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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Yafo</title>
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		<title>Grossputz</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 10:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Putz]]></category>
		<category><![CDATA[Yafo]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich heute Spaetschicht habe, widme ich den Morgen der Kontemplation. Bei 22 Grad im Februar erscheint Yafo von seiner friedlichsten Seite. Zeit etwas durch die Nachbarschaft zu zigeunern und am Mittelmeer zu chillen. Zeit fuer Cappuchino Gelegenheit mein Hebraeisch an der heutigen Ausgabe der Maariv zu probieren. Zu oft muss ich meine wertvolle Zeit auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich heute Spaetschicht habe, widme ich den Morgen der Kontemplation. <img class="alignleft size-medium wp-image-20" title="sonnenuntergang_yafo" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/02/sonnenuntergang_yafo-300x196.jpg" alt="sonnenuntergang_yafo" width="300" height="196" />Bei 22 Grad im Februar erscheint Yafo von seiner friedlichsten Seite. Zeit etwas durch die Nachbarschaft zu zigeunern und am Mittelmeer zu chillen. Zeit fuer Cappuchino Gelegenheit mein Hebraeisch an der heutigen Ausgabe der Maariv zu probieren. Zu oft muss ich meine wertvolle Zeit auf Arbeit verbringen, wo mir einiges entgeht.</p>
<p>Als Ulrike Putz <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598584,00.html">am 28.12. Yafo besucht hat</a>, war ich 16 stunden im Dienst am Menschen eingespannt. Wenn ich ihren Artikel nicht entdekt haette, waere mir Idee eines ploetzlichen Endes des friedlichen Zusammenlebens von Juden und Arabern hier schlichtweg entgangen. Als ich spaet aus Yad Eliyahu nach Hause gekommen bin, schien mir die Vorstellung, dass meine arabischen Nachbarn ploetzlich das Randalieren anfangen, verrueckt. Ohne dass ich der rasenden Reporterin Frau Putz unterstellen moechte, dass sie ihre Geschichten aufbauscht um sie gewinnbringend an ihre Redaktion zu veraeussern. Es erscheint mir nur absurd anhand meiner Erfahrungen hier. So absud, wie mir die Moeglichkeit eines Aufstands der israelischen Araber schon <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584121,00.html">am 14.10. erschien</a>.</p>
<p>Vorerst halte ich fest, dass der Flaechenbrand mindestens aufgeschoben ist. Wenn schon Ramallah <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1055557.html">nicht auf die Barrikaden geht</a> ist mein subjektiver Eindruck vielleicht auch ein Stueck weit objektivierbar.</p>
<p>Noch im alten Jahr hat Frau Putz dann auch <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598970,00.html">israelische Befindlichkeiten ins Visier genommen</a>. Ein paar vermeintlich repraesentative Stimmen aus einem Imbiss in Jerusalem um die gleichfoermige israelische &#8220;Kriegsbegeisterung&#8221; der ansonsten zersplitterten israelischen Bevoelkerung zu skizzieren. Fachmaennisch dann von der per se ehrbaren Friedensbewegung analysiert.</p>
<p>Die Berichterstattung ueber Israelis bedient sich in letzter Zeit mit Vorliebe dem suggestiven Verfahren, sich die israelische Gesellschaft von israelischen Friedensaktivisten o.ae. darzustellen zu lassen. Oder aber &#8211; nicht minder suggestiv &#8211; von rechten Randphaenomenen auf den gesellschaftlichen Konsens zu schliessen.</p>
<p>Wer in Israel Appeasement statt entschlosssenem Handeln hinsichtlich der immensen Bedrohungslage fordert, hat Erwaehnung und Lob in europaeischer Berichterstattug sicher. Ungeachtet der Naivitaet, die solche Forderungen in Bezug auf den Umgang mit palaestinensichem Terror v.a. in den Jahren nach Oslo und v.a. auch angesichts der Entwicklungen im Gaza seit dem einseitigen Rueckzug der Israelis, offenbart haben.</p>
<p>Als ob es immerzu am guten Willen der Israelis scheitern wuerde und nicht am eliminatorisch gesinnten Terror von allen Seiten, der sich noch von keinem Entgegenkommen hat beeindrucken lassen.</p>
<p>Wo die Haltung der israelischen Mehrheitsgesellschaft einem Frieden in Nahost vermeintlich im Wege stecht, bekommen  <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196/Doc~E117D7572F8454A548D79E7A3E62B0490~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Aviv Geffen und seine Fans</a> in der Faz ein sich andienendes Portraet.</p>
<p>Natuerlich respektiere ich die Berichterstattung der Damen und Herren, die hier und da in Jerusalem und Tel Aviv aufkreuzen um aus erster Hand von den Befindlichkeiten vor Ort zu berichten und verkenne auch keineswegs den Zwang sich auf dem hart umkaempten Medienmarkt mit schriller Aufmachung gehoer zu verschaffen. Dazu gehoert dann natuerlich auch das Verdrehen von Ursache und Symptom. Die israelischen Bemuehungen um eine vor staendigen Uebergriffen geschuetzte  Existenz  werden zur Friedensverweigerung diskreditiert. Es muss letztlich geschrieben werden, wass der Kunde zu lesen wuenscht. Um die Ressentiments zu verpacken wird dann Aviv Geffen das Wort erteilt. Der <a class="postlink" href="http://www.zeit.de/2009/06/Traum-Geffen">eignet sich fuer die Friedenswuensche wie kaum ein anderer</a>. Wer wuerde in Euopa nicht gerne sehen, dass Schulen in Israel bunt angestrichen und Songtexte von Kurt Cobain unterrichtet wuerden. Wenn es so nicht klappt mit dem frieden, wie dann? Lesenswerter als der Ruetli-Kram vor der eigenen Haustuer ist das allemal.<br />
Was soll ich als einfacher Angesteller am Pressezirkus gross kritisieren?</p>
<p>Da sich der Blog um Tel Aviv dreht, moechte ich aber doch noch anmerken, dass mir  immer wieder Merkwuerdigkeiten in der Darstellnug meiner Wahlheimatstadt auffallen, die ich nicht unkommentiert lassen moechte. In dem FAZ-Portraet ueber Aviv Geffen wird der alte Hafen von Tel Aviv als angesagteste Partymeile der Stadt bezeichnet, &#8220;in der die Szenekultur wie nirgendwo sonst im Nahen Osten vibriert&#8221;. Das ist eine etwas gewagte Aussage um nicht zu sagen ausgemachter Bloedsinn. Der alte Hafen ist nach meiner bescheidenen Sichtweise eine durchkommerzionalisierte Ausgehmeile. So sehr Szenekultur, wie Yafo Pulverfass ist. Interessantere Lokalitaeten werden dann schon im Tel Aviv-bericht von <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubB4457BA9094E4B44BD26DF6DCF5A5F00/Doc~E7BBB99880F0D46738E10651D4DC48D18~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Olaf Tarmas vom 22. Januar</a> erwaehnt. Minzar und Mezcal suche ich selbst gerne auf. Auch sonst kann ich seine Cafe- und Kneipentour durchaus nachvollziehen. Den eigentlichen Kracher seiner Geschichte verfolgt er aber leider als einziger Zeuge:</p>
<blockquote><p>&#8220;Auf dem Bildschirm meines Fernsehers flackern die Bilder aus Gaza, gegenüber toben fünf kleine Kinder im Schlafanzug mit Plastikmaschinengewehren durchs Wohnzimmer und gehen hinter dem Sofa in Deckung. Der Kleinste wird mit einem Laserpointer ins Visier genommen, auf seinem Körper erscheint ein roter Lichtfleck. Das einzige Mädchen hat zusätzlich noch ein leuchtendes Zauberschwert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Alles klar, Olaf. Das war sicher so und nicht anders.<br />
Den besten Tel-Aviv-Bericht hat bis dato <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599702,00.html">Broder geschrieben.</a> Ohne dass ich sagen wuerde, dass seine Favoriten auch meine sind. Den besten Artikel ueber Israel in Bezug auf die Militaeroperation in Gaza hat meiner Meinung nach <a class="postlink" href="http://www.zeit.de/2009/04/oped-Israel?page=1">Nevo Eshkol als Gastbeitrag fuer die Zeit geschrieben.</a> Man beachte den Unterschied seiner Differenzierungen zu denen der Auslandskorrespondenten.</p>
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		<title>Tel Aviv Yafo Gaza</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 00:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[cast lead]]></category>
		<category><![CDATA[Gaza]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Yafo]]></category>

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		<description><![CDATA[Yafo blieb waehrend der Militaeroperation cast lead ruhig, genauso wie Akko und uebrigens auch Ramallah. Ein Umstand, der viel zu wenig Erwaehnung findet. In meinem Wohnumfeld konnte ich an Veraenderung lediglich konstatieren, dass das Wasserpfeifencafe zur Nachrichtenzeit voller war als sonst.
Vielleicht sind insgesamt weniger Leute in die Bars gestroemt. Schwer zu sagen. Im Grunde hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Yafo blieb waehrend der Militaeroperation cast lead ruhig, genauso wie Akko und uebrigens auch Ramallah. Ein Umstand, der viel zu wenig Erwaehnung findet. In meinem Wohnumfeld konnte ich an Veraenderung lediglich konstatieren, dass das Wasserpfeifencafe zur Nachrichtenzeit voller war als sonst.<br />
Vielleicht sind insgesamt weniger Leute in die Bars gestroemt. Schwer zu sagen. Im Grunde hat der Waffengang der Lebenslust von Tel Aviv genausowenig einen Abbruch getan, wie dem konfliktarmen Nebeneinander von Juden und Arabern.</p>
<p>Wobei unter der phaenomenologischen Ebene natuerlich Einiges anders war als sonst. Selbst in Tel Aviv. Ich habe das ueber meinen Umgang mit einfachen Menschen im KKH erfahren. In einem Land mit sechs Millionen Einwohnern hattte ungefaehr JedeR einen Liebsten aus naehrerem oder weiterem familiaeren Umfeld oder Bekanntenkreis unter den Zehntausenden, die in den Kampf geschickt wurden. Die Angst um deren Leben muss Hunderttausende erfasst haben.</p>
<p>Woher sich dann die breite unterstuetzung eines so vorhersehbar todbringenden Unternehmens bezog ist nur dann zu erfassen, wenn man mit der Betrachtung nicht erst am 27.12. anfaengt. Es ist fuer Israelis absolut nicht akzeptabel, dass Raketen auf Israelis geschossen werden und Kinder mit rotem Alarm aufwachsen muessen. Es widerspricht in elementarer Weise der Idee von Israel als einem Ort, an dem Juden sicher sind.</p>
<p>Europaeische Jounalisten haben neben ihren Ressentiments, die jeder Berichterstattung ueber israelischen Anti-Terror-Kampf zu Grunde liegen, auch wieder ihre Verwunderung ueber Tel Aviv gepflegt. Das vitale Treiben in kriegerischen Zeiten scheint ihnen anstoessig. Bubble Town. Wenn europaeische Journalisten sich wundern, dass das Leben hier auch waehrend solcher Zeiten seinen gewohnten Gang geht, sollten sie nicht vergessen,dass ein Israeli in meinem Alter bereits mehrere Kriege, die zweite Intifada mit ihren dutzenden blutigen Selbstmordanschlaegen und Scud-Raketen auf Tel Aviv miterlebt hat.<br />
Zu seiner Lebensfreude zu stehen ist weniger Verdraengung als mehr Ueberzeugung, ohne die man hier schnell einpacken koennte.</p>
<p>Ein Israeli in meinem Alter war drei Jahre bei den israelischen Streitkraeften und weiss, dass diese gegen Terroristen kaempfen und nicht gegen Zivilisten.<br />
Es ist ihm auch klar, dass Hamas nur deswegen keine Raketen auf Tel Aviv feuert, weil sie noch keine Raketen mit solcher Reichweite haben. Dass die Hamas die Vernichtung Israels anstrebt. Dass es richtig ist die Hamas zu bekaempfen. Dass sich Hamas in diesem Kampf hinter der palaestinensischen Zivilbevoelkerung versteckt um die israelische Zivilbevoelkerung zu terrorisieren. Dass sie mit Bildern toter Zivilisten kaempft. Bilder toter Israelis um Israel zu demoralisieren und Bilder toter palaestinensischer Zivilisten um Israel zu demoralisieren.</p>
<p>Wenn ein Israeli in meinem Alter die Schreckensbilder aus Gaza sieht, laesst ihn das nicht kalt. Er empfindet aufrichtiges Mitleid. Ich stelle das im Umgang mit Israelis in meinem Alter hier immer wieder fest. Die Bilder toter Zivilisten im Gaza belasten das israelische Gewissen. Ich stelle das im Umgang mit &#8220;einfachen Menschen&#8221; im KKH immer wieder fest.<br />
Trotzdem hielt und haelt eine ueberwaeltigende Mehrheit von Israelis die Militaeroperation gegen die Hamas fuer richtig. Wer den Islamterror als Ursache des Leidens der Israelis und auch der Palaestinenser ansieht, erkennt, dass eine Befuerwortung des Waffengangs das Mitleid mit den zivilen Opfern im Gaza nicht ausschliest. Wenn man die breite Unterstuetzung der Israelis fuer cast lead verstehen will, ist es wichtig zu sehen, dass sie Ursache und Folge nicht wild durcheinander bringen. Hamas traegt die Verantwortung fuer alle Toten. Sie sind ihr Programm. Tod Israel als Ziel und tote Palaestinenser als Mittel.<br />
Ein kleiner Beitrag gegen das Treiben der Moerderbande kann durchaus auch darin bestehen sich nicht einschuechtern zu lassen. Ausgehen gegen den Terror.</p>
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		<title>Tel Aviv</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 22:56:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tel Aviv]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlheimat]]></category>
		<category><![CDATA[Yafo]]></category>

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		<description><![CDATA[Wuerde ich ein Buch mit autobiographischen Zuegen schreiben, dann haette es wohl den Titel &#8220;Wie soll denn Schluss mit lustig sein, wenn es nie wirklich lustig war&#8221;. Es gibt wenig wenig Grund zur Annahme, dass ich veroeffentlicht wuerde. Es wuerde an sinnvoller Handlung mangeln. Von einem Helden ganz zu schweigen. Selbst ein sympathischer Antiheld liese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wuerde ich ein Buch mit autobiographischen Zuegen schreiben, dann haette es wohl den Titel &#8220;Wie soll denn Schluss mit lustig sein, wenn es nie wirklich lustig war&#8221;. Es gibt wenig wenig Grund zur Annahme, dass ich veroeffentlicht wuerde. Es wuerde an sinnvoller Handlung mangeln. Von einem Helden ganz zu schweigen. Selbst ein sympathischer Antiheld liese sich nur schwer aus dem Stoff konstruieren.</p>
<p>Brauchbar waere allemal die Szenerie. TEL AVIV.</p>
<p>Eine ungewoehnliche Stadt in einem bemerkenswerten Land. Wer mich einmal besucht hat, wird diesen Eindruck sicher teilen. Ich bin mir des Besonderen selbst nicht immer bewusst, da viele meiner Tage unter der Last der Lohnarbeit im Krankenhaus leiden. Meine freie Zeit ist von der Trivialitaet der Alltagsbesorgung gepraegt.</p>
<p>Da es sich jedoch immer wieder ergibt, meine Wahlheimat durch die Augen anderer zu betrachten, steht mir ein breiter Fundus an Eindruecken bereit, an denen ich eigene Reflektionen aufhaengen kann, ohne mich intellektuell uebermaessig verausgaben zu muessen.</p>
<p>Vor allem sind es die Eindruecke meiner zahlreichen BesucherInnen, die sich mit der Stadt, die ich inzwischen sehr gut kenne, zum ersten Mal bekannt machen. Dazu kommen im Zuge der juengsten Ereignisse die zahlreichen Artikel ueber Tel Aviv.</p>
<p>Was keinem geneigten oder auch kritikbereiten Besuch entgeht, ist die Lebensfreude. Sie draengt sich geradezu auf. In der iraelkritischen Journaille heisst es dann &#8220;bubble town&#8221;. Pulsierende Mittelmeermetropole in der nuechternen Betrachtung. <img class="alignright size-medium wp-image-4" title="102_0825" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/02/102_0825-300x225.jpg" alt="102_0825" width="300" height="225" /></p>
<p>Manchmal befaellt mich das Gefuehl hier im Grenzbereich zwischen Grossstadtrealitaet und einer avantgardistischen Inszinierung zu leben. Der alternative Schick, der sich in den unzaehligen angesagten Cafes, sowie durch die darin verkehrenden Menschen ausdrueckt, ist spannend. Eine Cappuchino-Metropole, deren Kreativitaet unerschoepflich scheint und  meist stilsicheren Ausdruck findet. Pasend dazu die beeindruckende Bauhaus-Architektur, die einen geradezu perfekten Rahmen liefert. Atemberaubend auch der Stand.</p>
<p>Zehntausende feiern auf der gay-parade, zehntausende finden sich zur Oper im Park ein. Tausende tanzen jedes Wochenende auf hochklassigen Elektro-Partys durch. Die Bars in den Szenevierteln der Stadt sind jeden Abend bis spaet in die Nacht gefuellt. Ausgehen ist ab 12 und das Wtter spielt sowieso immer mit.<br />
Das Tel Aviv Museum of Art ist vom feinsten.<br />
Sportfreunde kommen in der Nokia-Arena bei Maccabi Tel Aviv auf ihre Kosten. Eines der Spitzenteams im europaeischen Vereinsbasketball.</p>
<p>Doch ist das nur ein Ausschnitt. Wenn auch derjenige, der sich vor- und aufdraengt.<br />
Als Jemand, der sein taegliches Leben hier bestreiten muss, kenne ich auch die orientalische Seite der Stadt. Die maerkte mit ihrem flair aus 1001 Nacht und die etwas rauhere Peripherie. Als jemandder seinen Lebensunterhalt hier bestreitet, kenne ich Tel Aviv auch als Schmelztiegel, wie er sich v.a. auf Arbeit offenbart. Die meisten meiner KollegInnen kommen aus der Metropolenregion, da Tel Aviv selbst sehr teuer ist. Aber eigentlich kommen sie aus Marokko, Russland, der Ukraine, Georgien, Kasachstan, Aethiopien, Rumaenien, dem Irak,&#8230; ein Multiklti, bei dem den Veteranen soziokultureller Zentren ganz anders werden wuerde. Und um es gleich zu betonen, sei gesagt, dass auf Station Juden und Araber nicht nur als Patienten gleichberechtigt behandelt werden, sondern auch im Team Hand in Hand arbeiten. Da wird jeder Apartheitsvorwurf ad absurdum gefuehrt.</p>
<p>Bei den letzten Kommunalwahlen hat der kommunistische Buergermeisterkandidat ein Drittel der Stimmen bekommen.</p>
<p>Dann das tausende jahre alte Yafo. Mein Quartier. Juedisch-arabisches Nebeneinander in meiner Strasse. Ich kaufe im arabischen Supermarkt und in der arabischen Baeckerei. Ich kaufe im juedischen Spirituosenladen und im juedischen Deli.</p>
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