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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Wahlen</title>
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		<title>qual der wahl pt.3</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 18:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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An Wahlmoeglichkeiten fehlt es dem Souveraen dabei nicht. Ypsilanti, Koch, TSG, Lorenzo, Lorielle London, Sarkozy, Ingrid von Bergen, Obama, Merkel, Hillary, Annina Ucatis und Ute Vogt sind nur eine Auswahl. Arrivierte Demokraten leiten aus dem Wahlrecht gerne eine Wahlpflicht ab. Wobei sich ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit die Macht in die Haende des Volkes gefallen ist, hat dieses die Wahl.</p>
<p>An Wahlmoeglichkeiten fehlt es dem Souveraen dabei nicht. Ypsilanti, Koch, TSG, Lorenzo, Lorielle London, Sarkozy, Ingrid von Bergen, Obama, Merkel, Hillary, Annina Ucatis und Ute Vogt sind nur eine Auswahl. Arrivierte Demokraten leiten aus dem Wahlrecht gerne eine Wahlpflicht ab. Wobei sich ihre Aufrufe zur Stimmabgabe meist auf Kommnal-, Landtags- und Buntestagswahlen beziehen. Auf die aus der Staatskasse gesponserten Votings also. Selten rufen sie zur Teilnahme an der Abstimmung zum Superstar, Containerheld oder Dschungelkoenig auf. Zu den aus Eigenmitteln finanzierten Wahlen also. Diese werden sogar nicht selten problematisiert.</p>
<p>Interessant ist, dass man geradezu gedraengt wurde sich zu entscheiden, wen die Amerikaner zum Praesident waehlen sollen, waehrend der von Dieter Bohlen durchgefuehrte Bewerbercheck fuer den deutschen Superstar nur von der Bild gewuerdigt wird.</p>
<p>Mich beschaeftigen die doppelten Standards, die hier angelegt werden. Hat jemand, der einen Teil seines Sonntags darauf verschwendet, in ein Wahllokal zu gehen um in einer Wahlkabine ein Kreuz fuer Thorsten Schaefer-Guembel zu machen das Recht die Nase zu ruempfen, wenn jemand fuer Ingrid von Bergen anruft? Ist es besser als &#8220;Merkelianer&#8221; auf einer CDU Wahlparty zu jubeln als sich im Willi Herren Fanclub zu engagieren?</p>
<p> </p>
<p>Annina Ucatis geht mit entbloesten Silikon-Bruesten auf Stimmenfang, Obama mit &#8220;yes, we can&#8221;. Wobei man hier der fairness wegen anmerken muss, dass die Nummer mit der kuemstlichen Oberweite bewaehrter sex sells ist waehrend Obama mit seinem Drei-Wort-Populismus tatsaechlich einen Kracher gelandet hat. Hier in Israel hat die ultraorthodoxe Shas mit yes we can geworben und Livni mit believni. Ich denke, dass es in anderen Laendern  nicht weniger Adaptionen Gibt. Die Mitglaubensparole hat sich zum wahren Exportschlager entwickelt. Kein Wunder, dass der Urheber mit seinem Wahlkampf gar nicht mehr aufhoeren will. Auch als Praesi nicht.</p>
<p>Wahlen made in germany haben bis dato noch keine vergleichbar durchschlagende Nummer im Repertoire. Von langeweile trotzdem keine Spur. Aus Lorenzo wird Lorielle, Ute Vogt gibt im Radio freimuetig zu, einen Orgasmus vorgetaeuscht zu haben, Koch gibt den Hardliner, Guembel twittert, Ypsilanti verspricht nicht mit der Linkspartei unter eine Decke zu schluepfen, waehrend sie sich im Big Brother Container zum schrecken von Willi Herren unter selbiger vergnuegen. Lafontaine warnt vor Fremdarbeitern und Muente vor Heuschrecken, waehrend im Dschungelcamp Kaengeruhpenise zum Fruehstueck verputzt werden.</p>
<p>Bleibt die Frage nach den doppelten Standards. Sie reflektieren in gewisser Weise den Staatsfetischismus. Ein Staat, der die Interessen seiner Buerger vertritt, ruft diese bei Wahlen auf, Vertreter zu bestimmen, die den Laden schmeissen &#8211; im Namen des Volkes. Bei allem Wahlspektakel wird vertuscht, dass der Staat nicht zum Schutz des Allgemeinwohls besteht, sondern sich als Schutzmacht kapitalistischer Verhaeltnisse durchgesetzt hat. Waehrend der auf Profit ausgelegte Warentausch auf dem Markt stattfindet, wird die Warenproduktion unter den Bedingungen des Kapitalismus ueber das Gewaltmonopol des Staates durchgesetzt. Der Staat schuetzt das Privateigentum und die bestehenden Verhaeltnisse und wickelt die Integration seiner Untergebenen in die kapitalistisch organisierte Warenproduktion ab.<br />
Wenn Markt und Staat sind zusammengehoerige Momente des Kapitalismus. Warum also ist es wichtiger, mich zu entscheiden, wer das Gewaltmonopol vertritt und die kapitalistische Produktionssphaere sichert, als dafuer zu voten was auf dem Markt an konsumerablen Stars zirkuliert?</p>
<p>Ich ueberlasse denjeigen die Entscheidung ueber die Mehrheitsverhaeltnisse, denen das irgendwie wichtig ist. Und kommen sie mir ja nicht mit der Warnung vor dem Aufschwung rechter Parteien. Wissen sie was passieren wuerde, wenn die Nichtwaehler im Osten dann doch zu den Urnen stroemen wuerden? </p>
<p>Abgesehen davon waere es auch nur richtig, wenn eine vorgeblich repraesentative Wahl auch ein paar Faschisten ins Parlament befoerdert. Soviel Ehrlichkeit haette die Weltoeffentlichkeit verdient.</p>
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