikva Market 7 am" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_2269-300x225.jpg" alt="Tikva Market 7 am" width="300" height="225" /></p>
<p>Natuerlich stelle ich Tel Aviv meinen Gaesten immer als Kultur- und Ausgehstadt vor. Diesbezueglich kann ihr ja tatsaechlich keine Stadt am Mittelmeer das Wasser reichen. Ich schnippe ja selbst mit den Fingern, wenn Why, Notwist, Mouse on Mars oder Animal Collective hier veranstaltet werden oder sich die Groessen des Elektro einfinden, um in schicken Clubs bis in die Morgenstunden zu rocken. <img class="alignright size-medium wp-image-286" title="Minzar" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/Minzar-300x225.jpg" alt="Minzar" width="300" height="225" />Mich begeistert das diversifizierte und aufregende Nachtleben, dass sich auch jenseits der Clubs entfaltet. Die alternativen Laeden, wie Minzar[1] und Hoodna oder den trendigen Prozdor, ueber den der Diskopop nun auch in Tel Aviv verankert ist. Das Riff-Raff als ausgemachte Post-Moderne. Oder klassischer die Champagner-Bar auf dem Rothschild-Boulevard, um die herum die Szenegaenger auf dem Boden lungern, wie die Stuttgarter um den Palast. Nur mit Champus-Flaschen und etwas stylisher gekleidet. Und als Gegenstuck zu dem prickelnden Ausgehangebot, und zugleich urbanem Komplementaer, gesellt sich neben La Champa eine der ungezaehlten Yogourt Bars. Ich koennte mich  neben dem Nachtleben auch in der Kulturlandschaft  verlieren. Das Kunstmuseum in Tel Aviv und die vielen Galerien der Stadt auf der Hoehe der Zeit erwaehnen. Darueber hinaus akzentuieren, dass es mehr Cafes als in Manhatten gibt, und Einige von diesen, wie das Sonya, der kleine Prinz oder das Beta&amp;Griga wirklich bezaubernd sind, ist mein Alltag v.a. von solchen Institutionen gepraegt, die mir Tel Aviv von Anfang an auch als eine orientalische Stadt hinter der modern gegliederten Bauhausfassade vorgestellt haben. <img class="alignleft size-medium wp-image-293" title="Sweets on Carmel Market" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_20871-300x225.jpg" alt="Sweets on Carmel Market" width="300" height="225" />Angefangen beim Tikva oder Carmel Markt, wo das Gemuese von Marktschreiern angepriesen wird bis zum Baecker von Bagdad. Die Busfahrer nicht zu vergessen und auch nicht die anderen Dinstleister mit denen ich staendig konfrontiert bin, und die sich nicht aus dem ashkenasischen Teil dieser oft als ashkenasisch definierten Stadt speissen. Ich werde nicht vergessen, wie mir in einem dutzend Laeden auf der Suche nach einem Angebot fuer Kuehlschrank, Herd und Waschmaschne jeweils lautstark und gestenrreich versichert wurde, dass ueberall ausser in betreffendem Laden gelogen wird und ich nur dort nicht uebers Ohr gehauen werde. Waehrend meine Hebraeischlehrerin, aus dem sozialliberalen Norden und Milieu der Stadt, erzaehlt hat, dass in Tel Aviv hoechstens auf den Maerkten gehandelt wird, wurde mir im KKH gesagt, dass ich unbedingt handeln muesse und sie haben Recht behalten.<img class="alignleft size-medium wp-image-287" title="Yemenite Quater" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/Yemenite-Quater-300x223.jpg" alt="Yemenite Quater" width="300" height="223" /> </p>
<p>Im jeminitischen Viertel spielt Freitag Nachmittag eine Strassencombo arabische Schlager und die Menschen tanzen in der Strasse. Der stadt fehlt es neben ihren weltklasse Elektroschuppen nicht an irakischen und persischen Clubs und dazugehoerigen Haflas. Tel Aviv ist nicht Jerusalem. Da haben die Kommentatoren recht. Es ist aber eben auch nicht Barcelona. <br />
Jeden Morgen wird in der Tikva Nachbarschaft die Ladenoeffnung diverser Buden mit Konsum von schwarzem Kaffee, Zigaretten und lautstarken Unterhaltungen vorbereitet. Von Yafo ganz zu schweigen. Hier herrscht chaotisches Nebeneinander von Christen und Muslimen, Balkan-Juden und Russen, Studenten und Grossfamilien.<br />
Hinsichtlich unserer Hood gibt es einige Lichtblicke, die Erwaehnung verdienen.</p>
<p>Nicht nur dass der grossartige Israel-Korrespondent der Welt hier auch sein Quartier hat. Es vergeht kein Monat, in dem nicht ein neues Cafe oder eine neue Bar Einweihung feiert und das Erscheinungsbild unserer Nachbarschaft aufwertet. Auch Henryk Broder zitierte in seinem Artikel ueber Tel Aviv v.a. diese Gegend. Wir haben inzwischen im Umkreis von zehn Minuten zu Fuss eine betraechtliche Auswahl einladender Laeden. Waehrend Salone inhaltlich etwas nachgelassen hat, ist die Nachbarschaftsbar Margoza fuer meinen Geschmack eine feine Sache. Wenn auch etwas Bob Dylan lastig. Doch ist dieses Problem fast unumgaenglich. Dem arabischen Buechercafe Yafo macht nun das Cafe der Baeckerei Piece of Cake, die Broder so lobend erwaehnt hat, Konkurrenz.  <img class="alignleft size-medium wp-image-288" title="102_2505" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/102_2505-300x225.jpg" alt="102_2505" width="300" height="225" />Ausserdem findet sich ums Eck, wo wir gewohnt haben nun auch eines jener vielen Cafe, die sich dem Konzept des bezaubernden Pu&#8217;ah, ihre Einrichtung vom Flohmarkt zu beziehen, angeschlossen haben. Von den vielen Cafes in der Yefet zu schweigen. Und in Sachen Restaurants,  kommt ohnehin nichts gegen Yafo an. Es gibt die besten Baklava hier und den besten Hummus, ferner die besten bulgarischen Restaurants und die besten tuerkischen Burekas. <img class="alignright size-medium wp-image-289" title="102_2528" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/102_2528-300x225.jpg" alt="102_2528" width="300" height="225" />Ausserdem haben wir Weinhandlungen, ein gutes Theater, einen osmanischen Uhrenturm und die Altstadt ums Eck. Darueber hinaus koennen wir uns glueckliche Anleger eines neuen Parks [5] schaetzen, der sich in betrachtlicher Breite und beachtlicher Schoenheit vom Boots- und Fischerhafenhafen in Yafo bis zum traumhaften Aliya-Strand zieht. Zwar ist massive Abnutzung durch Grillveranstaltungen zu befuerchten, doch ist er noch eine Augenweide. Leider ist bei so viel Lebensqualitaet auch die Gentrifikation nicht weit. Yafo ist gefragt.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-290" title="Yafo Park" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/11/185_1407-300x225.jpg" alt="Yafo Park" width="300" height="225" /></p>
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		<title>Quartalsbericht pt.1</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 22:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine angenehm tagwarme und nachtmilde Luft hat, nach dem grossen Abregnen monatelang angestauter Luftfeuchtigkeit, Einzug gehalten.  Meine Meinung, dass Fruehling und Herbst die schoensten Jahreszeiten sind, hier in Tel Aviv, hat sich verfestigt. Der inzwischen endlich abklingende Sommer war einmal mehr eine Herausforderung an Koerper und Geist. Brennende Sonne, schwuele Hitze, drueckend warme Naechte und lauwarme See, die nur unzureichende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine angenehm tagwarme und nachtmilde Luft hat, nach dem grossen Abregnen monatelang angestauter Luftfeuchtigkeit, Einzug gehalten.  Meine Meinung, dass Fruehling und Herbst die schoensten Jahreszeiten sind, hier in Tel Aviv, hat sich verfestigt. Der inzwischen endlich abklingende Sommer war einmal mehr eine Herausforderung an Koerper und Geist. Brennende Sonne, schwuele Hitze, drueckend warme Naechte und lauwarme See, die nur unzureichende Abkuehlung bieten konnte.  Mehr als ein halbes Jahr hat Tel Aviv kenen Tropfen Regen gesehen. Vor Mitternacht musste da nicht ans Ausgehen gedacht werden. Zwei Weizen zum Nachmittag und der Tag konnte als erledigt betrachtet werden. Um sich schadlos bis zum vergnueglichen Nachtleben zu halten, musste man den langen Tag ueber diensteifrig der Austrocknung des Koerpers durch Einnahme nichtalkoholischer Getraenke vorbeugen.</p>
<p>Die Abstinenz von nachmittaeglicher Bierseeligkeit und fruehabendlicher Weingeistigkeit hat sich mir die meiste Zeit aber ohnehin verboten, da ich viele meiner Tage im Krankenhaus verbringe und der Geist aus der Flasche dort selbstverstaendlich gebannt ist. <br />
 <br />
Nach der Ouvertuere ueber das Klima zum Krankenhaus. Einblicke, die bald schon Erinnerungen sein koennten, da <br />
ich die pflegerische Taetigkeit, mit der ich meine Broetchen verdiene,  in ein privates Seniorenheim fuer Einwanderer aus Mitteleuropa verlegen werde.<br />
So sehr ich mich bereit sehe, mich weinerlich hinsichtlich der harten Arbeit im KKH zu geben und den baldigen Abschied aus dem Krankenhaus zu begruessen, muss ich doch auch sagen, dass ich mit dem Wechsel auch einer ganz eigenen Faszination den Ruecken kehre. Wozu ich sagen muss, dass ich inzwischen ein Jahr auf einer Station beschaeftigt bin, die Endstation ist und sich die Faszination kaum auf die Kranken selbst bezieht.<br />
Bei der Vielzahl bitterster Schicksale, die auf unsere Betten verteilt sind, wuerde emotionale Anteilnahme das eigene Seelenwohl maechtig erschuettern. In einem Pflege- und Rehabilitationsbetrieb auf einer Station fuer Schwerstkranke angestellt zu sein, zieht eine notwendige Abstumpfung gegen Leid und Tod der Kundschaft nach sich.  <br />
Das Rehabilitations- und Pflegeunternehmen profitiert nicht selten acht Schichten die Woche von meinem Dienst und dementsprechend Leid ist es mir geworden, die Verwertungslogik im Gesundheitswesen wieder und wieder zu reflektieren. Wer noch an die Unschuld der Schwarzwaldklinik glaubt, bekommt bei mir Abhilfe.<br />
Ich &#8220;regiere&#8221; in meinem Zauberberg ueber Eindruecke, die ich im Umgang mit den Familien und Mitarbeitern sammle. Als Bonus zum Lohn fuer die Muehen ergeben sich mir Einblicke in eine Welt, die faszinierender kaum sein koennte. Einblicke in die israelische Gesellschaft. So oft ich von meinem aethiopischen Kollegen in zwielichtige aethiopische Bars gefuehrt werde, hoere ich mir an, wie er ist in jungen Jahren in den Sudan gefluchtet ist, wo er sich einige Jahre durchgeschlagen hat und geschlagen wurde, wenn er als Jude erkannt wurde, bevor ihn ein israelisches Kommando in den juedischen Staat gebracht hat. Dort ist er inzwischen als israelischer Infanterist in zwei Kriegen gezogen und rechnet mit einem weiteren Einsatz. Aus anderen Regionen dieser Welt sind meine zahlreichen Kollegen Bucharen nach Israel eingewandert. Aus Turkmenistan und Usbekistan haben sie ihre bucharischen Braeuche mitgebracht, die sie streng pflegen, wie ich auf der Hochzeit einer Tochter einer unserer bucharischen Schwestern erleben durfte. Da war die Moderne fuer einen Abend entrueckt. Die verheiratete Tochter, uebrigens, bereitet der Mutter heute, wenige Monate nach der Hochzeit, Sorgen. Sie widerspricht ihrem Ehemann. Fuer die Schwester fuegt es sich in unangenehmster Weise zu der viel weitlaeufigeren Sorge ueber den Sittenwandel. Als unser frisch verheirateter Araber bemerkt hat, dass die Frau dem Mann zu gehorchen und nicht zu widersprechen habe, es an ehrerbietendem Gehorsam nicht fehlen lassen darf, hat die stolze Bucharin ihm dargelegt, dass er von besseren Zeiten spricht und ein solches Ehrverstaendnis heute leider aus den Fugen geraten ist. Zur widerspenstigen Tochter kommt ein Sohn, dem sie verbieten musste, eine Russin zu heiraten, da die Mentalitaet der Russen sich von derjenigen der Bucharen zu sehr unterscheidet. Der Anpassung an die moderne israelische Gesellschaft entgehen meine bucharischen Kollegen in bucharischen Nachbarschaften in Or Yehuda, Tel Kabir und Gegenden von Holon. Wer mich kennt, weiss, dass ich aufgrund meiner linksorthodoxen Sozialisation als Gymnasiast und Zivilienstleistender der ausgehenden 90er nicht dazu neige, Menschen nach Abstammung zu unterscheiden. Doch ist es im KKH tatsachlich so, dass geradezu alle meine Kollegen sich und andere ueber ihre Stammeszugehoerigkeit definieren. Als ob es unumgaenglich waere, je nach Herkunft, mit einem Paket kultureller Eigenarten beladen zu sein. In diesem Sinne sind fuer mich fuer mich als Sozialpaedagogen a.D. die Russen hoch interessant. Jene Einwanderer und deren Nachkommen, die sich oft sehr integrationsresistent zeigen und mit einer beachtlichen russischsprachigen Infrastruktur aus Lebensmittellaeden, Buchhandlungen und allen anderen erdenklichen Dienstleisungen aufwarten. Incl. Liebermann. Im Gegensatz zu den Bucharen im KKH ist bei den Russen die  juedische Identitaet weniger stark ausgepraegt. Sie feiern Silvester und geben nicht viel auf die Halacha. Neben den Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion stellen die viel frueher eingewanderten orientalischen Juden [Mizrahis genannt] und die israelischen Araber die meisten Mitarbeiter im KKH. Orientalische Juden und Areber teilen kulinarische und musikalische Vorlieben und leider auch den Hang zur grossen Gestik und ununterbrochenen Artikulation. Anstaendiger Weise muss natuerlich zwischen orientalischen Juden einerseits und muslimischen und christlichen Arabern andererseits differenziert werden. Wo aber nur ein geringer Grad an Religiositaet vorherrscht, ist es nicht immer leicht, unterscheidende Merkmale zu finden. Im KKH hoeren Araber Eyal Golan und andere Mizrahi Zuckerbaecker, waehrend sich die orientalischen Juden an arabischem Herzschmerz erfreuen. Unser Stationsvoersteher ist Marokkaner und laesst sich die Anbiederungen unserer jungen arabischen Pfleger genauso gern gefallen, wie die Liebenswuerdigkeiten unserer jung gebliebenen irakischen Pflegerinnen. Sobald die Religion ins Spiel kommt, werden Unterschiede deutlich Allerdings nicht nur zwischen den Religionen. Exemplarisch dargelegt an einem unserer moslemischen Arber, der die Hochzeit unseres anderen muslimischen Arabers nach einer halben Stunde geschockt verlassen hat, da Maenner und Frauen gemeinsam gefeiert haben. In seinem Dorf gibt es so etwas nicht. Ich muss nun pflichtschuldig einen Hinweis auf meine arabischen Freunde geben, unter ihnen auch glaeubige Muslime, mit denen ich auf dem Balkon Wasserpfeife rauchen muss, und dies auch gerne tue, da sie kein Bier trinken. Dies vorweg, um skandaltraechtig wie Sarrazin zu bekennen, dass mir die arabische Kultur sympathischer war, als ich noch nicht so unmittelbar mit ihr konfrontiert war, wie jetzt, wo ich im KKH viel von der arabischen Ehre mitbekomme, die sie Frauen und ihrer sonstigen Umwelt angedeihen lassen. Natuerlich wird vieles von den helleren Koepfen unter ihnen erkannt und kritisiert. Ich hatte eine Kollegin, die sich hat scheiden lassen. Ihr Ex-Mann lebt inzwischen in Gaza und seine Familie trachtet ihr nach dem Leben. Es gab vor meiner zeit im KKH eine arabische Putzfrau, die von der Familie gekillt wurde, weil sie sich zu laessig gab und einer meiner Kollegen wurde vom Onkel mit einer satten Tracht Pruegel bedacht, als bekannt wurde, dass er vom Wodka probiert hat.<br />
Aber keine Sorge um mich in Yafo, denn Yafo hat unter den Arabern den Ruf des ungeregelten Zusammenlebens, in dem die arabischen Normen kaum noch Geltung erlangen. Wie auch Tel Aviv von orthodoxen Juden als Suendenpfuhl bezeichnet wird. Ich habe das von einer modernen Araberin aus Lod gehoert, die liebend gerne die Enge ihrer arabischen Nachbarschaft in der juedisch-arabischen Stadt gegen eine Unterkunft hier in Yafo tauschen wuerde. Doch hat Yafo, wie auch Tel Aviv seinen Preis. waehrend die Geschichten, die sie mir aus Lod oder der ebenfalls juedisch-arabischen Stadt Ramle erzaehlt, schon schwer verdaulich sind, kann ich vieles von dem, was unsere Araber aus der rein arabischen Staedten Baka Al Ghabir oder Um El Fahm erzahlen schon gar nicht mehr mit aufgeklaerten Zeiten in Einklang bringen. Dagegen geht es in Yafo dann tatsaechlich modern zu. Ganz wenigen Burka Batman Frauen stehen viele Musliminnen gegenueber, die Kopftuch, Selbstbewusstsein und Eleganz zumindest auf den ersten Blick zu vereinigen wissen. Von den jungen Christinnen ganz zu schweigen.<br />
 <br />
Auch in den den Mizrahi Hochburgen Tel Avivs, wie Yad Eliyahu herrscht auf den ersten Blick der Eindruck eines Arrrangements mit der Moderne vor. Allerdings wurde mir aus der Mitte der Tikva-Nachbarschaft von einer perserischen Juedin eine Braut angeboten. 25 Jahre und mit eigenem Einkommen und eigener Wohnung und haeuslich, was heute nicht mehr selbstverstaendlich ist. Dass Orthodoxe aus der Nachbarschaft plakatieren, dass Juden nicht mit Goys gehen, war ihr nicht so wichtig. Kinder einer Juedin sind unbesehen des Vaters Juden. Ich habe allerdings abgelehnt und bin  derweil um die vielen jungen Frauen dankbar, die nicht zu Hause warten, bis jemand fuer sie gefunden wird. Auch wenn deren Emanzipation augenscheinlich oft mit der Adaption wenig Gender-Vertraeglicher Betonung der Weiblichkeit im oeffentlichen Raum einher geht. <br />
 <br />
Was mir an Multikulti Israel gefaellt, ist neben der mannigfaltigen und facettenreichen Erscheinung des besseren Geschlechts, die kulinarische Vielfalt. Wer etwas immer noch den anachronistischen Lobgesang auf das deutsche Brot singt, kann hier lernen, dass nicht nur Russen und Bucharen, sondern auch Marokkaner, Yemeniten und Aethiopier weit bessere Baecker vor dem Herrn sind. Von den Kochkuensten der Georgier, Iraker u.A. ganz zu schweigen.  <br />
Doch ist es auch gut, wenn sich der Orient auf die Kueche und gelegentliche Begegnungen mit seinen Repraesentanten<br />
beschraenkt.<br />
Ich kann mich der anstoessigen Freude nicht entwehren, Orient im KKH zu lassen und in eine ashkenasische Welt einzutauchen. Entschaerfung. Ich freue mich auf die Yeckes, wie die deutschen Juden genannt werden.  <br />
 <br />
Der Bereicherung meines Horizonts werde ich dem Spital aber stets gedenken. Obwohl der Laden vor 70 Jahren auch fuer Yeckes gebaut wurde, fuer Holocaustueberlebende, und Kenntnisse in Jiddisch bis in die 80er verlangt wurden, ist der ashkenasische Geist heute bis auf die Bueros der obersten Bosse zurueckgedraengt. Im Bewusstsein der Einblicke, die mir das Reuth gewaehrt hat, erfahre ich Tel Aviv als eine Stadt, die viel mehr Gesichter hat, als es die Berichterstattung zum 100jaehrigen Jubilaeum glauben machen moechte. <br />
Fuer die Feuilletons der Journalie steht stets der Widerspruch der Stadt zum restlichen Land im Mittelpunkt. Dargestellt meist am Gegensatz von Tel Aviv und Jerusalem. Die moderne Architektur Tel Avivs mit ihrer klaren Formensprache und ihren lichtdurchfluteten Boulevards als aeussere Erkennungsmerkmale. Der fliessende Uebergang der Stadt in den kilometerlangen Strand als physische und psychologische Ausrichtung. Die auch von mir stets hervorgehobene Cappuchinometropole mit ihrer Designerszene und ihrem Amuesierbetrieb. Die zahllosen Theater-, Tanz- und anderen Kulturfestivals, die mit unzaehligen  Ausstellungen und Konzerten das Veranstaltungsmagazin der Stadt Woche fuer Woche andicken. Die stets beschwingte Stadt, der ihre Lebenslust von den Kommentatoren linksliberaler Blaetter nicht selten zweideutig ausgelegt wird. &#8221;Bubble Town&#8221;, wie ich Tel Aviv so oft bezeichnet fand, um zu beschreiben, wie sich die Stadt abkapselt und abhebt. <br />
Fuer mich ist Tel Aviv indes mehr als nur Partyhochburg, Kulturoase und Egotrip. Weil ich kein Journalist bin, der hier zum runden Jubilaeum reinjettet, den Puls der Stadt fuehlt, sich im Amuesierbetrieb verliert und dann aber genuegend ausnuechtert um festzustellen, dass der ganze Hedonismus spannend und doch gleichzeitig unschicklich ist, da er sich doch nur wenige Kilometer von Gaza-Stadt abspielt. Oder um es kurz zu sagen: Weil ich hier lebe und arbeite.</p>
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		<title>Israelreise &#8211; pt.3 &#8211; Ari&#8217;el</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 01:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ari&#8217;el ist je nach Standpunkt Haupstadt von Samaria oder tief in palaestinensisches Gebiet gebautes Unrecht. Die Siedlung, die den vermentlich moeglichen Palaestinenser-Staat unmoeglich macht, weil sie sein Territorium aufschneidet.

Ari&#8217;el liegt eine Busfahrt queer durch die Metropolenregion und einige Sekunden Flugzeit einer Rakete weit entfernt von Tel Aviv. Von seiner Anhoehe liese es sich trefflich auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="postbody">Ari&#8217;el ist je nach Standpunkt Haupstadt von Samaria oder tief in palaestinensisches Gebiet gebautes Unrecht. Die Siedlung, die den vermentlich moeglichen Palaestinenser-Staat unmoeglich macht, weil sie sein Territorium aufschneidet.<br />
<img class="alignleft size-large wp-image-261" title="ariel" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/07/102_2942-1023x767.jpg" alt="ariel" width="461" height="349" /><br />
Ari&#8217;el liegt eine Busfahrt queer durch die Metropolenregion und einige Sekunden Flugzeit einer Rakete weit entfernt von Tel Aviv. Von seiner Anhoehe liese es sich trefflich auf den Dan-Block feuern.</p>
<p>Eine Vorstellung, die Israelis vorsichtig sein laesst mit ihrem Zuspruch fuer die brennenden Raemungsphantasien, die z.Zt. durch Obama weiter angefacht werden.<br />
<img class="alignleft size-large wp-image-265" title="ariel" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/07/102_2956-1023x767.jpg" alt="ariel" width="499" height="357" /><br />
Netanyahu wird gern und heftig vom Ausland gescholten, wenn er fuer die Siedler bis zu einer evtl. Verstaendigung mit den Palaestinensern ein &#8220;normales Leben&#8221; fordert. Es ist v.a. fuer Europaeer so schwer zu verdauen, wie es ihnen auch schwer fallen wuerde, zu schlucken, dass in der Hauptstadt von Samaria normale Menschen Leben, fuer die dieses Recht auf ein normales Leben geltend gemacht wird. Schaut man sich einmal in Ari&#8217;el um, kann einem der Vorwurf des Taktierens mit dem Begriff &#8220;normales Leben&#8221; durchaus selbst als Griff in die Trickkiste vorkommen. Um die Siedler zu daemonisieren.</p>
<p>Denn letztlich koennte man sich doch fragen, warum denn den BewohnerInnen von Ari&#8217;el nicht zugestanden werden sollte, bis auf Weiteres ein normales Leben in ihrer schoenen Stadt zu fuehren.<br />
<img class="alignleft size-large wp-image-267" title="ariel" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/07/102_2990-1023x767.jpg" alt="ariel" width="475" height="361" /><br />
Dass Siedlungen nicht gutwillig geraeumt und gutglaeubig in die Haende der Palaestinenser gegeben werden koennen, muesste spaetestens seit dem Rueckzug aus Gaza klar sein. Muesste wohlgemerkt, denn Steinmeier und Co. reiten eben auf dieser Forderung herum. Fuer Bibi indes scheint ein &#8220;judenreines&#8221; Judaea und Samaria undenkbar.<br />
<img class="alignleft size-large wp-image-271" title="ariel" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/07/102_3041-1023x767.jpg" alt="ariel" width="492" height="326" /><br />
Vielleicht sollte Steinmeier statt einer drei Hauptstaedte an einem Tag Angeberreise einmal einige Stunden in Ari&#8217;el verbringen. Um sich etwas in die Menschen einzufuehlen, deren Existenz in Samaria so verteufelt wird. Denn zur Daemonisierung eignen sich die BewohnerInnen von Ari&#8217;el &#8211; unter ihnen sehr viele russischsprachige Einwanderer &#8211; so wenig, wie die Einwohner von <a class="postlink" href="http://www.derpartisan.com/2009/05/21/israelreise-pt2-maale-adumim/">Ma&#8217;ale Adumim</a></div>
<div class="postbody"><img class="alignleft size-large wp-image-274" title="ariel" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/07/102_2947-1023x767.jpg" alt="ariel" width="483" height="338" /></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Anekdote zur Senkung der Moral</title>
		<link>http://www.derpartisan.com/2009/06/15/anekdote-zur-senkung-der-moral/</link>
		<comments>http://www.derpartisan.com/2009/06/15/anekdote-zur-senkung-der-moral/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 19:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Fischerhafen an einer westlichen Kueste Europas bemueht sich ein leger gekleideter Tourist gelassen den Augenblick zu geniessen. Einzig das geschaeftige Treiben, dass aus einem schicken Fischlokal zu vernehmen ist, verleidet ihm das Vorhaben. Besteck klirrt und reizende Damen quieken froehlich, waehrend die Herren zufrieden brummen. Der Tourist, dem das Lokal gaenzlich unbekannt ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Fischerhafen an einer westlichen Kueste Europas bemueht sich ein leger gekleideter Tourist gelassen den Augenblick zu geniessen. Einzig das geschaeftige Treiben, dass aus einem schicken Fischlokal zu vernehmen ist, verleidet ihm das Vorhaben. Besteck klirrt und reizende Damen quieken froehlich, waehrend die Herren zufrieden brummen. Der Tourist, dem das Lokal gaenzlich unbekannt ist, mustert dieses argwoehnisch und tritt dann naeher an den Kai um seinen Blick ueber die Boote schweifen zu lassen. Sein Streben nach dem authentischen Eindruck wird jaeh unterbrochen als ein Trunkener rauchend an ihn herantritt und ihn anglotzt. Dieser oeffnet den Mund ohne etwas zu sagen und bringt somit beide in Verlegenheit. Schliesslich rutscht ihm ein Entschuldigung ueber die Lippen. Der Tourist &#8211; der Landessprache immer noch maechtig &#8211; wiegelt zunaechst ab. Ach was. Wofuer?<br />
Wenn Sie mein Boot suchen muss ich sie enttaeuschen, sagt der Trunkene dann ploetzlich.<br />
Der Tourist schuettelt den Kopf. Und entgegnet dann, wenn auch nur um sich selbst reden zu hoeren: Mir ist, als ob sich das Bild nicht aus dem heraus erheben moechte, was ich vor Augen habe. Seit Jahren steckt mir die Begegnung im Kopf.<br />
Der Trunkene melancholisch: Alles ist aus dem Ruder gelaufen.<br />
Tourist, ganz mit sich selbst beschaeftigt: Hier habe ich eine neue Sicht auf die Dinge gewonnen. Ich wuenschte nur, mein Widersehen waere aehnlich kraftvoll. Doch finde ich vieles veraendert. Zu geschaeftig fuer den doesenden Fischer, dessen Boot ich auch nicht unter den Booten erkennen mag.<br />
Der Trunkene, mit dem weinseeligen Versuch, sich das Recht auf Gehoer zu verschaffen: Es ist alles weg, Mann. Nichts mehr da. Kein Boot und auch keine Alte mehr.<br />
Der Tourist, der sich nun doch erheblich in seiner Reflexion gestoert fuehlt, richtet ein freundliches aber betimmtes Entschuldigung an den Trunkenen. Waren sie nicht auf dem Weg in die Taverne?<br />
Ein Auflachen. Der Trunkene unbeholfen zynisch: Taverne? Meinen sie die RestroBar? Da hat mir der Schuft schon am Morgen die Tuer gewiesen. Fuer einen wie mich sei da kein Platz mehr.<br />
Im Touristen steigen Abneigung gegen den Trunkenen und das Fischrestaurant gleicher Massen auf. Seine Ausgeglichenheit, mit der er in den Tag gestartet war, wie in jeden Tag, scheint ihm in Gefahr.<br />
Geld ist nicht alles, wendet er sich schliesslich an den Trunkenbold und gefaellt sich sehr bei den Worten, die da aus seinem Mund kommen.<br />
Sie haben leicht reden, entgegente der Trunkene, dem der Fusel zunehmend in den Kopf zu steigen scheint. Sie reisen und scheinen auch sonst nicht ohne Mittel. Aus dem Farbfilm ist schon laengst eine Digitalkamera geworden.<br />
Ohne irgendein Gericht angerufen zu haben, fuehlt sich der Tourist ploetzlich gezwungen sich zu verteidigen. Ich bin keiner von denen, die dem Geld nachjagen. Im Gegenteil. Mich hat eine Begegenung mit einem Fischer in diesem Hafen gelehrt, weniger materialistisch zu sein. Ich lege seither sehr viel mehr Wert auf meine Freizeit.<br />
Eine leichte Unruhe steigt in ihm auf. Ihm ist, als ob ihm die richtigen Worte fehlen wuerden, um seine Gelassenheit zu umschreiben. Schliesslich legt er nach. Ich gehe zweimal die Woche zum Yoga. Glauben sie ja nicht, dass mir das Spirituelle fehlt.<br />
Er ist mit seinem Plaedoyer nur maessig zufrieden und taxiert nun den Trunkenen um zu erraten, zu welchem Urteil dieser kaeme.<br />
Mehr als verwirrt entgegenet dieser nach einer verlegenen Pause: Entschuldigung.<br />
Und noch ehe der Tourist etwas sagen kann, ist es dem Trunkenen als muesste er etwas klarstellen: Es war nie meine Absicht sie zu belehren.<br />
Schliesslich faellt es dem Touristen wie Schuppen von den Augen und ohne sich voll unter Kontrolle zu haben wirft er dem trunkenen Fischer erregt an den Kopf: Mensch Alter, was stinkst du nach Wein statt auf deinem Boot oder sonstwo zu doesen. Du verdirbst uns noch beiden den Tag. Ich habe den Gegensatz ueberwunden, in dem ich zu Dir gesehen wurde. Ich habe die Paradoxie aufgehoben, mit der unser Verhaeltnis in allen gaengigen Interpretationen gesehen wird. Ich habe mir die Begegnung mit dir zu Nutzen gemacht und meine Befangenheit im Profitdenken ueber Bord geworfen. Dazu noch die Nervositaet, die mir angelastet wurde. Ich bin mir der Absurditaet gewahr geworden, sich ununterbrochen der Arbeit hinzugeben, bis diese schliesslich Zweck statt Mittel zum Zweck ist.<br />
In ihm stieg beim Klang seiner Worte ein Gefuel der Ruehrung auf. Ich mache zweimal die Woche Yoga.<br />
Der laut aufruelpsende trunkene Fischer holt ihn jaeh aus den Betrachtungen. Entschuldigen Sie, mir ist als ob ich Kotzen muesste. Der Wein, die Sonne, mir ist ganz anders.<br />
Der Tourist kann nur noch mit Muehe an sich halten. Voller Erregung wirft er dem Fischer an den Kopf, mit seiner Wandlung nun statt Eintracht eine neue Absurditaet zu schaffen. Obwohl ihm diese Aussage im naechsten Moment durchaus schief vorkommt. Waehrend sich der Fischer uebergibt steht er kopfschuettelnd da. Ohne Gnade vor den Haerten des Suff fordert der Tourist dem Fischer eine Erklaerung ab. Er benutzt beide Haende um seiner Aufforderung Nachdruck zu verleihen. Dass unbestimmte Gefuehl um seinen Idealismus betrogen worden zu sein gewinnt immer mehr die Oberhand ueber seine muehsam erarbeitete Gelassenheit.<br />
Um den Ballast seines Mageninhalts erleichtert, zeigt der Fischer eine Schlaefrigkeit, die dem Touristen nun gar nicht in den Kram passt und fischt umstaendlich nach einer Zigarette statt sich zu erklaeren. Zu gern haette ihm der Tourist eine in die Hand gedrueckt um den ploetzlich Schlaefrigen zur Sache zu bringen, doch hat er das Rauchen um seiner Mitte wegen laengst aufgegeben.<br />
Nachdem er sich die Kippe angezuendet hat, tritt der Fischer schliesslich an den Touristen heran und klopft ihm auf die Schulter um sich dann vor ihm auf den Boden zu setzen und mit verhaltener Koerpersprache zu erzaehlen, dass der Schurke Fischer wie er war und aber ploetzlich angefangen hat, zwei-, drei- viermal am Tag rauszufahren, heute, morgen, uebermorgen und ueberhaupt an jedem guenstigen Tag statt auf dem Boot zu doesen und sich allein des Tabak zu erfreuen. Nach einem Jahr hatte er soviel verdient, dass er einen Motor kaufen konnte, und nach einem weiteren Jahr ein zweites Boot, dann einen kleinen Kutter. Irgendwann hatte er zwei Kutter und waehrend ich so ueber ihn gelacht habe, wie ich ueber sie geschmunzelt habe, war er bereits in der Lage, dermassen die Preise zu druecken, dass ich selbst gezwungen war mehr zu fangen um mein bescheidenes Auskommen zu sichern. Doch konnte ich den Unterschied nicht ohne weiteres aufholen.<br />
Fuer einen Augenblick verschlaegt es ihm die Stimme. Die durch Erleichterung erlangte Ruhe kippt ins weinerliche: Waehrend der Schurke schon ein Kuehlhaus gebaut hat und eine Räucherei, hatte ich Probleme, bei der Bank einen Kredit fuer einen gescheiten Kutter zu erlangen. Schliesslich hab ich mein Boot verkaufen muessen.<br />
Peinliches Schweigen.<br />
Sehen Sie die Gastrobar, in der die Damen quieken und die Herren brummen?<br />
Genug, herrschte ihn der Tourist an. Sie machen sich nicht viel aus Materiellem. Was schuetten sie sich also den Wein in den Kopf statt weiter im Boot oder sonstwo zu doesen. Bleiben sie dem, den sie Schurken nennen, ueberlegen. Innerlich.<br />
Schliesslich unbeherscht: Tun sie mir den Absturtz nicht an. Sie beleidigen meine Kartharsis.<br />
Sein Idealismusldroht ihm in Truemmer zu fallen. Dass der Fischer seine Geschichte nicht unterbricht und schliesslich noch offenbart, dass seine Frau ihn mit dem Schurken, ist ihm schon egal.<br />
Er spuert eine ohnmaechtige Wut gegen den gefallenen Trunkenbold, den er im Geiste schon mit tausend Fluechen belegt. Der Kerl ist ihm so offensichtlich unfaehig den Verhaeltnissen mit innerer Kraft zu trotzen, dass dem Touristen, der sich schon lange nicht mehr vom Profitdenken leiten laesst, nicht anderes uebrig bleibt als sich abzuwenden von dem Trunkenen, der ihm als Fischer einst so Boell gekommen ist.</p>
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